Nazim: Endlich wieder Schule

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Nazim ist aus Afghanistan nach Hamburg gekommen.

Nazim ist aus Kabul geflüchtet, weil seine Familie dort von den Taliban bedroht wurde. Nun versucht er, sich in Deutschland ein Leben in Sicherheit aufzubauen. Seit Oktober 2015 lebt der Fußballfan in Hamburg. Lesen Sie hier, wie es ihm in Norddeutschland ergeht.


Hamburg - 14.09.2016

Nazim geht zur Schule

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Nazim geht in eine berufsbildende Schule.

Nazim darf nach elf Monaten immer noch keinen Asylantrag stellen und weiß weiterhin nicht, ob er eine Zukunft in Deutschland hat. Immerhin hat ihm die Behörde kürzlich mitgeteilt, dass sie seinen Pass geprüft hat, für echt hält und ihn somit als minderjährigen Flüchtling anerkennt - fünf Monate, nachdem der Pass eingezogen wurde und drei Wochen vor seinem 18. Geburtstag. Zurück bekommen hat er den Pass allerdings noch nicht.

Nun sind die Sommerferien vorbei und der junge Afghane besucht eine Ausbildungs-Vorbereitungsklasse an einer berufsbildenden Schule, gemeinsam mit anderen Flüchtlingen. "Ich bin so froh, dass die Schule wieder angefangen hat. Die Ferien waren schrecklich langweilig", sagt er. Ein Jahr lang soll Nazim hier fit gemacht werden für ein Praktikum und vielleicht sogar einen Ausbildungsplatz - wenn er denn so lange bleiben darf. Was ein Praktikum oder eine Ausbildung überhaupt ist, davon hat er im Moment nur eine vage Vorstellung. "Ich weiß noch nicht genau, was ich da machen könnte, aber habe auch noch Zeit, zu überlegen. Im Moment würde ich am liebsten Zahnarzt werden." Nazim freut sich, dass er auch als volljähriger Flüchtling weiter zur Schule gehen kann. Außerdem ist er erleichtert, dass er in eine Wohnung mit anderen Flüchtlingen ziehen durfte. Und wohl auch künftig nicht zurück in eine Massenunterkunft muss.

Nazim sitzt am Tisch in seiner Klasse  Fotograf: Bettina Less

Nazim wird 18 und freut sich über die Schule

NDR Info - Aktuell -

Der afghanische Flüchtling Nazim ist 18 geworden. Trotzdem darf er noch zur Schule gehen und ist darüber sehr froh. Geburtstag feiert er zum ersten Mal in seinem Leben.

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01.08.2016 - Hamburg

Sommerferien - wie schade!

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Nazim hofft, dass die langweiligen Sommerferien bald vorüber sind.

Knapp zwei Wochen ist Nazim zur Schule gegangen, dann begannen die Sommerferien. "Ich kann ja verstehen, dass sich manche darüber freuen. Aber ich hatte schon so lange Ferien - ich brauche das wirklich nicht! Viel lieber hätte ich weiter gelernt", sagt der 17-Jährige. Nun geht er solange dreimal pro Woche zum Deutschkurs. Weil er nicht schwimmen kann, traut er sich nicht ins Freibad, wie andere Jugendliche in seinem Alter. Dafür bastelt er an dem Fahrrad, das ihm sein Helfer geschenkt hat, und liest eine Menge Nachrichten im Internet.

"Dass ein Attentäter bei den Anschlägen in Deutschland Afghane gewesen sein soll, beschämt mich sehr. Das wirft ein schlimmes Licht auf alle Flüchtlinge, und die Bleibe-Perspektiven für alle Afghanen wird bestimmt noch schlechter", fürchtet er. Nun hofft Nazim, dass er endlich einen Vormund bekommt, der ihm hilft, endlich den Asylantrag zu stellen. Und er freut sich auf das Ende der Sommerferien.

