Stand: 12.01.2017 17:07 Uhr

Sturm bringt Schnee zum Wochenende

Die Kette der Sturmtiefs reißt nicht ab und bringt wieder Regen, Schnee und viel Wind nach Norddeutschland. Nach dem Sturmtief "Dieter" bringt nun das Tief "Egon" Regen und Schneematsch. In Südniedersachsen sind Neuschneemengen mit bis zu 20 Zentimetern möglich. Wenn sehr nasse und schwere Schneemassen in kurzer Zeit fallen, drohen massive Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Schnee am Freitag

"Da kann es schon dramatischer werden, wenn so viel herunterkommt", sagte Meteorologe Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg. Nach ersten Niederschlägen am Abend sollen die Regenschauer am Freitag immer mehr in Schnee übergehen. "Wir kommen dann in eine winterliche Phase, Zug um Zug kommt kältere Luft herein", sagte Hartig. Dabei sei mit Glätte zu rechnen, im Harz können orkanartige Böen Schneeverwehungen bringen. Das nasskalte und windige Schmuddelwetter soll bis zum Wochenende anhalten, erst in der neuen Woche nähert sich wieder ein Hochdruckgebiet.

Hamburger Fischmarkt zwei Mal unter Wasser

Bild vergrößern
Der Hamburger Fischmarkt stand binnen eines Tages zwei Mal unter Wasser. Für die Polizei ist das jedoch schon Routine.

Der Hamburger Fischmarkt stand binnen eines Tages zwei Mal unter Wasser. Am Donnerstagnachmittag hob eine Sturmflut den Pegel auf 1,80 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilte. Am frühen Morgen war das Wasser am Fischmarkt auf 2,12 Meter über dem mittleren Hochwasser gestiegen. "Das ist für uns aber Routine", sagte eine Sprecherin der Polizei. Der Fischmarkt läuft bei 1,50 Meter planmäßig über.

Schulbus-Unfall in Schleswig-Holstein

An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins verzeichnete Husum mit 1,82 Meter den höchsten Wasserstand, wie eine Sprecherin des BSH sagte. Die Leitstellen meldeten aber keine Überschwemmungen. Zahlreiche Glätteunfälle ereigneten sich rund um Lübeck, wie die Polizei mitteilte. Sechs Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die A1 und die A20 waren zeitweise gesperrt. Bei Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg rutschte ein mit zehn Schulkindern besetzter Bus in den Graben. Verletzt wurde niemand.

Einschränkungen im Fährverkehr

In Niedersachsen blieb Sturmtief "Dieter" ohne größere Folgen. In Cuxhaven erreichte der Pegel einen Wasserstand von zwei Metern über dem mittleren Tidehochwasser. In Bremen wurden nur die Osterdeichwiesen am Weserstadion überflutet. Etliche Sperrwerke mussten nach Angaben des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz geschlossen werden. Noch bis Sonntag wird mit erhöhten Wasserständen gerechnet. Einschränkungen gab es teilweise im Fährverkehr zu den Inseln, so fiel die Überfahrt von Cuxhaven nach Helgoland aus.

Sturmflutwarnung wurde aufgehoben

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte zuvor für die ostfriesische Küste und das Wesergebiet vor der Gefahr einer Sturmflut gewarnt. Die Warnung wurde am Nachmittag aufgehoben.

Sturm-Stärken: Von Windstille bis zum Orkan

Viele Glätteunfälle in Mecklenburg

In Mecklenburg-Vorpommern führte starker Schneefall zu etlichen Unfällen. Besonders oft krachte es im westlichen Mecklenburg. Bei Glätteunfällen wurden drei Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Von Mittwochmittag bis Donnerstagmorgen hatte die Polizei landesweit rund 80 glättebedingte Unfälle mit mindestens sechs Verletzten aufgenommen. Im Tagesverlauf beruhigte sich die Situation im Land - zumindest vorübergehend.

Schnee bleibt einige Tage liegen

Denn für die Nacht zu Freitag rechnen Meteorologen mit weiteren Schneefällen, die fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee bringen werden. Auch am Freitag würden weitere Schneefälle erwartet, so dass zehn bis 15 Zentimeter durchaus möglich seien, sagte Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Meteomedia auf der Insel Hiddensee. Die Chancen, dass der Schnee zumindest für einige Tage liegen bleibe, sei groß. Da das Tief aber südlich von Mecklenburg-Vorpommern nach Polen ziehe, sei an der Küste nicht mit extremen Winden zu rechnen. Eine erneute Sturmflut befürchten die Meteorologen an der deutschen Ostseeküste nicht. Erhöhte Wasserstände gelten ab 75 Zentimeter über Normal. Erwartet werden etwa 40 Zentimeter mehr. Das dürfte den von der letzten Sturmflut getroffenen Küsten nicht gefährlich werden.

Weitere Informationen

Prognose: Wie wird das Wetter?

Hier finden Sie das aktuelle Wetter und die Vorhersage für ganz Norddeutschland. mehr

Warum stürmt es besonders im Herbst und Winter?

Pünktlich zur kalten Jahreszeit wird es windig: Sturmtiefs brausen über das Land. Warum ist das überwiegend in den Herbst- und Wintermonaten der Fall? Plietsch erklärt's. mehr

mit Video

"Egon" treibt den Schnee durch Niedersachsen

Der Winter kommt mit voller Wucht: In der Nacht und am Freitag erwarten Meteorologen Schneefall und Verwehungen in der Mitte und im Süden des Landes. Achtung: Es wird glatt. mehr

Leichte Entspannung auf Straßen im Nordosten

Nach starkem Schneefall am Mittwoch ist die Situation auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern zunächst etwas ruhiger geworden. Die Polizei warnt jedoch weiter vor überfrierender Nässe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 12.01.2017 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten

03:05

Wildschweine versetzen Heide in Ausnahmezustand

20.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
03:47

Was ist dran an den Vorwürfen gegen Strenz?

20.10.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
01:59

Alkoholverbot in Bahnen wird ausgeweitet

20.10.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal