Stand: 03.09.2015 13:56 Uhr

Kreuzfahrt: NABU fordert weniger Abgase

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Die Aida-Reederei belegt im Umweltranking erneut den Spitzenplatz.

Die Umweltschutzorganisation NABU hat Kreuzfahrtreeder dazu aufgefordert, Abgase zukünftig energischer zu reduzieren. Die Unternehmen Aida und Costa hätten sich schon mit positiven Initiativen zu dem Thema hervorgetan, ihre Wettbewerber legten aber weiterhin eine "fortlaufende Verweigerungshaltung" an den Tag, erklärte der Verband am Donnerstag in Hamburg. Die umweltschädlichsten Kreuzfahrtschiffe betreiben demnach Viking Ocean, Royal Caribbean, Norwegian und MSC.

Branche am Scheideweg

"Es kann nicht sein, dass weite Teile der Industrie ein gutes Geschäft auf Kosten von Umwelt, Klima und menschlicher Gesundheit machen und sich wegducken, wenn es um die Übernahme von Verantwortung geht", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Branche befinde sich am Scheideweg, spätestens jetzt trenne sich die Spreu vom Weizen. Wer Investitionen in Abgastechnik und höherwertige alternative Treibstoffe scheue, handle "absolut fahrlässig", betonte Miller. Schweröl sei ein Abfallprodukt der Raffinerien, das an Land als Sondermüll behandelt werden müsse.

Aida und Costa Cruises belegen Spitzenplätze im Umweltranking

Die deutsche Aida-Reederei und die italienische Costa Crociere belegen im NABU-Umweltranking die Spitzenplätze. Grund dafür seien die von beiden Unternehmen in Auftrag gegebenen Schiffe, die gänzlich auf Schweröl für den Antrieb verzichteten und stattdessen mit dem umweltfreundlicheren Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) betrieben würden. Es handele sich bei der Beurteilung also um "Vorschusslorbeeren", da diese Schiffe erst um das Jahr 2020 in Dienst gestellt würden, räumte NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger ein. Derzeit habe TUI Cruises ("Mein Schiff") seine Schiffe zumindest mit Abgasreinigern (Scrubbern), Katalysatoren und Landstromanschluss ausgerüstet. Nach Angaben der AIDA-Reederei verfügen bereits vier Schiffe über sogenannte Scrubber. Zwei Schiffe der "Prima"-Serie werden 2016 mit einem Abgasreinigungssystem ihren Dienst aufnehmen. Damit könne der Ausstoß von Ruß, Stick- und Schwefeloxiden deutlich reduziert werden.

Abgasreinigung und die Umstellung auf das aus Umwelt- und Klimasicht höherwertigen LNG als Treibstoff sind Kernforderungen des NABU an die Branche.

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