Stand: 21.07.2017 16:44 Uhr

Evangelische Kirchen verlieren Mitglieder

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Immer weniger Menschen nehmen am Leben der evangelischen Gemeinden in Norddeutschland teil.

Die evangelische Nordkirche hat im vergangenen Jahr fast zwei Prozent ihrer Mitglieder verloren. Das teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag mit. Waren 2015 noch rund 2,1 Millionen Menschen bei der Landeskirche registriert, sind es 2016 noch 2,06 Millionen gewesen. Rund 40.000 Mitglieder weniger als im Vorjahr waren demnach in den evangelischen Gemeinden in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Obwohl die Mitgliederzahl sinkt, ist der Abgang in den vergangenen Jahren abgebremst worden: Im Jahr 2015 hatte die Nordkirche 42.891; 2014 sogar 47.481 Kirchenmitglieder verloren. Rund ein Drittel der Bevölkerung gehört damit der evangelischen Kirche an. Die Nordkirche ist die fünftgrößte evangelische Landeskirche Deutschlands.

Kirchenaltar in der Kirche.

Kirche: Neues Konzept gegen Mitgliederschwund

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Nicht nur der demografische Wandel macht der Kirche im Harzer Land zu schaffen, sondern auch die schwache Infrastruktur. Deswegen haben sich dort mehrere Gemeinden zusammengetan.

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Austritte sind rückläufig

Auch die Landeskirche Hannovers meldet den Abgang von 46.000 Mitgliedern. Die Zahl der Austritte ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr um rund 18 Prozent auf 20.136 gesunken. "Der Mitgliederrückgang ist zu einem sehr großen Teil auf die demografische Entwicklung zurückzuführen", sagte die Präsidentin des Landeskirchenamtes Stephanie Springer. "Das können wir auch durch noch so gute Konzepte nicht kompensieren." Mit den Mitgliederzahlen senken auch die Einnahmen durch Kirchensteuer: 4,4 Millionen Euro weniger konnte die Landeskirche 2016 im Vergleich zum Vorjahr einnehmen, insgesamt gut 542 Millionen Euro.

Kommentar

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Auch Bevölkerungsentwicklung verantwortlich

Nicht nur Todesfälle und Austritte sind für den Mitgliederschwund verantwortlich: Regionale Vergleiche zeigen in Niedersachsen vor allem in den östlichen Gebieten deutliche Einbuße an Mitgliedern. Das entspreche der "Ost-West-Verschiebung" der Bevölkerungsentwicklung in Niedersachsen, erläuterte der Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch. Laut Prognosen wird die evangelische Landeskirche Hannovers bis 2030 rund ein Fünftel ihrer Mitglieder verlieren. Die Kirche werde aber eine starke zivilgesellschaftliche Kraft bleiben, sagte Mainusch. Die Landeskirche Hannovers ist mit 2,63 Millionen Mitgliedern die größte Landeskirche Deutschlands.

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Mehr katholische Christen in Norddeutschland

Die katholischen Gemeinden hingegen sind gewachsen: In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lebten Ende 2016 rund 404.500 katholische Christen, etwa 2.500 mehr als im Vorjahr. Seit sieben Jahren steigen die Zahlen. Das liege vor allem an Zuzügen von Katholiken in den Norden, teilte das Erzbistum Hamburg mit. Sowohl die Zahlen der Kirchenaustritte als auch die der Taufen seien in der Region gesunken. Nur in Hamburg stieg sowohl die Zahl der Taufen als auch die der Gottesdienstteilnehmer - in den anderen zwei Bundesländern sind beide leicht rückläufig.

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"500 Jahre Reformation": Themenseite der EKD

"500 Jahre Reformation": Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) informiert über das Jubiläumsjahr, die Veranstaltungen, die Botschafterin und mehr. extern

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Ökumenischer Versöhnungsgottesdienst

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Deutsche Bischofskonferenz und Evangelische Kirche wollen im Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum aufeinander zugehen. In St. Michaelis in Hildesheim fand ein Versöhnungsgottesdienst statt. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 21.07.2017 | 13:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/nachrichten/Nordkirche-verliert-Mitglieder,nordkirche362.html

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