Stand: 30.10.2015 12:00 Uhr

Airbus weitet A320-Produktion in Hamburg aus

Airbus baut seine Produktion weiter aus. In Hamburg soll eine neue Montagelinie entstehen.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus weitet seine Produktion in Hamburg aus. Dort soll eine vierte Produktionslinie für den Mittelstreckenjet A320 entstehen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Wegen der Auftragsflut für den Flugzeugtyp will Airbus in seinen Werken von Mitte 2019 an monatlich 60 Flugzeuge fertigen, bislang war ein Ausbau der Produktionsrate auf 50 Flieger im Jahr 2017 beschlossen. Der "beeindruckende Auftragsbestand" für die Flugzeuge der A320-Familie habe den Konzern dazu veranlasst, die Produktion weiter zu steigern, erklärte Airbus. Insgesamt werde der Produktionsprozess in allen Endmontagelinien der A320-Familie "weltweit harmonisiert". Airbus produziert zurzeit etwa 42 Flieger des Typs A320 pro Monat. Neben den bereits drei Produktionslinien in Hamburg gibt es zwei im französischen Toulouse, eine in China sowie eine neue Linie in den USA.

Zahl der Arbeitsplätze steigt - auch in Hamburg?

In Hamburg-Finkenwerder hat Airbus sein größtes deutsches Werk, dort arbeiten rund 12.700 Mitarbeiter. Der Standort war schon bei der Flugschau in Le Bourget im Juni für eine Produktionsausweitung im Gespräch. Mit zusätzlichen Arbeitsplätzen kann die Hansestadt jedoch nicht unbedingt rechnen, denn Airbus verlagert einen Teil der Innenausstattung nach Frankreich. Die in Toulouse produzierten A320-Jets bekommen ihre Innenausstattung künftig direkt vor Ort. Bisher werden sie dafür extra nach Hamburg geflogen. Die vierte Produktionslinie in der Hansestadt sichere auf jeden Fall über Jahre die Beschäftigung im Werk Finkenwerder, so ein Unternehmenssprecher. Was das genau für die Zahl der Mitarbeiter an der Elbe bedeutet, könne man aber noch nicht sagen. "Konzernweit wird die Zahl der Beschäftigten jedenfalls steigen", sagte Finanzchef Harald Wilhelm.

Vor allem die spritsparende Neuauflage A320neo läuft gut. Trotz Problemen mit den neuen Triebwerken von Pratt & Whitney bei den Flugtests will Airbus die erste "neo" noch vor Jahresende ausliefern, wie Programmchef Didier Evrard versicherte.

Gute Quartalszahlen: Umsatz und Gewinn legen zu

Der Mutterkonzern Airbus Group legte im Sommer einen Gewinnsprung hin. Im dritten Quartal erzielte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern dank gestiegener Flugzeug-Auslieferungen einen Umsatz von 14,1 Milliarden Euro und damit 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn legte um zwölf Prozent auf 921 Millionen Euro zu. Unter dem Strich sprang der Überschuss sogar um 42 Prozent auf 376 Millionen Euro nach oben. Das Unternehmen kündigte einen Aktienrückkauf im Umfang von einer Milliarde Euro an. Vorstandschef Tom Enders bekräftigte die Jahresziele, wonach Umsatz, Gewinn und Dividende zulegen sollen: "Wir sind auf Kurs, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen."

Während die Mittelstreckenjets der A320-Familie ein Verkaufsrenner sind, muss sich Airbus beim weltgrößten Passagierjet A380 Sorgen machen. Neubestellungen blieben seit Anfang 2014 komplett aus, stattdessen verlor Airbus sogar Kunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.10.2015 | 12:00 Uhr