Stand: 18.09.2017 15:48 Uhr

Auch Hafencity soll Landstromanlage bekommen

Hamburg will in der Hafencity nach Informationen von NDR 90,3 eine zweite Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe bauen. Damit könne ein Beitrag geleistet werden, die Emissionen im Hafen zu reduzieren, heißt es in einer Unterlage des Senats. Der Strom für die Kreuzfahrtschiffe soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert werden - wie bei der bisher einzigen Hamburger Landstromanlage in Altona.

Rot-grüner Senat zufrieden, NABU bohrt nach

Wie die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dorothee Martin, am Montag im Gespräch mit NDR 90,3 sagte, seien das neue Terminal und die Landstromanlage wichtige Bausteine für einen nachhaltigen Tourismus und bessere Luft in Hamburg. Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks lobte das Projekt als klares Bekenntnis des Senats für einen grünen Hafen. Der Bau sei ein großer Schritt in die richtige Richtung, so Tjarks.

Der Naturschutzbund Deutschland reagierte nicht so optimistisch: Sönke Diesener vom NABU Hamburg forderte vom Senat, nun Druck auf die Kreuzfahrtreedereien auszuüben, damit deren Schiffe im Hafen auch tatsächlich ihre Diesel ausschalten. Die bereits existierende Landstromanlage in Altona, die als Vorbild für die in der Hafencity gilt, werde bislang nur von einem einzigen Schiff genutzt, kritisierte Diesener. Wie der wirtschaftpolitische Sprecher der FDP, Michael Kruse, sagte, hat die Oppositionspartei Zweifel bei der Finanzierung der Anlage. Die sei bislang nicht geklärt, so Kruse.

Terminal-Rohbau soll Stadt zehn Millionen kosten

Die neue Landstromanlage ist Teil der Planungen für den Neubau des bislang provisorischen Kreuzfahrtterminals in der Hafencity, für das der Senat derzeit Kosten von rund 42 Millionen Euro veranschlagt. Es gehört zum südlichen Überseequartier, das ein französischer Investor für rund eine Milliarde Euro errichtet. Die Stadt muss aber - anders als ursprünglich vorgesehen - bis zu zehn Millionen Euro für den Rohbau des Kreuzfahrtterminals nach Frankreich überweisen. Ursprünglich ging die Stadt davon aus, dass sie das nackte Terminal gratis bekommt.

So soll das südliche Überseequartier aussehen

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Das provisorische Kreuzfahrtterminal in der Hafencity soll durch einen 42 Millionen Euro teuren Neubau ersetzt werden.
Bis zu 6.000 Passagiere pro Schiff

Dass nun doch eine Millionensumme fällig wird, begründet der Senat damit, dass für das Kreuzfahrtterminal fast doppelt soviel Fläche benötigt wird wie ursprünglich angenommen. Das Terminal ist ausgelegt für Schiffe bis zu 3.600 Passagiere. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Anlage zu erweitern - damit in der Hafencity noch größere Kreuzfahrtschiffe abgefertigt werden können. Dann könnten Schiffe mit bis zu 6.000 Passagieren am neuen Standort festmachen.

Die bestehende Landstromanlage in Altona wird derzeit nur von einem einzigen Schiff genutzt, das regelmäßig Hamburg anläuft - obwohl mehrere Schiffe über einen Anschluss verfügen. Die Stadt Hamburg verzichtet bislang darauf, eine Landstrompflicht einzuführen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.09.2017 | 17:00 Uhr

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