Nazim aus Afghanistan sitzt im Park. © NDR Info Fotograf: Bettina Less

Ein Flüchtling mit Sommerferien

NDR Info -

Der 17-jährige afghanische Flüchtling Nazim hat Sommerferien und findet das gar nicht gut. Lieber wäre er weiter zur Schule gegangen.

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08.06.2016 - Hamburg

Voller Freude

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Nazim freut sich, dass er nun etwas zur Ruhe kommen kann - und dass er endlich in die Schule gehen kann.

Nazim war lange nicht mehr so glücklich wie in den vergangenen Tagen. Nach mehr als einem halben Jahr in der Massenunterkunft ist der junge Afghane endlich umgezogen. Das wurde möglich, da er die lange erwarteten Kopien seiner Ausweispapiere vorlegen konnte und die Behörden in Hamburg nun davon ausgehen, dass er wirklich erst 17 Jahre alt ist. Sie haben ihn als minderjährigen unbegleiteten Flüchtling anerkannt.

Als Nazim sich mit NDR Info Reporterin Bettina Less trifft, strahlt er: Im Gebäude der Kinder- und Jugendhilfe, in einer ruhigen Wohngegend, hat er zwei Nächte alleine in einem eigenen Zimmer geschlafen: "Ich entscheide selbst, wann ich lerne, wann ich das Licht ausmache, wann ich schlafe. Hier kann ich richtig zur Ruhe kommen." Die nächsten Schritte: ein Umzug in eine Wohngruppe, das Stellen eines Asylantrags - und endlich in Deutschland zur Schule gehen! "Ich freue mich wirklich so sehr", sagt er.

Nazim aus Afghanistan freut sich © NDR Info Fotograf: Bettina Less

Nazim darf endlich raus aus der Massenunterkunft

NDR Info -

Nazim aus Afghanistan ist von den Hamburger Behörden endlich als minderjähriger Flüchtling anerkannt worden. Für den 17-Jährigen wendet sich vieles zum Positiven - zum Beispiel kann er umziehen.

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18.05.2016 - Hamburg

Deutsch üben im Park

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Nazim nimmt sein Deutschbuch gern mit in den Park.

Nazim sitzt auf einer Bank im Volkspark Hamburg-Altona, die Unterlagen seines Deutschkurses auf dem Schoß. "Ich habe ein paar Mal Leute nach dem Weg gefragt. Ich verstehe dann nicht immer ganz genau, was sie mir antworten, aber mit Händen und Füßen klappt es irgendwie", sagt er. Seinen Kurs hat Nazim mittlerweile abgeschlossen. Nun würde er sehr gerne gleich den nächsten machen. Dafür müsste er allerdings eine Schule finden, die noch einen Platz frei hat und ihn kostenlos aufnimmt. Denn afghanische Flüchtlinge bekommen, anders als Syrer, vor ihrer Anerkennung keinen Sprachkurs von den Behörden bezahlt.

Und es gibt ein weiteres Problem: Die meisten Schulen nehmen nur Schüler an, die einen gültigen Pass vorlegen können. Doch Nazims Reisepass ist seit Mitte März beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Wann Nazim ihn zurückbekommt, kann ihm niemand sagen. Der 17-Jährige ist trotzdem noch motiviert, Deutsch zu lernen. Um dem Lärm in seiner Unterkunft zu entgehen, will er jetzt häufiger im Park Deutsch üben. Obwohl die Dinge für Nazim nicht gerade gut gelaufen sind, wirkt er in letzter Zeit zufriedener. "Ich habe beschlossen, die Dinge positiv zu sehen und das Beste zu hoffen."

Nazim aus Afghanistan sitzt im Park. © NDR Info Fotograf: Bettina Less

Nazim: Deutsch lernen und abwarten

NDR Info -

Wie geht es weiter für Nazim? Derzeit wartet er darauf, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Reisepass prüft. Bis das soweit ist, trainiert er sein Deutsch.

