Stand: 26.03.2016 07:57 Uhr

Bei Lufthansa Technik droht Stellenabbau

Die Technik-Tochter des Lufthansa-Konzerns hat ihre Basis am Flughafen Hamburg. Rund 7.500 Mitarbeiter sind hier beschäftigt: Sie überholen Flugzeuge oder setzen Triebwerke instand.

Bei Lufthansa Technik könnten in den nächsten Jahren zahlreiche Stellen in Deutschland abgebaut werden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte am Freitag in Hamburg: Seit einigen Wochen liefen Gespräche zwischen der Konzernleitung, Gewerkschaften und Betriebsrat. Es gehe um die Unternehmensbereiche Flugzeugüberholung und Triebwerksinstandhaltung. Lufthansa Technik ist eine hundertprozentige Tochter des Lufthansa-Konzerns und hat ihre Basis am Flughafen Hamburg.

Wettbewerb um neue Triebwerksgeneration

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Vor Kurzem hatte das Unternehmen von einer Gewinnssteigerung um 20 Prozent berichtet.

Hintergrund der Verhandlungen seien gravierende Marktveränderungen im Bereich der Triebwerke, sagte der Sprecher. "Wir werden gemeinsam Maßnahmen entwickeln, um die Motoren der nächsten Generation nach Hamburg zu holen." Das werde nur funktionieren, wenn man sich auf dem Niveau der Weltmarktpreise bewege - also niedrigere Preise als jetzt anbiete. "Wenn wir keine der neuen Motortypen nach Hamburg bekommen können, heißt das, dass wir in Hamburg weiterhin nur die Motortypen haben, die im Laufe der nächsten Jahrzehnte vom Markt verschwinden." Eine Entscheidung werde im Laufe des zweiten Quartals erwartet.  

Zahlen noch unklar

Bei gleicher Auslastung hätten die Beschäftigten mit den Motoren der nächsten Generation weniger zu tun, erklärte der Sprecher. Denn diese bräuchten im Laufe ihres Lebens eine Triebwerksüberholung weniger, und bei der Überholung gebe es einen geringeren technischen Aufwand. Wie viele Stellen abgebaut werden könnten, sei derzeit nicht absehbar. "Eine seriöse Aussage zur Entwicklung der nächsten 10, 15, 20 Jahre ist nicht möglich", betonte der Unternehmenssprecher. Es stehe zudem ein "großer Pensionierungsschwung" an.

Längere und flexiblere Arbeitszeiten

Bei den laufenden Verhandlungen gehe es in der Triebwerksinstandhaltung mit rund 1.700 Beschäftigten konkret um eine Anhebung der Wochenarbeitszeit und flexible Arbeitszeiten, erklärte der Unternehmenssprecher. Es solle rund um die Uhr gearbeitet werden können, um die Anlagen besser auszulasten. Bei der Flugzeugüberholung mit etwa 350 bis 400 Beschäftigten in Hamburg gehe es vor allem um eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Hamburg habe hier im Vergleich zu anderen Standorten ein "Lohnproblem" und solle auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden.

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In den Werfthallen in Hamburg werden auch große Verkehrsflugzeuge komplett überholt.
Gewinnsteigerung um 20 Prozent

Erst am Montag hatte der Lufthansa-Tochterkonzern mitgeteilt, dass er im vergangenen Jahr den Umsatz um 17,6 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro und den bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro gesteigert habe. Ausdrücklich wurde auf die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts verwiesen. Lufthansa Technik beschäftigt weltweit rund 20.300 Mitarbeiter, davon mehr als 10.000 in Deutschland. In Hamburg sind es laut Sprecher rund 7.500.

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Dieses Thema im Programm:

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