Stand: 05.09.2017 10:04 Uhr

Neugebauer: Im "Fünfkampf" hat niemand überzeugt

Beobachter sind sich einig: Der Fernseh-"Fünfkampf" zwischen den Spitzenkandidaten der kleineren Parteien war spannender und dynamischer als das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD) am Sonntagabend. Richtig überzeugt habe aber keiner der Teilnehmer, sagte der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer im NDR Info Interview.

Der "Fünfkampf" mit den Spitzenkandidaten von Grünen, Linken, CSU, FDP und AfD war laut Neugebauer unterhaltsam, aber weniger informativ. Zuschauer, die sich sonst nicht so viel um Politik kümmern, hätten einiges erfahren und sich ein Bild von den Kandidaten machen können. Der Politikwissenschaftler bezweifelt aber stark, dass das, was gesagt wurde, ausreicht, um eine Wahlentscheidung treffen zu können.

"Wo ist denn eigentlich der Punkt bei den Grünen?"

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TV-"Fünfkampf": Viel Kampf, wenig Konsens

Der TV-"Fünfkampf" der kleineren Parteien FDP, Linke, Grüne, CSU und AfD lief deutlich kontroverser als das Duell der Kanzlerkandidaten am Vortag. Mehr bei tagesschau.de. extern

Die fünf Spitzenkandidaten hat Neugebauer bei ihrem Auftritt im Fünfkampf unterschiedlich stark gesehen. "Joachim Hermann (CSU) weiß ja, dass er in die Koalition kommt. Für den ist das ja kein Problem, die anderen mussten strampeln." Am überzeugendsten fand Neugebauer den Auftritt von Christian Lindner (FDP). Ihm würde der Politikwissenschaftler zutrauen, seine Partei "Christian Lindner" zu nennen, wenn er Österreicher wäre. Denn Lindner habe eigentlich für alles gestanden und sich als den "Omnipotenten" dargestellt, so der Politologe.

Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sei dort, wo sie klar war, klar links gewesen, sagte Neugebauer weiter. "Cem Özdemir (Grüne) hat zu viel gesprochen, um dann wirklich zu sagen: Ja, wo ist denn eigentlich der Punkt bei den Grünen? Elektroauto oder eben doch keine Kohlekraftwerke?" Alice Weidel (AfD) habe sich geweigert zuzugeben, dass die AfD Brückenköpfe im Rechtsextremismus hat. Es sei fraglich, ob der Wahlkampf durch die Diskussion angeregt werden konnte.

Dynamik beim Thema Renteneintrittsalter?

Laut Neugebauer könnte das Thema Renteneintrittsalter in den letzten Wochen vor der Bundestagswahl noch an Dynamik gewinnen. Auch wenn es nach dem TV-Duell zwischen Merkel und Schulz am Sonntag so ausgesehen habe, als wenn das Thema gesettelt sei.

Die Diskussion der Politiker der kleineren Parteien habe aber deutlich gemacht, dass es verschiedene Auffassungen gibt, von der Flexi-Rente bis hin zur Frage, wie stark private Altersvorsorge betrieben werden müsse. In diesem Punkt könne es laut Neugebauer noch Bewegung geben. Das würde auch den Erwartungen vieler Älterer entsprechen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 05.09.2017 | 07:50 Uhr

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