Stand: 23.08.2017 11:30 Uhr

Windenergie - der Norden als Vorreiter

In Niedersachsen stehen die meisten Windkraftanlagen Deutschlands.

Im Mix der erneuerbaren Energien spielt Windenergie die bedeutendste Rolle. Die Kraft des Windes, die umweltschonende Alternative zu Erdöl und Steinkohle, gewinnt immer mehr an Bedeutung und sorgt dafür, dass jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids eingespart werden können. Vor allem im Norden Deutschlands rentieren sich die Windkraftanlagen - sowohl an Land ("Onshore") als auch auf See ("Offshore").

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Onshore: Niedersachsen Spitzenreiter

In keinem anderen Bundesland kann an Land ("Onshore") so viel Windenergie produziert werden wie in Niedersachsen. Dort stehen 6.015 Windräder mit einer kumulierten Leistung von 9.855 Megawatt. In Schleswig-Holstein sind es 3.628 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 6.630 Megawatt. Im norddeutschen Ranking folgt dahinter Mecklenburg-Vorpommern mit 1.873 Windrädern. In Hamburg stehen 53, in Bremen 85 Windräder (Stand: 30.06.2017, Quelle: Bundesverband WindEnergie) Insgesamt war Ende Juni 2017 bundesweit eine Windkraft-Leistung von 48.024 Megawatt installiert. Zum Vergleich: Ein mittleres Atomkraftwerk wie das Kernkraftwerk Emsland hat eine Nennleistung von etwa 1.400 Megawatt.

Offshore: Zentrale Rolle bei Energiewende

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bis zum Jahr 2050 auf mindestens 80 Prozent zu steigern. 2015 lag er bei knapp 30 Prozent. Neben neuen Windkraftanlagen an Land und dem sogenannten Repowering - dem Ersatz älterer Windräder durch neue, leistungsfähigere Anlagen - spielt dabei der Ausbau der Offshore-Windenergie auf Nord- und Ostsee eine zentrale Rolle.

Offshore-Windparks bezeichnen Anlagen, die nicht auf dem Festland stehen, sondern vor der Küste (englisch: offshore, vor der Küste gelegen). Auf dem Meer weht der Wind häufiger und stärker als an Land. Die Energieerträge sind daher auf See höher. Mittlerweile sind 1.055 Anlagen in 16 Windparks am Netz - 953 in der Nordsee und 102 in der Ostsee (Stand: 30.06.2017, Quelle: Bundesverband WindEnergie).

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Über die Zulassung der Offshore-Windparks in weiten Teilen der deutschen Nord- und Ostsee entscheidet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Die Behörde prüft unter anderem, ob die sogenannten Schutzgüter der Meeresumwelt (Vögel, Fische, Meeressäuger, Boden und Wasser) durch die Projekte gefährdet werden.

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Diskutiert wird, welche Folgen der Betrieb von Windkraftanlagen auf die Tierwelt hat. So fordert zum Beispiel der Umweltschutzverband NABU, Naturschutzbelange beim Ausbau der erneuerbaren Energien stärker zu berücksichtigen. Gravierende Versäumnisse gebe es bei der Standortwahl und Realisierung einzelner Projekte, zum Beispiel beim Offshore-Windpark Butendiek westlich von Sylt. Dort seien Naturschutzvorgaben den Angaben zufolge missachtet worden: Der Windpark hätte daher nie genehmigt werden dürfen.

Nach Ansicht der Naturschützer sind dort Schweinswale und streng geschützte Meeresvögel gefährdet oder vertrieben worden. "Unsere Natur darf nicht zu den Leidtragenden der Energiewende werden", heißt es beim NABU. Der Verband setzt sich außerdem dafür ein, dass zum Schutz von Vögeln Windkraftanlagen nicht an Seen, Feuchtgebieten und Wäldern errichtet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.08.2017 | 08:00 Uhr

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