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05.04.2016 - Hamburg

Nazim schließt Freundschaft

Immer weiter warten: So sah das Leben des Flüchtlings Nazim in Deutschland bislang aus. Doch jetzt gibt es einen Lichtblick: Nazim hat einen neuen Freund gefunden. Der Hamburger Florian Hemminger trifft sich regelmäßig mit dem jungen Afghanen - gemeinsam spielen sie zum Beispiel Frisbee. Zusammengebracht hat die beiden ein Beitrag von NDR Info. "Ich war auf dem Weg zur Arbeit und war in dem Moment einfach so gerührt von dem Beitrag über Nazim, dass ich kurzerhand überlegt hatte, ein Treffen zu arrangieren, um zu helfen." Es blieb nicht bei einem Treffen. Aus dem Sportlehrer und dem jungen Mann sind mittlerweile gute Freunde geworden.

Neuer Freund: Nazim ist weniger allein

 

Nazim trifft Florian Hemminger © NDR Fotograf: Bettina Less

Ein neuer Freund für Nazim

NDR Info -

Nazim und Florian Hemminger sind enge Freunde geworden: Der Sportlehrer und der junge Flüchtling unternehmen viel - zum Beispiel spielen sie Frisbee.

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23.03.2016 - Hamburg

Ein lang ersehnter Termin für den Asylantrag

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Nazim hat seinen langersehnten Termin beim Bundesamt für Migration.

Nazim hat endlich den lange erwarteten Termin, um seinen Asylantrag beim Bundesamt für Migration in Hamburg zu stellen. Zumindest steht das so auf der Vorladung, die er seit fast einem halben Jahr hütet wie einen Schatz. Seinen Pass und afghanischen Personalausweis hat Nazim vor zehn Tagen per Post aus Afghanistan bekommen. Daraus geht hervor, dass er 17 Jahre alt und damit minderjährig ist. Doch in seinen vorläufigen Dokumenten steht, dass er schon volljährig ist. "Als ich nach Deutschland eingereist bin, haben mir die Behörden nicht geglaubt, dass ich erst 17 bin - weil ich keine Dokumente bei mir hatte. Sie haben einfach aufgeschrieben, dass ich schon volljährig bin", sagt Nazim. Für ihn bedeutet das jetzt, dass er keinen gültigen Asylantrag stellen kann. Denn als Minderjähriger braucht er dafür einen Vormund.

Nun muss Nazims Geburtsdatum in den Akten korrigiert werden. Bevor das passiert, schickt das Bundesamt für Migration seinen Pass aus Hamburg nach Nürnberg - um zu überprüfen, ob er echt ist. Wenn das der Fall ist und Nazim damit als minderjähriger Flüchtling anerkannt wird, bekommt er einen Vormund, eine neue Unterkunft und dürfte zur Schule gehen. Wie lange das Bundesamt für Migration allerdings für die Prüfung benötigt, weiß niemand. Vielleicht Wochen, Monate oder ein halbes Jahr. "Es ist schwierig für mich, nicht die Hoffnung aufzugeben", sagt Nazim.

Nazim steht für dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. © NDR Fotograf: Bettina Less

Nazims Asylantrag wird verschoben

NDR Info -

Der Flüchtling Nazim hat endlich den lange erwarteten Termin, um seinen Asylantrag beim Bundesamt für Migration in Hamburg zu stellen. Aber dann kommt alles ganz anders.

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14.03.2016 - Hamburg

Ausweispapiere offenbaren neues Alter

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Beim Gespräch im Bundesamt für Migration wird Nazims Alter ein wichtiges Thema sein.

