Stand: 14.09.2017 14:08 Uhr

Weniger tödliche Badeunfälle im Norden

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Die DLRG hatte in diesem Sommer insgesamt weniger Badetote zu beklagen als im Sommer 2016.

In Norddeutschland sind in diesem Jahr bis Ende August insgesamt weniger Menschen beim Baden ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, nämlich 25. Auch bundesweit sind die tödlichen Badeunfälle deutlich zurückgegangen: um 30 Prozent. Das gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag im niedersächsischen Bad Nenndorf bekannt. Hauptgrund für die gesunkenen Zahlen sei vor allem wohl das schlechte Wetter gewesen.

25 Badetote weniger in Norddeutschland als 2016

In Hamburg und Bremen sind in den ersten acht Monaten dieses Jahres deutlich weniger Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum. In Niedersachsen blieb die Anzahl der Badetoten unverändert. Die Bilanz für Mecklenburg-Vorpommern fällt traurig aus: Dort ertranken zwei Badende mehr als 2016. Der DLRG-Sprecher für Mecklenburg-Vorpommern, Thorsten Erdmann, warnte vor der Naturgewalt Meer: "Die Ostsee ist nicht zu unterschätzen." Es gebe Strömungen und Unterströmungen, die auch geübten Schwimmern gefährlich werden könnten. Bei ablandigem Wind könne es "ruckzuck" passieren, dass man aufs Wasser hinausgetrieben wird.

Zahl der Badetoten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Bundesland2017*2016*
Hamburg416
Bremen28
Schleswig-Holstein1120
Niedersachsen3838
Mecklenburg-Vorpommern2119
Deutschland297425

(*: jeweils von Januar bis August)

DLRG mahnt: Kein Grund zur Entwarnung

Die rückläufige Entwicklung der Opferzahlen sei auf den ersten Blick sehr erfreulich, sagte der DLRG-Vizepräsident Achim Haag. Doch es gebe keinen Grund zur Entwarnung: "Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass die geringere Todesrate auf den praktisch nicht stattgefundenen Sommer zurückzuführen ist," erläuterte er die Zahlen. Im warmen Juni 2017 habe es mehr Todesfälle im Vergleich zu 2016 gegeben, bilanzierte Haag und warnte: "Es gibt keinen Grund, in dem Bemühen um mehr Sicherheit im und am Wasser nachzulassen."

Besonders riskant: Baden in Binnengewässern

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Binnengewässer sind oft nicht bewacht. Deshalb ist das Schwimmen dort besonders riskant.

Unfallschwerpunkte seien weiterhin die Binnengewässer. Von den bundesweit 297 Todesopfern starben 240 Menschen in Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen. "Das Bad in Binnengewässern ist deshalb so risikoreich, weil diese selten bewacht sind. Ein Ertrinkender hat wenig Aussicht auf Rettung", erklärte Haag. Deshalb fordert die DLRG eine Bewachung auch der Badestellen im Binnenland durch Rettungsschwimmer.

Viele Schwimmer überschätzen sich

Eine Entwicklung betrachtet die DLRG mit besonderer Sorge: "Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung haben bedenklich zugenommen", sagte Haag. Die Lebensretter mussten deshalb vermehrt zur Rettung einschreiten. Nach wie vor seien Männer die am stärksten gefährdete Gruppe. Sie machen bundesweit gut 81 Prozent der Todesopfer aus.

DLRG bietet Schwimmkurse an

Ebenfalls besorgniserregend: Immer weniger Grundschüler in Deutschland können schwimmen. Deshalb hat die DLRG in diesem Jahr verstärkt Ferien-Schwimmkurse an der Ostsee angeboten, sagte DLRG-Sprecher Erdmann.

Vier Kinder, die im See schwimmen gehen.

Baderegeln: Was schützt vor dem Ertrinken?

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Immer wieder kommt es in Flüssen und Seen zu Badeunfällen. Viele Schwimmer überschätzen ihre Kräfte im Wasser. Mit diesen Tipps vermeiden Sie den Tod durch Ertrinken.

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NDR Info | Aktuell | 14.09.2017 | 13:00 Uhr

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