Stand: 02.02.2016 10:54 Uhr

Mehr Arbeitslose im Norden

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland saisonbedingt weiter angestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, waren im Januar bundesweit rund 2,92 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 239.000 mehr als im Vormonat, aber 111.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 6,7 Prozent. Auch in Norddeutschland kletterte die Zahl der Arbeitslosen weiter nach oben. Der Anstieg fiel aber geringer aus als in den Vorjahren.

Niedersachsen: Mehr Erwerbslose, steigende Personalnachfrage

Nach dem Jahreswechsel ging die Arbeitslosenquote in Niedersachsen deutlich nach oben. Die Zahl der Menschen ohne Job stieg im Januar um 8,2 Prozent auf 268.079. "Im Januar sind die Tätigkeiten in vielen Außenberufen zurückgegangen und viele befristete Arbeitsverhältnisse ausgelaufen", erklärte Klaus Stietenroth, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen. Die Personalnachfrage ziehe aber bereits wieder an. Das Rekordergebnis des Vorjahres bleibt jedoch unerreicht: 2015 hatte Niedersachsens Arbeitslosenquote mit 6,1 Prozent den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht (2016: 6,4 Prozent).

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Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein legte im Januar um 7.900 auf 105.000 zu. Auch hier sei der saisonale Anstieg deutlich schwächer als in den Vorjahren ausgefallen, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord. "Nicht nur die milde Witterung ist hierfür verantwortlich, sondern auch die positive Grundverfassung des schleswig-holsteinischen Arbeitsmarktes", sagte sie. Man habe die geringste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit 1993 verzeichnet. Die Arbeitslosenquote nahm seit Dezember dennoch von 6,4 auf 7 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie allerdings um 1,3 Prozent. Ein weiteres positives Signal zum Jahresbeginn sei der kräftige Zuwachs bei den Stellenmeldungen: Sie sind im Vorjahresvergleich um 32 Prozent gestiegen.

Mecklenburg-Vorpommern: Niedrigster Stand seit der Wende

Auch im Nordosten gab es wie erwartet wieder mehr Arbeitslose: Im Januar suchten 95.200 Männer und Frauen einen Job. Das waren 9.600 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg auf 11,5 Prozent. Laut der Regionaldirektion Nord ist dies auf das eingeschränkte Tourismusgeschäft und die saisonal typischen Auftragsrückgänge im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau zurückzuführen. Dennoch wurden in einem Januar zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung weniger als 100.000 Arbeitslose registriert - 7.000 weniger als zu Beginn des Vorjahres. Die Zahlen würden gleichzeitig den geringsten Januar-Anstieg gegenüber dem Vormonat Dezember seit 1995 bedeuten. Der Hauptgrund für diese positive Entwicklung ist der bisher milde Winter, der den Angaben zufolge den sonst zu dieser Jahreszeit üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit insgesamt abgebremst hat. Der Ausblick auf die kommenden Monate sei "verhalten optimistisch".

Hamburg: Immer weniger Arbeitssuchende

"Der Jahreswechsel hat die Arbeitslosigkeit in Hamburg moderat ansteigen lassen", sagte Sönke Fock, Arbeitsagenturchef in Hamburg. Mit 74.400 arbeitslos gemeldeten Menschen hat sich ihre Gesamtzahl um 3.971 Menschen oder 5,6 Prozent gegenüber dem Vormonat erhöht. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,5 Prozent, laut Fock im Vergleich zu den vergangenen Jahreswechseln ein eher moderater Anstieg. Er führt dies auf die überdurchschnittlich hohe Anzahl von befristeten Arbeitsverträgen zurück, die zum Jahres- bzw. Quartalsende ausgelaufen sind. Im Vergleich zum Januar 2015 sind es dennoch 1.394 Erwerbslose weniger. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen stieg hingegen auch im Januar weiter an: Aktuell stehen den Arbeitssuchenden über 15.000 Arbeitsstellen zur Verfügung. Trotz eines erwarteten, weiteren leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen auch im Februar rechnet Fock mit einem Abschmelzen der Gesamtzahl zum Sommer um 3.000 auf etwa 71.500 arbeitslos gemeldete Hamburgerinnen und Hamburger.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
Januar 2016Dezember 2015Januar 2015
Niedersachsen268.1006,4 %247.8005,9%277.7006,7 %
Schleswig-
Holstein
105.0007 %97.0006,4%106.4007,1 %
Mecklenburg-
Vorpommern
95.20011,5 %85.60010,3%102.20012,3 %
Hamburg74.4007,5 %70.4007,1%75.8007,7 %
Bund2.920.0006,7 %2.681.0006,1%3.032.0007 %

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