Stand: 03.11.2016 17:14 Uhr

HSH: Reeder äußert sich zu Schuldenerlass

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Die HSH Nordbank hat einem Hamburger Reeder millionenschwere Schulden erlassen, bevor sie faule Kredite an die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg verkauft hat.

Anfang Oktober war bekannt geworden, dass die HSH Nordbank einem großen Hamburger Reeder eine halbe Milliarde Euro Schulden erlassen hat. Nun berichten mehrere Medien, dass es sich dabei um die Norddeutsche Reederei Schuldt handelt, die dem Hamburger Unternehmer Bernd Kortüm gehört. Am Donnerstagmittag bestätigte die Reederei, dass ihr von der HSH Nordbank Kredite zumindest in Teilen erlassen wurden. Eine Summe nannte das Unternehmen aber nicht.

Kredit gehörte zu faulen Papieren

Zur Einigung mit der HSH habe auch gehört, dass der Eigentümer Kortüm erhebliches Privatkapital in seine Reederei stecken sollte, so das Unternehmen. Insgesamt ist demnach seit 2009 ein dreistelliger Millionenbetrag geflossen. Der Schuldenerlass war in die Schlagzeilen geraten, weil der Kredit zu dem Fünf-Milliarden-Paket fauler Papiere gehört, das die HSH Nordbank an die Länder Hamburg und Schleswig Holstein verkaufen durfte. Ziel der Bank war es, damit ihre Bilanz zu entlasten.

Landesregierung in Kiel wusste Bescheid

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Finanzministerin Monika Heinold war über den Schuldenerlass informiert.

Das Portfolio, das die Länder übernahmen, verlor dadurch deutlich an Wert. Finanzministerin Heinold erklärte dazu in Kiel, dass die Landesregierung über den Schuldenschnitt informiert war. Für die Ministerin schmerzen die nun eingetretenen Verluste, auch wenn sie nicht unerwartet kommen. Immerhin handele es sich bei den übernommenen Papieren um faule Kredite, so Heinold.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.11.2016 | 17:00 Uhr

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