Stand: 28.12.2016 07:06 Uhr

Sturm im Norden richtet viele Schäden an

Der Sturm über Norddeutschland hat viele Schäden angerichtet. Vor allem in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gab es Hunderte Feuerwehreinsätze. Viele Bäume oder Gerüstteile stürzten um. In Westensee bei Kiel wurde eine 34-Jährige in ihrem Auto von einem Baum erschlagen. Ihr 24 Jahre alter Beifahrer wurde lebensgefährlich verletzt. In der Nähe von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern kam es auf der Autobahn 14 zu einer Massenkarambolage bei einem Hagelschauer. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Insgesamt fünf Autos waren in den Unfall verwickelt, vier mussten abgeschleppt werden.

Stürmischer Fest-Ausklang im Norden

Glätte und umgestürzte Bäume

Auch auf der Autobahn 7 bildete sich am Montag durch Hagelschauer kurzzeitig Glätte. Die Polizei in Schleswig-Holstein meldete bereits am Montagmittag erste Einsätze wegen umgestürzter Bäume und vom Wind beschädigter Gerüste, Buden und Bauzäune. Bis Dienstag früh zählten Polizei und Feuerwehr 340 Sturmeinsätze. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde es rutschig. Auf der A 20 wurden vier Fahrzeuge durch die auftretende Glätte in Unfälle verwickelt. Nach Angaben der Polizei war nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache. Zudem blockierten vielerorts umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste die Straßen. Auf der Autobahn 19 und im Landkreis Nordwestmecklenburg kam es dadurch zu Verkehrsbehinderungen, wie NDR Radio MV meldete.

Sturmflut in Hamburg

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Die Sturmflut in Hamburg überflutete auch die Fischauktionshalle.

In Hamburg verzeichnete die Feuerwehr bis zum Dienstagmorgen mehr als 80 Einsätze durch überflutete Hafengebiete, umgestürzte Bäume und umherfliegende Gerüstteile. Verletzte gab es nach Polizeiangaben jedoch nicht. Eine Sturmflut setzte Hafenbereiche an der Elbe unter Wasser. Dem Lagezentrum der Polizei zufolge lag der Scheitelpunkt des Hochwassers in der Nacht zum Dienstag 2,62 Meter höher als das mittlere Hochwasser. Straßen im Hafengebiet wurden dadurch überflutet. Am Fischmarkt und der Großen Elbstraße mussten 13 Autos abgeschleppt werden. In der Hafencity wurde ein Kellergeschoss samt Tiefgarage mindestens 70 Zentimeter hoch überflutet. Die Feuerwehr war dort nach eigenen Angaben bis zum Dienstagabend beschäftigt. Im Stadtteil Langenhorn drohte ein Baugerüst umzustürzen und andere Häuser zu beschädigen. An den Hamburger Messehallen stürzten wegen des starken Windes etwa 40 Zentimeter große Betonteile von Stützpfeilern des Messegebäudes auf den Gehweg.

Landkreis Stade: S-Bahn kollidiert mit Baum

In Niedersachsen kollidierte im Landkreis Stade zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf am Abend eine S-Bahn mit einem umgestürzten Baum. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, war die Baumkrone wegen einer Sturmböe in die Oberleitung gestürzt. Die Frontscheibe der S-Bahn wurde durch den Zusammenstoß zerstört. 25 Fahrgäste wurden per Bus weitertransportiert. Verletzte gab es nicht.

Orkanböen bis Stärke 12

Laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab es durch das Sturmtief "Barbara" auch an der Nordseeküste Pegel von teilweise über zwei Metern. Dem Seewetterdienst zufolge kam es dort mancherorts - etwa auf der Insel Sylt - zu nächtlichen Windböen der Stärke 11, an der Ostseeküste vereinzelt sogar zu Böen der höchsten Stufe 12 mit bis zu 120 Stundenkilometern.

Fährverkehr teilweise unterbrochen

Die Deutsche Bahn stellte aus Sicherheitsgründen den Betrieb des Sylt-Shuttles über den Hindenburgdamm ein, fährt aber mittlerweile wieder. Auch mehrere Fähren stellten ihren Betrieb ein. Seit dem Mittag haben die Scandlines-Fähren zwischen Rostock und Gedser ihren Betrieb wieder aufgenommen. Auch die Weisse Flotte zwischen Rügen und Hiddensee ist reaktiviert.

Weihnachten 2016: Regnerisch, grau, trüb und stürmisch

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Grüne Weihnachten das sechste Mal in Folge

Grüne Weihnachten sind nach Angaben von Meteorologen in Norddeutschland der Regelfall. Die Wetterexperten erkennen in diesem Phänomen eine für den Norden jahreszeitlich typische Wetterlage, der sie sogar einen Namen gegeben haben: "Weihnachts-Tauwetter". Nur durchschnittlich alle zehn Jahre liegt in den Küstenregionen Schnee. Das letzte Mal sei dies 2010 der Fall gewesen.

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