Stand: 08.03.2016 06:58 Uhr

"Aushängeschild" für Luftfahrtstandort Hamburg

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Sichtlich stolz: Bürgermeister Olaf Scholz (l.) und ZAL-Chef Roland Gerhards.

Hamburg ist weltweit der drittgrößte Standort der Luftfahrtindustrie - nach Seattle (USA) und Toulouse (Frankreich). Um diesen Platz zu festigen, haben die Stadt und die großen Unternehmen der Branche in Finkenwerder ein modernes Forschungszentrum gebaut. Am Montag eröffnete Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in der Nähe des Hamburger Airbus-Werks das neue ZAL TechCenter. "Damit gewinnt Hamburg bei Forschung und Entwicklung weit über die Luftfahrtbranche hinaus an internationalem Profil", sagte Scholz. Das ZAL sei mehr als ein Forschungszentrum für die Luftfahrt. Es sei ein wegweisendes Beispiel, wie sich eine Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich gestalten lasse. Die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries, nannte das ZAL-Techcenter "eine vorbildliche Zukunftsinvestition".

600 neue Arbeitsplätze

Das rund 100 Millionen Euro teure Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung soll eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und der Stadt Hamburg werden. Im ZAL TechCenter entstehen rund 600 neue Arbeitsplätze. Auf einer Nutzfläche von 26.000 Quadratmetern wird es dort nicht um Grundlagenforschung gehen, sondern um neue Technologien für die Praxis. Unter anderem wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie Flugzeuge leiser werden können und weniger Treibstoff verbrauchen.

Forschung auch für andere Bereiche nützlich

Forscher und Entwickler von Airbus, Lufthansa Technik und Diehl Aerospace sowie von Hochschulen wie der TU Hamburg-Harburg und Institutionen wie zum Beispiel dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrtforschung sollen unter einem Dach innovative Produkte und Konzepte schneller und günstiger zur Einsatzreife führen. Einige der Forschungsergebnisse könnten auch für andere Wirtschaftsbereiche nützlich sein, zum Beispiel für die Automobilindustrie.

Luftfahrtbranche wichtig für Hamburg

"Um dieses Aushängeschild für den Luftfahrtstandort werden uns viele Wettbewerber weltweit beneiden", sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Die zivile Luftfahrtindustrie ist für Hamburg eine der bedeutendsten Wirtschaftsbranchen, angeführt von den Unternehmen Airbus und Lufthansa Technik. Zusammen mit dem Flughafen und mehr als 300 Unternehmen der Zuliefer- und Wartungsindustrie beschäftigt die Branche rund 40.000 Arbeitnehmer.

Stadt mit 20 Prozent beteiligt

Mit dem neuen Zentrum gewinne Hamburg bei Forschung und Entwicklung weit über die Luftfahrtbranche hinaus an internationalem Profil, sagte Scholz. Das ZAL sei mehr als ein Forschungszentrum für die Luftfahrt. Es sei ein wegweisendes Beispiel, wie sich eine Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich gestalten lasse. Airbus, Lufthansa Technik und die Stadt Hamburg sind mit jeweils 20 Prozent Anteil auch die größten von insgesamt neun Gesellschaftern des ZAL TechCenters. Die Investitionssumme von 100 Millionen Euro wurde über einen Kredit der Gesellschafter bereitgestellt, der durch die Mieteinnahmen aus dem Center getilgt werden soll.

Neues Forschungszentrum für Hamburgs Luftfahrtindustrie

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.03.2016 | 16:00 Uhr