Stand: 26.11.2015 11:44 Uhr

Schleswig-Holsteins Strom wird grüner

Bild vergrößern
2014 kommt 22 Prozent mehr Strom aus Windkraft als im Vorjahr.

In Schleswig-Holstein ist im vergangenen Jahr der meiste Strom aus erneuerbaren Energien produziert worden. Sie lösten mit einem Anteil von gut 43 Prozent die Atomkraft (40 Prozent) als Hauptenergiequelle ab. Das teilte das Statistikamt Nord am Donnerstag mit. Windkraft allein lieferte demnach mehr als ein Viertel des Stroms im Land. Vor allem neue Offshore-Anlagen und Repowering - das Ersetzen veralteter Anlagen - trugen dazu bei, dass mehr Strom aus Wind gewonnen wurde. Zweitwichtigste Quelle unter den erneuerbaren Energien war Biogas (9 Prozent). Insgesamt stieg die Produktion des grünen Stroms vom Jahr 2013 zum vergangenen Jahr um 16 Prozent. "Schleswig-Holstein spielt für die Umsetzung des Atomausstiegs und den bundesweiten Klimaschutz eine entscheidende Rolle", sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne).

Windkraft als Energiequelle ausbauen

Fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl steuerten zusammen gut 15 Prozent zur Stromgewinnung bei. Mit 28,7 Megawattstunden wurde in Schleswig-Holstein im Jahr 2014 knapp fünf Prozent mehr Strom erzeugt als im Vorjahr. Auch in Zukunft wolle man weiterhin vor allem auf Windkraft setzen. Der Zubau in diesem Jahr sei bereits enorm vorangekommen, sagte Habeck. "Dieses Jahr wird Strom aus erneuerbaren Energien den Bruttostromverbrauch Schleswig-Holsteins rechnerisch voraussichtlich zu mehr als 100 Prozent decken."

Hamburg setzt auf Kohle

Ganz anders setzt sich die Produktion im Stadtstaat Hamburg zusammen. Dort kamen im vergangenen Jahr zwei Drittel des Stroms aus Kohle. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr, da das Kraftwerk Moorburg bereits im Probebetrieb Strom in das Netz einspeiste. Im nun regulären Betrieb könnte der Anteil des Kohlestroms an der Gesamtproduktion also noch weiter steigen. Nur zwölf Prozent des Stroms in Hamburg wurde aus erneuerbaren Energien gewonnen. Der größte Anteil kam aus Biomasse; Windkraft war in diesem Bereich die zweitwichtigste Quelle. Insgesamt wurde in Hamburg 2014 deutlich mehr Strom erzeugt als im Vorjahr: Die Produktion stieg - hauptsächlich aufgrund des Kohlekraftwerks - um knapp 74 Prozent auf rund vier Millionen Megawattstunden.