Nazims Termin beim Bundesamt für Migration rückt näher. Dort wird auch sein Alter Thema sein. Zur Vorbereitung wendet er sich an die kirchliche Beratungsstelle Fluchtpunkt. Beim Gespräch mit Rechtsanwältin Anna-Lena Büchler und einer Dolmetscherin zeigt er sein afghanisches Ausweispapier Takera und seinen Reisepass. Er hat sich die Dokumente vor wenigen Tagen schicken lassen, weil er Angst hatte, sie auf seiner Flucht zu verlieren. Daraus geht hervor, dass er 17 Jahre alt ist. Bislang hatten ihn die Behörden als 18-Jährigen geführt. Nun müsse das Bundesamt das Alter eigentlich korrigieren, sagt Rechtsanwältin Büchler, aber: "Es ist sehr schwierig, das Datum noch mal ändern zu lassen." Sie glaube aber, dass es wegen der Papiere möglich sein werde. Falls das Amt die Papiere akzeptiert, ändert sich für Nazim vieles: Dann betreut ihn ein gesetzlicher Vormund, er muss zur Schule gehen und kommt in eine Wohngemeinschaft mit anderen Jugendlichen. Ob er letzten Endes Asyl erhält, hängt davon ab, ob die Behörden das von ihm geschilderte Schicksal und die Bedrohung durch die Taliban glauben. Bei Afghanen werde derzeit besonders genau hingeschaut, sagt Anwältin Büchler. Ihre Chancen seien im vergangenen Jahr gesunken.

Nazim fährt Hochbahn in Hamburg © NDR Fotograf: Bettina Less

Nazim bereitet sich auf seinen Asylantrag vor

NDR Info -

Der afghanische Flüchtling Nazim hat bald seinen Termin beim Bundesamt für Migration. Vorher hat er sich Rat bei einer Anwältin von der Organisation "Fluchtpunkt" geholt.

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02.03.2016 - Hamburg

Nazim denkt an die Flüchtlinge an der Grenze

Seit fast fünf Monaten lebt Nazim nun schon in der Flüchtlingsunterkunft. Seinen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat er in zwei Wochen, dann stellt er seinen Asylantrag. Seit einiger Zeit denkt er wieder häufiger an seine Flucht nach Deutschland über die sogenannte Balkan-Route, die jetzt für Afghanen versperrt ist. Die Nachrichten von der griechisch-mazedonischen Grenze, mit Tausenden gestrandeten Flüchtlingen, machen ihm große Sorgen.

Nazim guckt zusammen mit anderen Flüchtlingen ein Internet-Video auf seinem Smartphone. © NDR Fotograf: Bettina Less

Nazim hofft auf eine gerechte Lösung der EU

NDR Info -

Tausende Flüchtlinge sind auf der Balkan-Route unterwegs, um in Europa eine bessere Zukunft zu finden. Der Afghane Nazim denkt bei den Bildern an seine eigene Flucht nach Deutschland.

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16.02.2016 - Hamburg

Sorgen um die Familie

Wenn Nazim Ruhe hat, denkt er oft an seine Familie in Afghanistan. Er hat nur wenige Fotos von ihr auf seinem Handy, denn sein Gepäck habe er im Mittelmeer ins Wasser schmeißen müssen, erzählt er. Seine Eltern und Brüder würden von den Taliban und Clans bedroht; eine Flucht sei für sie aber viel zu teuer. Nazim hofft, dass er seine Eltern und Brüder irgendwann wiedersehen wird. Das ist sein größter Wunsch.

Nazim © NDR Fotograf: Bettina Less

Kontakt mit der Familie in Afghanistan

NDR Info -

Der 18-jährige afghanische Flüchtling Nazim lebt zurzeit in Hamburg. Er vermisst seine Eltern, die in seiner Heimat sind. Er weiß nicht, ob er sie jemals wiedersehen wird.

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14.02.2016 - Hamburg

Hamburg kennenlernen

Nazim hat seit Anfang Februar ein sogenanntes Mobilitätsticket. Das ist eine Monatskarte, die alle Flüchtlinge in den Hamburger Erstaufnahmen verpflichtend kaufen müssen. Das Ticket erlaubt ihm, in der Hansestadt alle öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Nazim: Unterwegs mit der Bahn

Nazim fährt Hochbahn in Hamburg © NDR Fotograf: Bettina Less

"Alle sitzen still in der Bahn und lesen"

NDR Info -

Nazim ist mit der U 3 in Hamburg unterwegs. Dabei entdeckt der 18-Jährige nicht nur die Stadt kennen sondern lernt auch etwas über die Menschen, die in der Bahn sitzen.

