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Castor-Zwischenfall in Gorleben

Castorbehälter im Zwischenlager in Gorleben. © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
große Bildversion anzeigen Im Zwischenlager stehen 86 Behälter mit Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen. (Archivfoto)

Zwischenfall im Atommüll-Zwischenlager Gorleben: Am Überwachungssystem eines Behälters ist am Wochenende ein Defekt aufgetreten. Der Castor, der 28 hoch radioaktive Glaskokillen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague enthält, sei in den Wartungsraum gebracht worden, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Sonntag. Zu keinem Zeitpunkt habe die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität bestanden.

Störung trat nach Reparatur erneut auf

Die Fehlermeldung sei durch einen elektrischen Defekt im Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Behälter-Überwachungssystem des Zwischenlagers ausgelöst worden. Die defekten Bauteile wurden demnach im Beisein der Aufsichtsbehörde ausgetauscht. "Zunächst schien die Betriebsstörung behoben, sie trat am heutigen Sonntagmorgen jedoch erneut auf", sagte die Sprecherin weiter. Die Untersuchung des Zwischenfalls geht weiter.

Atomkraftgegner warnen vor Verharmlosung

Atomkraftgegner sehen in dem Zwischenfall einen weiteren Hinweis auf die Störanfälligkeit von Atomanlagen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte davor, den Zwischenfall und seine möglichen Folgen herunterzuspielen. Auch wenn keine zusätzliche Radioaktivität freigesetzt wurde, seien beim Hantieren, bei der Reparatur und Prüfung des Behälters zumindest die Mitarbeiter einer erhöhten Strahlung ausgesetzt worden, sagte der Sprecher der Initiative, Wolfgang Ehmke. Der Sprecher der Initiative "Ausgestrahlt", Jochen Stay, sagte, die Technik in der Gorlebener Castor-Halle sei im Vergleich zu Atomkraftwerken "wenig komplex". Wenn es nicht einmal dort gelänge, Ursachen von Störfällen kurzfristig zu ermitteln und zu beseitigen, "bekommen wir eine Ahnung davon, wie es in den Atomkraftwerken zugeht".

Kategorie "Eilt"

Der Betreiber der Anlage, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), habe die Atomaufsicht am Sonnabend über ein Ereignis der Kategorie "Eilt" informiert. Auf der vierteiligen Skala für meldepflichtige Ereignisse in kerntechnischen Anlagen in Deutschland rangierte die Panne in der zweithöchsten Kategorie. Sie musste damit vom Betreiber innerhalb von 24 Stunden der Atomaufsicht mitgeteilt werden. Nach der internationalen INES-Skala ist der Defekt als "Null" der untersten von acht möglichen Stufen zuzuordnen: "Keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung".

Im Zwischenlager lagern insgesamt fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen und 86 Behälter mit Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen.

Stand: 02.11.2009 12:07
Schild warnt vor radioaktiver Strahlung © picture-alliance/dpa
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