Stand: 01.01.2016 16:05 Uhr

Silvester-Freuden und Knaller-Leid

Während die meisten Norddeutschen in der Silvesternacht das neue Jahr freudig begrüßten, hatten die Feuerwehren viel zu tun. Rund 1.000 Einsätze hat allein die Hamburger Feuerwehr gezählt. Bei jedem vierten Einsatz rückten die Einsatzkräfte aus, um Brände zu löschen, wie ein Sprecher mitteilte. Überwiegend seien jedoch Rettungseinsätze notwendig gewesen: Mehr als 70 Menschen wurden durch Raketen und Böller verletzt. Ein 55-Jähriger verletzte sich beim Zünden eines Böllers so schwer, dass Teile seiner Finger amputiert wurden. In Salzgitter wurde eine 60-jährige Frau lebensgefährlich verletzt. Sie erlitt einen massiven Blutverlust, nachdem sie auf der Straße von einer Rakete getroffen worden war. Die Frau wollte kurz nach Mitternacht einer Nachbarin Neujahrswünsche überbringen.

Böller, Brände, Badefreuden

20.000 Menschen feiern an Hamburgs Landungsbrücken

An den Landungsbrücken in Hamburg schauten sich rund 20.000 Menschen das Feuerwerk an und feierten den Jahreswechsel. Dabei blieb es weitgehend friedlich, wie ein Polizeisprecher sagte. Zwei Polizisten erlitten allerdings ein Knalltrauma, nachdem sie mit Böllern beworfen worden waren. Im Stadtteil Bahrenfeld wurden zwei Männer von einem Taxi angefahren, als sie das Feuerwerk filmen wollten. Offenbar standen sie auf der Straße - ein Taxifahrer sah die Männer zu spät, wie die Polizei am Neujahrstag mitteilte. Ein 25-Jähriger wurde schwer verletzt, ein 21-Jähriger leicht.

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Hamburgs Feuerwehr musste ein brennendes Seniorenheim löschen.

Mehr als 90 Menschen wurden in der Silvesternacht aus einem brennenden Seniorenheim in Hamburg-Altona gerettet. Drei von ihnen wurden leicht verletzt, nachdem das Gebäude am späten Donnerstagabend in Brand geraten war. Auslöser für das Feuer war vermutlich eine Feuerwerksrakete, wie ein Polizeisprecher sagte.

Niedersachsen: 200 Schweine vor Flammen gerettet

Auch für einige Feuerwehren in Niedersachsen war es eine arbeitsreiche Nacht. Viele Brände wurden durch Feuerwerkskörper ausgelöst. Es standen zumeist Altpapier- und Altkleidercontainer in Flammen. In Friesoythe im Landkreis Cloppenburg retteten Feuerwehrleute am frühen Neujahrsmorgen rund 200 Schweine aus einer brennenden Halle. Auf dem Gelände feierte eine Gruppe Jugendlicher eine Party, verletzt wurde niemand. Warum das Gebäude, das als Werkstatt, Garage und Stall genutzt wird, in Brand geriet, ist noch unklar. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 100.000 Euro. In Apen im Landkreis Ammerland setzte vermutlich eine Silvesterrakete den Dachstuhl einer Bankfiliale in Brand, 200 Feuerwehrleute waren vor Ort.

In Nordhorn brannte in der Nacht ein Fachwerkhaus bis auf die Grundmauern nieder. Vier Menschen konnten sich unverletzt ins Freie retten. Durch mehrere Explosionen, die vermutlich durch Gasflaschen verursacht wurden, stürzten Teile des Gebäudes ein.

MV: Feuerwerkskörper lösen etliche Brände aus

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Im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf brennt in der Silvesternacht der Dachstuhl eines Doppelhauses.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern kamen viele Feuerwehrleute nicht zum Feiern. Der landesweit größte bisher bekannte Schaden entstand bei einem Feuer im Dachstuhl eines reetgedeckten Ferienhauses in Ahrenshoop. Bereits am Silvesternachmittag war die Feuerwehr dort im Einsatz, nachdem die Löschversuche des Eigentümers nicht zum Erfolg geführt hatten. In der Nacht musste die Feuerwehr wieder zu dem Haus ausrücken - diesmal brannte das Reetdach völlig ab. Unklar ist, wie es zu dem Feuer kam. Die Polizei schätzt den Schaden auf 100.000 Euro und ermittelt nun auch wegen Brandstiftung.

Verirrte Raketen landen auf Balkon

In Zernin im Landkreis Rostock setzte ein Feuerwerkskörper das Dach einer Turnhalle in Brand und verursachte laut Polizei einen Schaden in Höhe von rund 30.000 Euro. In Stralsund gerieten ein Balkon sowie der Dachstuhl eines Hauses ebenfalls durch einen Feuerwerkskörper in Brand. Sieben Menschen wurden aus dem Haus gerettet. Auch in Greifswald brannte es wegen verirrter Raketen auf zwei Balkonen.

"Entspannte Lage" in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sprach der Landesfeuerwehrverband von einer "entspannten Lage". Insgesamt rückten die Brandbekämpfer landesweit rund 160 Mal aus, um Brände zu löschen. Häufig brannten nur Müllcontainer. In Pinneberg zerstörten Flammen allerdings ein Geschäftshaus, in Lübeck brach ein Feuer in einer Wohnung im 5. Stock eines Hauses aus. In Großenwiehe bei Flensburg wurden fünf Menschen an den Augen und im Gesicht verletzt, als ein Böller in einer Menschenmenge explodierte.

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