Stand: 01.03.2016 16:46 Uhr

Mehr Jobs im Norden: Arbeitslosigkeit sinkt

Durch den milden Winter und die Zuwanderung ist die Arbeitslosigkeit im Februar in Norddeutschland gesunken. Gleich zwei Februar-Rekorde verzeichnet der Norden in diesem Jahr: Mecklenburg-Vorpommern hat so wenig Arbeitslose wie seit der Wiedervereinigung nicht, Schleswig-Holstein meldet die niedrigste Arbeitslosenbilanz seit 1993.

Mecklenburg-Vorpommern: Weniger als 100.000 Arbeitslose

In Mecklenburg-Vorpommern fiel die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit der Wiedervereinigung in einem Februar unter 100.000. "Das ist eine Entwicklung, die noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar war", erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). "Im Jahr 2005 mussten wir in diesem Monat mit 211.600 Arbeitslosen und einer Quote von 23,7 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung melden. Mit aktuell 95.200 Arbeitslosen hat sich deren Zahl um 55 Prozent reduziert", ergänzte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Besonders die Zahl der Arbeitslosen über 50 habe sich deutlich verringert. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres hat sich ihre Zahl um 6.300 oder 6,2 Prozent reduziert. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 11,5 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Die gestiegene Arbeitskräftenachfrage im Land ist laut Haupt-Koopmann auch mit der Flüchtlingsthematik verknüpft. Einstellungen habe es vor allem im Sicherheitsgewerbe, in sozialberaterischen Berufen, im Wohnungsbau und im Catering gegeben. Von dieser Entwicklung profitieren laut Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) insbesondere Langzeitarbeitslose: Im Vergleich zum Januar 2015 sei deren Zahl um fast sechs Prozent gesunken.

Fast 30.000 neue Jobs in Schleswig-Holstein

Auch Schleswig-Holstein vermeldete einen Rekord: Die Agentur für Arbeit verzeichnete die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Februar seit 1993. Die Zahl sank - im Vergleich zum Februar des Vorjahres - um 1.600 auf 104.800 Arbeitslose. Die Quote beträgt nun 6,9 Prozent, im Februar 2015 lag sie bei 7,1 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat waren 214 Menschen weniger arbeitslos. "Diese positive Entwicklung verdanken wir sowohl dem milden Winter als auch den konjunkturell stabilen Rahmenbedingungen", sagte Haupt-Koopmann. Im Vergleich zu 2015 entstanden 27.700 zusätzliche Jobs. Die Ursache sieht sie im "Flüchtlingseffekt": So gebe es sehr viele Stellenzugänge in den Bereichen Schutz und Sicherheit sowie Öffentlicher Dienst, die unter anderem auch für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig sind.

Einen deutlichen Zugang gegenüber dem Februar 2015 verzeichnete indes die Arbeitslosigkeit unter ausländischen Mitbürgern. 70 Prozent des Anstiegs lasse sich auf die gestiegenen Flüchtlingszahlen zurückführen, sagte Haupt-Koopmann.

"Frühjahrsbelebung" in Niedersachsen

Die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen blieb im Februar gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert, liegt aber weiter spürbar unter dem Vorjahresniveau. In Zahlen: 267.455 Arbeitslose im Februar stehen 268.079 Arbeitslosen im Januar und 258.271 Arbeitslosen im Februar 2015 gegenüber. Die Arbeitslosenquote lag im Februar mit 6,4 Prozent 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonat. "Die ansteigende Arbeitslosigkeit im Winter haben wir hinter uns, nun setzt in Kürze die Frühjahrsbelebung ein", sagte Klaus Stietenroth, Niedersachsen-Chef der Bundesagentur für Arbeit. Bemerkenswert sei die ungebrochen steigende Personalnachfrage der Unternehmen und Behörden. Weil immer mehr Stellen geschaffen würden, könnten im Laufe des Jahres auch Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge gut in den Arbeitsmarkt integriert werden, prognostizierte Stietenroth.

Gute Bilanz in Hamburg

In Hamburg waren insgesamt waren rund 73.846 Menschen im Februar 2016 arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 554 weniger als im Vormonat, allerdings bleibt die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent gleich. Sie sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte. Vor allem die wachsende Zahl an Lehrern und Sozialarbeitern sowie Einstellungen bei den technischen und wirtschaftlichen Dienstleistern sind für den Rückgang der Arbeitslosenzahlen verantwortlich. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt weiterhin stabil: Seit Anfang des Jahres sind den Angaben zufolge bereits 8.401 versicherungspflichtige Arbeitsstellen aus der Hamburger Wirtschaft gemeldet worden, das sind 1.637 oder 24,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt stehen den Arbeitsuchenden im Februar 2016 über 14.900 freie Arbeitsstellen zur Verfügung.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
Februar 2016Januar 2016Februar 2015
Niedersachsen267.5006,4 %268.1006,4 %276.6006,7 %
Schleswig-
Holstein
104.8006,9 %105.0007 %106.4007,1 %
Mecklenburg-
Vorpommern
95.20011,5 %95.20011,5 %101.50012,2 %
Hamburg73.8007,5 %74.4007,5 %76.1007,8 %
Bund2.911.0006,6%2.920.0006,7 %3.017.0006,9 %

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