Stand: 26.08.2017 15:32 Uhr

Linke: Für Mindestrente und Millionärssteuer

Die Linke hat an der Ostsee ihre vierwöchige Truck-Tour gestartet und damit die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes eingeläutet. An der Seebrücke des Ostseebades Graal-Müritz (Landkreis Rostock) wandte sich Spitzenkandidat Dietmar Bartsch auf dem Friedensfest an Urlauber und Einheimische und warb um Stimmen. Der Linken-Fraktionschef im Bundestag sprach vor allem linke Kernthemen an - darunter den Kampf gegen Kinderarmut sowie Investitionen in Bildung und Gesundheit. Bartsch forderte eine Mindestrente und die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro.

Bartsch kritisiert "perversen Reichtum" in Deutschland

Zudem kritisierte Bartsch die ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland und der Welt. "Es gibt in unserem Land einen Reichtum, den man wirklich nur pervers bezeichnen kann." Deshalb sei der den Linken häufig gemachte Vorwurf falsch, dass ihre sozialpolitischen Pläne nicht bezahlbar seien. Bartsch sprach sich für eine "Millionärssteuer" aus. Vermögen ab einer Million Euro sollten mit fünf Prozent besteuert werden.

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Stationen in Rostock, Schwerin und an der Küste

Bis zum Tag vor der Bundestagswahl soll der Wahlkampftruck der Linken insgesamt 45 Stationen anfahren. Unterstützung erhält Bartsch von Bundesparteichef Bernd Riexinger, der Co-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht und der Landesparteivorsitzenden Heidrun Bluhm. Das Wahlkampfteam steuert in den kommenden Tagen noch Ueckermünde (Vorpommern-Greifswald), Schwerin und Rostock an, ehe es über Kühlungsborn und Dierhagen in Richtung Lübeck geht. Der Wahlkampfetat der Partei beträgt 6,5 Millionen Euro.

Laut Umfragen droht erheblicher Stimmenverlust im Nordosten

Die Linke will bei der Bundestagswahl am 24. September nach eigenen Angaben zehn Prozent plus X erreichen und drittstärkste Kraft im Bundestag bleiben. Der gebürtige Stralsunder Bartsch will in Rostock das Direktmandat erringen. Bei der Bundestagswahl 2013 war die Linke in Mecklenburg-Vorpommern mit 21,5 Prozent hinter Wahlsieger CDU zweitstärkste Kraft geworden. Jüngsten Umfragen zufolge droht der Partei im Nordosten ein Absturz auf 13 Prozent der Wählerstimmen. Wie schon bei der Landtagswahl im September 2016 wäre die Nordost-Linke dann möglicherweise nur noch vierte Kraft im Land und müsste mindestens eines ihrer bislang drei Bundestagsmandate abgeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.08.2017 | 19:30 Uhr

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