Stand: 25.01.2013 13:49 Uhr  | Archiv

Viel Theater um Demokratie

von Ralph Baudach

Nadeshda Gerdts Mutter ist Ukrainerin, ihr Vater hat deutsche Wurzeln. Die ersten 14 Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Kasachstan. Dann kam Gerdts nach Deutschland. Dort wohnte sie zuerst in Neumünster, einem Ort, der für seine rechte Szene bekannt ist. Das prägte ihr Empfinden, dass rechtsextreme Einstellungen "dem Leben nicht dienen". Als Theaterpädagogin arbeitet Gerdt heute mit Schülergruppen in Schleswig-Holstein. Sie will sie dafür sensibilisieren, wie wichtig Errungenschaften wie freie Meinungsäußerung und Wahlen sind. Am Ende soll die Erkenntnis stehen, dass Demokratie Spaß machen kann. Und dass sie nicht selbstverständlich ist.

Nadeshda Gerdt © NDR

Demokratie kann auch Spaß machen

Nadeshda Gerdt kommt aus Kasachstan und weiß, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Es sei eine Lebensart, sagt sie. Und die erarbeitet sie mit Jugendlichen.

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Demokratie ist nicht bloß Politik

Gerdt will den Kindern beibringen, dass Demokratie eine Lebensart ist und nicht bloß Politik. Ihr Mittel zum Erfolg ist dabei das Schauspiel, das Imitieren von alltäglichen Szenen. Die Schüler sollen die Demokratie in ihrem Alltag finden.

Einmal, erzählt Gerdt, sei sie in eine siebte Klasse gekommen, um dort wie mit so vielen Klassen zuvor ihr zweitägiges Demokratieseminar durchzuführen. Doch der reguläre Ablauf wurde gestört. "Alle Türken sind kriminell!" und "Alle Ausländer mögen Gewalt!" scholl es ihr aus den Reihen der Schüler entgegen. Sie habe gemerkt, dass es zwischen den Gruppen unterschiedlicher Herkunft in der Klasse ungelöste Feindschaften gab. Gerdt brach ihr geplantes Seminar damals ab. Stattdessen wurde im Klassenraum zwei Tage lang einfach nur geredet.