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28.01.2016

Endlich Deutschkurs, endlich etwas Sinnvolles zu tun

Nazim ist froh. Endlich darf er an einem Deutschkurs teilnehmen. Eine Hamburger Schule ermöglicht dem jungen Afghanen den Unterricht - obwohl sie an ihm nichts verdient.

Für Nazim macht "Die Schule" eine Ausnahme

Nazim beim Deutschkurs © NDR Info Fotograf: Bettina Less

Nazim aus Afghanistan lernt endlich Deutsch

NDR Info -

Der afghanische Flüchtling Nazim kann nach vielen erfolglosen Versuchen einen Deutschkurs machen - allerdings nicht als regulärer Teilnehmer.

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19.01.2016 - Hamburg

Nachdenkliche Stimmung in der Flüchtlingsunterkunft

Audio
03:18 min

Nazim: Nachdenken über Übergriffe von Köln

21.01.2016 07:50 Uhr
NDR Info

Der Flüchtling Nazim und seine Freunde haben von den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln und Hamburg in der Silvesternacht gehört. Wie denken die Afghanen darüber? Audio (03:18 min)

Nazim und seine Freunde Quais und Masud haben von den Übergriffen in Köln und Hamburg in der Silvesternacht gehört und gelesen. "Wir sprechen ganz viel darüber, weil auch Flüchtlinge verdächtigt werden. Die Täter müssen unbedingt ganz schnell verhaftet und hart bestraft werden, weil sie das ja sonst vielleicht wieder machen", sagt Nazim. Die beiden Freunde sehen es genauso wie der Afghane. Natürlich sei hier vieles anders, sagt auch Nazim. So hatte der junge Mann beispielsweise noch nie die Haare einer erwachsenen Frau gesehen, bis er Kabul im Sommer verließ. "Frauen in Afghanistan tragen ein Kopftuch oder einen Ganzkörperschleier, viele auch eine Burka", sagt er. "Das war am Anfang ziemlich ungewohnt für mich, dass Frauen hier ganz anders aussehen. Aber ich finde es okay. In keinem Fall gibt einem die Kleidung einer Frau das Recht, sie ohne Respekt zu behandeln."

Dass Deutschland so ein freies, friedliches und geordnetes Land sei, gefalle ihm gut, sagt Nazim. Er hofft, dass es so bleibt. "Ich habe gehört, dass viele Leute jetzt gegen Flüchtlinge protestieren, weil sie denken, dass alle schlecht sind, und dass es zu viele sind. Ich habe Angst, dass deswegen vielleicht auch weniger von uns Asyl bekommen und mehr abgeschoben werden." Seinen eigenen Asylantrag kann er erst Ende März stellen, dann hat er seinen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Je länger die Wartezeit dauert, desto mehr Sorgen macht er sich um seine Zukunft.


7.01. 2016 - Hamburg

Ein Leben im Elektronikmarkt

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02:59 min

Alltag in der Halle

14.01.2016 09:20 Uhr
NDR Info

Nazim lebt seit Oktober in einer Massenunterkunft in einem früheren Elektronikmarkt. Das Leben dort ist mühsam, berichtet er. Audio (02:59 min)

Nazim weiß immer noch nicht, ob er in Hamburg bleiben darf oder Deutschland wieder verlassen muss. Immer noch wohnt er in einer Halle mit mehreren Hundert Menschen. Immer noch langweilt er sich tagsüber oft, denn einen Deutschkurs bekommt er als Afghane nicht finanziert. Es komme öfter zum Streit in der Unterkunft, erzählt er. Meist, weil es einigen zu laut sei. Und Nazim hat Angst, dass jemand seinen wertvollsten Besitz klaut: sein Handy. "Wenn ich den Akku aufladen muss, warte ich neben der Steckdose. Auch nachts habe ich es immer am Körper. Irgendjemand klaut hier Handys; das passiert ganz oft. Wir wissen aber nicht, wer es ist."


