Stand: 08.12.2011 17:34 Uhr

Auftakt zu großer Einbürgerungskampagne

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Rund 137.000 Ausländer in Hamburg sollen ermutigt werden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. (Archivfoto)

In Hamburg ist eine große Einbürgerungsinitiative gestartet worden. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) will in den kommenden drei Jahren insgesamt rund 137.000 Hamburger mit Migrationshintergrund in einem persönlichen Schreiben bitten, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Am Donnerstag wurden die ersten 4.000 Briefe verschickt.

Da die Aktion ohne Vorbild sei, könne er nicht abschätzen, wie viele Menschen das Angebot annehmen, sagte Scholz. Die Hansestadt erhofft sich von der Einbürgerung eine bessere Integration sowie einen geringeren Verwaltungsaufwand. In seinem Brief wirbt Scholz mit den Vorteilen einer Einbürgerung, vor allem den gleichen Bürgerrechten und den Erleichterungen im Alltag - zum Beispiel beim Reisen. Er nennt auch die Voraussetzungen: Dazu zählen ein mindestens acht Jahre langer legaler Aufenthalt in Deutschland, keine Vorstrafen, ein eigenes Einkommen, ausreichende Deutschkenntnisse und auch ein Bekenntnis zum Grundgesetz. In Hamburg haben rund 400.000 Menschen ausländische Wurzeln. Etwa 236.000 verfügen nicht über eine deutsche Staatsangehörigkeit, 137.000 davon erfüllen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung.

Scheele optimistisch

Intergrationssenator Detlef Scheele (SPD) hofft, dass der Brief eine Wirkung hat: "Ich glaube so ein Brief hat einen Überraschungseffekt. Niemand rechnet damit, vom Bürgermeister angeschrieben zu werden. Ich glaube es führt dazu, dass Migranten untereinander über dieses Thema ins Gespräch kommen." Er hoffe, dass sich dadurch mehr Bürger mit Migrationshintergrund für eine Einbürgerung entscheiden.

Auch Schulen werden einbezogen

Auch die Schulbehörde ist an der Kampagne beteiligt. An Hamburgs Schulen soll das Thema "Einbürgerung" stärker im Unterricht verankert werden.