Stand: 28.12.2015 17:33 Uhr

Polizeihubschrauber sollen effizienter werden

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Zwei Millionen Euro pro Jahr: Ein Polizeihubschrauber der Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Start (Archivbild).

Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hamburg beraten über eine Kooperation ihrer Polizeihubschrauber-Staffeln. Wie das Innenministerium in Schwerin am Montag mitteilte, könnte die Zusammenarbeit von der Instandhaltung und Wartung der Hubschrauber über die Aus- und Fortbildung des Personals bis hin zur länderübergreifenden Einsatzunterstützung reichen. Solche "Kooperationen sind ein wirksamer Beitrag zu noch mehr Wirtschaftlichkeit", ergänzte Karsten Wolff, Sprecher der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD).

Von den drei Nordländern jeweils eingerichtete Projektgruppen sollten nun organisatorische und wirtschaftliche Aspekte prüfen, hieß es. Diese Prüfungen hätten bereits 2013 begonnen, seien aber noch nicht abgeschlossen. Schleswig-Holstein hat keine eigene Hubschrauberstaffel.

Caffiers Flüge in der Kritik

Der Vorstoß des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern kann als Reaktion auf die Kritik des Landesrechnungshofes gesehen werden. Dieser hatte wiederholt Hubschrauberflüge von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gerügt. Die beiden Polizeihubschrauber in Mecklenburg-Vorpommern des Typs EC 135 gelten mit ihren 15 Mann Besatzung als nicht ausgelastet und viel zu teuer. 2014 hoben die Hubschrauber nach offiziellen Angaben insgesamt 258 Mal ab, in diesem Jahr bis Ende November 244 Mal. Knapp die Hälfte der Flüge entfiel auf die Suche nach Vermissten. Pro Jahr koste ein Helikopter mehr als zwei Millionen Euro, hieß es weiter.

Hubschrauber sind "jeden Cent wert"

Das Innenministerium verteidigte den Betrieb der Hubschrauber als unverzichtbar. Die Kosten für die Einsätze bei der Vermisstensuche, bei Katastropheneinsätzen und besonderen Verkehrs- und Einsatzlagen sei gerechtfertigt. "Allein die Tatsache, dass im April dieses Jahres in der Gemeinde Preetz ein vermisstes elfjähriges Mädchen mit Einbruch der Dunkelheit durch den Hubschrauber am Rande eines Waldstücks gefunden werden konnte, ist jeden bisher in die Hubschrauber investierten Cent wert", teilte das Ministerium in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Kosten von 1.200 Euro pro Flugstunde in Niedersachsen

Die Polizei in Niedersachsen verfügt aktuell über sechs Polizeihubschrauber. "Bei diesen Helikoptern handelt es sich um zwei Maschinen des Herstellers Dauphin (Baujahr 1979 und 1980), zwei Maschinen des Herstellers McDonnell Douglas (beide Baujahr 1999) sowie zwei Maschinen des Herstellers Airbus Helicopters Deuschland (Baujahr 2015)", sagte ZPD-Sprecher Wolff. Die beiden ältesten Polizeihubschrauber würden im kommenden Jahr ausgemustert. "Die Betriebskosten je Hubschrauber stehen in Abhängigkeit zu den Flugstunden, je Flugstunde entstehen Kosten von etwa 1.200 Euro", fügte Wolff hinzu.

Die Polizeihubschrauber hätten im Jahr 2014 insgesamt knapp 1.033 Flugstunden absolviert, Zahlen für 2015 lägen noch nicht vor. Davon entfielen rund 94 Stunden auf Übungsflüge. Weiterhin wurden die Helikopter zur Unterstützung der Polizei insbesondere zur Aufklärung, Überwachung, Fahndung und Suche, der Beförderung von Personen, dem Transport von Sachen, der Abwehr von Gefahren aus dem Luftraum sowie zur Bildübertragung und Aufnahme von Luftbildern eingesetzt.

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