23.12.2015 - Hamburg

Auf dem Fußballplatz die Sorgen vergessen

Endlich wieder Fußball spielen - Nazim trainiert jetzt dreimal die Woche mit anderen Flüchtlingen auf dem Fußballplatz des SV West-Eimsbüttel.

"Fußball ist mein halbes Leben"

Nazim

Flüchtling Nazim aus Afghanistan: Fußball ist sein Leben

NDR Info -

Nazim ist vor den Taliban aus Afghanistan geflohen. Um möglichst wenig Zeit in der Hamburger Massenunterkunft zu verbringen, geht er auf den Sportplatz.

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05.11.2015 - Hamburg

Aktiv gegen die Langeweile

In der Unterkunft gibt es wenig zu tun außer: Warten, warten, warten. Nazims Asylantrag soll vermutlich im März bearbeitet werden. Um etwas gegen die Langeweile zu tun, werden einige Flüchtlinge aktiv: Sie fragen beim SV West-Eimsbüttel, ob sie den Fußballplatz des Vereins nutzen dürfen. Der Vereinsvorstand hat nichts dagegen.


Oktober 2015 - Hamburg

Endlich in Hamburg

Nazim kommt nach zweimonatiger Flucht über den Iran, Mazedonien, Österreich und München in Hamburg an - und ist darüber sehr froh. Nach der Registrierung lebt er mit etwa 450 weiteren Flüchtlingen in einem früheren Elektronikmarkt neben der Autobahnauffahrt Hamburg-Stellingen. "Ich finde es okay hier", sagt er. Doch er nutzt jede Gelegenheit, um aus der Halle herauszukommen.

Nazim © NDR Fotograf: Bettina Less

Nazim hofft auf eine Zukunft in Deutschland

NDR Info -

Der junge Afghane Nazim ist vor den Taliban geflohen. In Hamburg lebt er zurzeit in einer Notunterkunft, die in einem früheren Elektronikmarkt eingerichtet wurde.

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Sommer 2015 - Kabul

In Kabul ein Leben in Angst

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Ein Bild aus besseren Tagen: Bevor die Taliban Nazim und seine Familie bedrohten, spielte er gern Fußball.

Nazim lebt mit seinen Eltern in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Sein liebstes Hobby ist Fußballspielen. Er hat großes Talent, ist Mannschaftskapitän und Mittelstürmer. Doch dann beginnen die Taliban, die Familie zu bedrohen. Der Grund: Nazims Bruder, ein Polizeioffizier, hat einen Drogenhändler der Taliban ins Gefängnis gebracht. Es gibt Morddrohungen gegen die Familie. Die Taliban lauern dem jungen Mann beim Fußballspielen auf. Wegen der immer heftigeren Drohungen wollen Nazims Eltern nicht mehr, dass er die Wohnung verlässt. Wenig später trifft die Familie die Entscheidung: Wenigstens einer von ihnen soll in Sicherheit sein. Die Wahl fällt auf Nazim, den jüngsten von insgesamt sieben Geschwistern. Der Vater verkauft die Wohnung, um einen Schlepper zu bezahlen.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Blogs wurde Nazim als 18-Jähriger bezeichnet. Dies lag daran, dass er bei seiner Einreise nach Deutschland keine Papiere dabei hatte und zunächst von den Behörden als volljährig eingestuft wurde. Erst im Juni 2016 konnte er sein tatsächliches Alter von 17 Jahren nachweisen und ist seitdem als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling anerkannt. Die Redaktion hat die Blogeinträge entsprechend angepasst.

Porträt

Nazim: Flucht aus Angst vor den Taliban

Nazim ist allein aus Afghanistan nach Hamburg geflohen. In seiner Heimat hätten ihm die Taliban gedroht, erzählt der junge Mann. Deswegen sorgt er sich um seine Familie - und seine Zukunft. mehr

Wie wir mit Flüchtlingen zusammenleben

NDR Reporter begleiten mehrere Monate lang Flüchtlinge und Norddeutsche, die mit ihnen zu tun haben. Welche Hoffnungen und Ängste haben sie? Und wie entwickelt sich das Zusammenleben? mehr