Stand: 17.03.2016 12:20 Uhr

Traurige Bilanz: DLRG meldet ein Viertel mehr Badetote

Bild vergrößern
Die DLRG hat ihre Bilanz zu den Todesfällen durch Ertrinken veröffentlicht. (Themenbild)

Mindestens 488 Menschen sind im vergangenen Jahr bundesweit in deutschen Gewässern ertrunken - etwa ein Viertel mehr als noch 2014. Das hat am Donnerstag die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Hannover bekanntgegeben. Dies sei der höchste Stand seit Jahren, so DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje. Zurückzuführen sei der negative Trend auf den vergleichsweise schönen Sommer 2015. Die meisten Todesopfer habe es mit 112 Menschen wieder im Bundesland Bayern gegeben, in ganz Norddeutschland waren es 114, die meisten davon in Niedersachsen. Im Norden Deutschlands ist die Zahl der Badetoten im Vergleich zum Vorjahr insgesamt in etwa auf dem gleichen Niveau geblieben.

Norddeutsche Todesfälle durch Ertrinken 2015 und im Vorjahr
Bundesland20152014
Niedersachsen5047
Meckling-Vorpommern2728
Schleswig-Holstein1726
Hamburg126
Bremen84

Risiko Binnengewässer

Laut DLRG-Statistik ertranken bundesweit allein 254 Menschen in den Sommermonaten Juni bis August. Während an der Küste der Nordsee lediglich drei und an der Ostsee-Küste elf Menschen ertranken, sind die unbewachten Binnengewässer in Deutschland nach wie vor am gefährlichsten für Badegäste. "In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken 387 Menschen, das sind fast 80 Prozent aller Opfer", erklärte Hatje in Hannover. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren seien oft Ursache für tödliche Unfälle im Wasser. Die geringe Zahl von Todesfällen an den Küsten führt er auf das DLRG-Konzept eines zentralen Wasserrettungsdienstes mit Rettungsschwimmern an fast allen Badeorten zurück.

Flüchtlinge und ältere Menschen besonders betroffen

Eine besondere Risikogruppe stellen inzwischen die Flüchtlinge dar. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 27 Asylsuchende ertrunken. Die DLRG hat laut Hatje bereits reagiert: "Wir haben kurzfristig die Baderegeln in über 25 Sprachen übersetzt, um den Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen." Auch ältere Menschen seien besonders betroffen. In der Altersklasse von 71 bis 80 Jahren ertranken 88 Personen.

Drama in Hunte: Retter müssen gerettet werden

Ein herumtreibendes Boot auf der Hunte hat am Freitagabend die Wasserretter in Wardenburg (Landkreis Oldenburg) auf den Plan gerufen. Bei der dramatischen Aktion gerieten sie selbst in Gefahr. (14.02.2016) mehr