Stand: 17.12.2015 21:07 Uhr

Australier spendet 100.000 Jacken für Flüchtlinge

Ein australischer Unternehmer hat der Hamburger Kleiderkammer Zehntausende Anoraks für Flüchtlinge gespendet. Die erste Charge mit rund 1.600 Winterjacken traf am Donnerstag am Hamburger Flughafen ein, wie Christian Schad vom Trägerverein der Kleiderkammer, Hanseatic Help, sagte. "Verpackt in Ballen zu 58 Stück haben wir sie mit einem Laster abgeholt", erklärte der 47-Jährige. Der Selbstständige koordiniert bei Hanseatic Help als Vorstand die Flüchtlingshilfe.

Hanseatic Help will nach eigenen Angaben 60.000 Jacken des australischen Multimillionärs Henry Ngai an Flüchtlinge und andere Bedürftige wie zum Beispiel Obdachlose verteilen. "Weitere 40.000 Jacken werden am 25. Dezember per Seefracht direkt an das Deutsche Rote Kreuz versendet", zitiert die Kleiderkammer den australischen Unternehmer mit Hongkonger Wurzeln. Ngai ist Gründer und Besitzer einer großen Toilettenpapierfirma. Er betreibt zudem eine Jackenfabrik nördlich von Hongkong und bot den Hamburgern an, 100.000 Winterjacken für Flüchtlinge zu spenden. Der Großspender hatte im Fernsehen einen Bericht über die Hamburger Kleiderkammer gesehen und war von der Hilfsbereitschaft angetan.

"Henry ist unser Held der Weihnacht"

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Christian Schad (l.) und Alexander Eber-Huber vom Flüchtlingshilfeverein Hanseatic Help präsentieren die gespendeten Winterjacken.

Schad sagte, er habe Ngais Spendenangebot zunächst nicht ganz getraut. "Die ganze Kommunikation lief über SMS und WhatsApp, da er nur schlecht Englisch spricht. Doch als er dann eine Musterjacke schickte, war uns klar, er meint es ernst." Schad fügte hinzu: "Henry ist unser Held der Weihnacht." Für Hanseatic Help ist die Lieferung eine logistische Herausforderung. "Bedingung war, dass wir die Jacken abholen." Unterstützung erhält die Kleiderkammer dabei laut Schad unter anderem von der Reederei Hapag-Lloyd, die einen Teil der Lieferung aus China in sechs Schiffscontainern kostenlos transportiert. Und auch Ngai beteiligte sich schließlich noch am Transport: Damit die erste Charge vor Weihnachten ankommt, schickte er sie per Flugzeug nach Hamburg.

Kleiderkammer zieht um

Derweil läuft der Umzug der Kleiderkammer von den Messehallen auf das Gelände des Versandhandels Otto in Bramfeld auf Hochtouren. Dort kann die gespendete Kleidung in einer Halle gelagert werden. Hunderte Paletten müssen dafür umziehen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.12.2015 | 19:30 Uhr

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