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Die Fehlermeldung im Atommüll-Zwischenlager Gorleben ist durch ein defektes Messgerät am Überwachungssystem eines Castor-Behälters ausgelöst worden. Das sagte ein Sprecher des Betreibers, der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), am Montag. Nachdem am Sonnabend zunächst ein Anschlusskabel ausgetauscht worden war, der Fehler aber wieder auftauchte, könne die Ursache nun auf ein Druckmessgerät eingegrenzt werden. Der Überdruck, der zwischen den Behälterdeckeln zur Prüfung der Dichtheit herrscht, sei nicht abgesunken. Die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität habe nicht bestanden, so der Sprecher. "Wir wissen, dass der Behälter immer noch dicht ist." Der 2005 eingelagerte Castor-Behälter mit Atommüll aus französischer Wiederaufarbeitung soll trotzdem noch einige Tage im Wartungsraum des Zwischenlagers bleiben. Experten wollten das fehlerhafte Druckmessgerät untersuchen, um Folgefehler zu vermeiden.
Atomkraftgegner sehen in dem Zwischenfall einen weiteren Hinweis auf die Störanfälligkeit von Atomanlagen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte davor, den Vorfall und seine möglichen Folgen herunterzuspielen. Auch wenn keine zusätzliche Radioaktivität freigesetzt wurde, seien beim Hantieren, bei der Reparatur und Prüfung des Behälters zumindest die Mitarbeiter einer erhöhten Strahlung ausgesetzt worden, sagte der Sprecher der Initiative, Wolfgang Ehmke. Der Sprecher der Initiative "Ausgestrahlt", Jochen Stay, sagte, die Technik in der Gorlebener Castor-Halle sei im Vergleich zu Atomkraftwerken "wenig komplex". Wenn es nicht einmal dort gelänge, Ursachen von Störfällen kurzfristig zu ermitteln und zu beseitigen, "bekommen wir eine Ahnung davon, wie es in den Atomkraftwerken zugeht".
Die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen forderten die Landesregierung auf, den Umweltausschuss über den Defekt zu unterrichten. Die Grünen äußerten "Zweifel an der Tauglichkeit des Sicherheits- und Kontrollsystems" der Anlage. Auch die Linksfraktion vermutet einen systembedingen Fehler. Dem niedersächsischen Umweltministerium zufolge sei das Ereignis nach derzeitigem Erkenntnisstand auf der internationalen siebenstufigen Skala in die Stufe "Null" einzuordnen. Zu keinem Zeitpunkt habe die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität bestanden.
Die GNS und das niedersächsische Umweltministerium hatten am Sonntag über den Vorfall informiert. Demnach war durch einen elektrischen Defekt im Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Behälterüberwachungssystem des Lagers am Sonnabend eine Fehlermeldung ausgelöst worden. Obwohl die Teile ausgetauscht wurden, trat die Fehlermeldung am Sonntagmorgen erneut auf. In Gorleben lagern insgesamt fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen und 86 Behälter mit Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen.
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