Stand: 27.02.2017 20:05 Uhr

"Zahlreiche Interessenten" für HSH Nordbank

Bis Montag hatten potenzielle Käufer Zeit, Interesse an der HSH Nordbank anzumelden. Wäre die Resonanz ausgeblieben, hätten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein jetzt beginnen müssen, die Bank abzuwickeln. Das müssen sie aber - zumindest vorerst - nicht. Es hätten sich "zahlreiche Interessenten" gemeldet, sagte Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Eine genaue Zahl nannten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein nicht - und auch keine Namen.

"Versuch zu verkaufen, war richtig"

"Es wurde ja gemunkelt, dass keiner Interesse an der Bank hat", sagte Heinold. Jetzt gebe es zahlreiche Angebote. "Das stimmt mich sehr zufrieden und das zeigt mir, dass es richtig war, zumindest den Versuch zu starten, die Bank zu verkaufen", sagte sie. Auch ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde erklärt, man sei mit der Resonanz sehr zufrieden. Verbindlich sind die ersten Interessen-Bekundungen allerdings nicht.

Heinold zeigte sich für den weiteren Prozess optimistisch. "Wir können zwar nicht garantieren, dass der Verkauf gelingt, aber wir tun alles, um den Verkauf zu ermöglichen." Das Ziel sei weiterhin, das Landesvermögen zu schonen.

Das Warten geht weiter

Im nächsten Schritt bekommen die Interessenten weitere Informationen zur Bank und können bis Ende März erste Gebote abgeben und Zahlen nennen. Erst dann steht fest, wie ernsthaft und tragfähig die Absichten der potenziellen Käufer tatsächlich sind. Die EU-Kommission hatte den Ländern eine Frist bis Februar 2018 gesetzt, um einen Käufer für die HSH Nordbank zu finden - gelingt das nicht, wäre das das Aus für die Bank.

Was bedeutet "zahlreich"?

Der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki bleibt skeptisch. "Dass Leute sich melden und sagen 'ich habe Interesse an der Bank', halte ich für eine Selbstverständlichkeit", sagte er. Er würde gern genauer wissen, was "zahlreich" konkret bedeutet und ob auch nennenswerte Interessenten dabei sind. Er werde auch nach dem 31. März skeptisch bleiben, wenn die Frist für sogenannte indikative Angebote ausläuft, sagte Kubicki.

HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch und der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Mirow hatten zuletzt signalisiert, es werde Interessenten aus Asien und speziell aus China geben. Die dortigen Banken benötigten ein Standbein in Europa, ließ sich Ermisch zitieren. Auch Mirow sprach davon, es könnte für chinesische Banken interessant sein, Zugang zum deutschen Mittelstand zu erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2017 | 13:00 Uhr

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