Stand: 28.07.2015 11:16 Uhr

Anklage nach Schiffsunfall an Süderelbbrücke

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Die Brücke war bei der Kollision im Dezember schwer beschädigt worden.

Gut sieben Monate nach dem Schiffsunfall an der Süderelbbrücke hat die Hamburger Staatsanwaltschaft den Kapitän angeklagt. "Es wurde Anklage gegen den Schiffsführer und den Hilfsschiffsführer wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs erhoben", sagte eine Behördensprecherin. Die Anklage laute auf fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs, sagte sie NDR 90,3. Nach dem Gesetz kann so ein Vergehen mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Dass der Kapitän den Unfall erst nach mehreren Stunden gemeldet hatte, soll vor Gericht keine Rolle spielen.

Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe

Der 76-jährige Schiffsführer hatte im Dezember des vergangenen Jahres die Autobahnbrücke der A 1 mit seinem Binnenschiff gerammt und schwer beschädigt. Die Reparaturarbeiten an der westlichen Süderelbbrücke dauern noch immer an. Bis Ende August sollen sie abgeschlossen sein. Insgesamt wird die Beseitigung der Schäden nach Schätzung der Verkehrsbehörde zwei bis drei Millionen Euro kosten, wie NDR 90,3 berichtete. Der Bund als Eigentümer der Autobahnbrücke will das Geld vom Kapitän zurückfordern. Allerdings wird er die Summe nicht selber aufbringen müssen. Aller Voraussicht nach muss seine Haftpflichtversicherung einspringen.

Immer wieder Staus auf der A 1

Bei der Schiffskollision hatte sich der westliche Hauptträger der Brücke verformt. Zudem rissen Querträger, vertikale Versteifungen und Schweißnähte. Die Reparaturarbeiten an der Brücke hatten in den vergangenen Monaten immer wieder zu langen Staus auf der A 1 geführt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.07.2015 | 12:00 Uhr