Stand: 21.11.2014 16:19 Uhr

Restlaufzeiten norddeutscher Atomkraftwerke

Atomkraftwerke im Norden: Der letzte Meiler soll 2022 vom Netz gehen.

Das Aus für die Atomkraft in Deutschland ist seit 2011 besiegelt. Eine breite Mehrheit von Koalition und Opposition stimmte damals im Bundestag dafür, Ende 2022 den letzten Reaktor vom Netz zu nehmen. In namentlicher Abstimmung votierten 513 Abgeordnete und damit 85,5 Prozent für den Ausstieg aus der Kernkraft. Der Großteil der Atomkraftwerke soll demnach schon bis spätestens 2021 abgeschaltet werden. Die sieben ältesten deutschen AKW, darunter drei in Norddeutschland, wurden schon nach der Atomkatastrophe in Japan 2011 vom Netz genommen. Drei AKW im Norden dürfen noch einige Jahre weiter Strom produzieren. Die Restlaufzeiten der norddeutschen Atomkraftwerke im Überblick:

Emsland: Stilllegung für 2022 geplant

Seit 1988 ist das Kernkraftwerk bei Lingen im Emsland in Betrieb. Das Atomkraftwerk soll bis 2022 laufen und ist damit eines von dreien, die bundesweit am längsten laufen, weil es zu den neuesten Anlagen gehört. Mit einer Stromproduktion von 11,76 Milliarden Kilowattstunden zählte das Kernkraftwerk in Lingen in mehreren Jahren zu den produktivsten der Welt.

Brokdorf: Aus im Jahr 2021

Das Kraftwerk Brokdorf an der Elbe in Schleswig-Holstein wurde im Jahr 1986 in Betrieb genommen. Es war damals weltweit das erste Atomkraftwerk, das nach dem schweren Reaktorunglück in Tschernobyl in der Ukraine neu ans Netz ging. Schon während der Bauphase Anfang der 80er-Jahre hatte es heftige Proteste gegen den Meiler in Brokdorf gegeben - die Aktionen waren Ausdruck der gerade entstandenen Anti-AKW-Bewegung in Deutschland. Das AKW Brokdorf soll noch bis 2021 Strom liefern.

Grohnde: Abschaltung im Jahr 2021

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Das Atomkraftwerk Grohnde ist eines von drei norddeutschen Atomkraftwerken, die noch einige Jahre am Netz bleiben.

Das Kraftwerk an der Weser in Emmerthal bei Hameln ging im Jahr 1984 in Betrieb. Die endgültige Abschaltung des Kernkraftwerks Grohnde ist für 2021 vorgesehen. Mit einer Stromproduktion von 11,64 Milliarden Kilowattstunden gehörte es mehrfach zu den produktivsten Kernkraftwerken der Welt.

Brunsbüttel: Meiler bleibt abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel steht an der Elbmündung in Schleswig-Holstein. Brunsbüttel ging 1976 in Betrieb und ist damit eines der ältesten prinzipiell noch betriebsfähigen Kernkraftwerke in Deutschland. Der Meiler steht nach einigen Pannen bereits seit dem Sommer 2007 still und darf nach dem Beschluss für den Atomausstieg nicht wieder an Netz gehen. Betreiber Vattenfall will es abreißen.

Krümmel: Meiler seit Pannenserie vom Netz

Das Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht in Schleswig-Holstein wurde 1983 in Betrieb genommen. Eine Kette von Störfällen im Sommer 2007 führte dazu, dass der Betrieb bis heute ruht. Der Meiler soll abgeschaltet bleiben. Während der Revision 2005/2006 wurden in dem AKW modernere Turbinen eingebaut. Damit war das Kraftwerk mit mehr als 1.400 Megawatt Leistung der größte Siedewasserreaktor Deutschlands. Krümmel war jahrelang in den Schlagzeilen, weil es in der Umgebung zu einer Häufung von Leukämie-Fällen gekommen sein soll.

Unterweser: Reaktor geht nicht mehr ans Netz

Das Kraftwerk im niedersächsischen Rodenkirchen bei Nordenham wurde 1978 in Betrieb genommen. Der Meiler an der Unterweser ging auf Grundlage des von der Bundesregierung verkündeten Atom-Moratoriums im März 2011 vom Netz und soll aufgrund des Beschlusses für die Energiewende nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Stade: Seit 2003 außer Betrieb

Das Atomkraftwerk in Stade an der Elbe ging am 14. November 2003 außer Betrieb und wurde am 7. September 2005 stillgelegt. Es befindet sich momentan in der sogenannten Rückbauphase. Diese sollte ursprünglich 2015 abgeschlossen sein, wegen erhöhter Strahlenwerte am Sockel des Reaktors verzögert sich der Abriss jedoch. Das Atomkraftwerk in Stade war 1972 in Betrieb gegangen.

Lubmin: Rückbau weitgehend abgeschlossen

23 Jahre nach Abschaltung des Atomkraftwerks in Lubmin ist 2013 das letzte radioaktiv belastete Großteil ausgebaut worden. Die Reaktorblöcke des Kraftwerkes in Mecklenburg-Vorpommern waren nach der Wiedervereinigung einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden. Wegen zahlreicher Mängel, deren Behebung zu teuer gewesen wären, wurde das AKW Lubmin damals abgeschaltet.

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 15.12.2016 | 08:38 Uhr

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