Stand: 23.01.2016 20:08 Uhr

Glatte Straßen bringen Norddeutsche ins Rutschen

Blitzeis und Schneefälle haben den Verkehrsteilnehmern in Norddeutschland bis zum späten Samstagvormittag schwer zu schaffen gemacht. Dann setzte aber mildes Tauwetter ein - dennoch kann es vereinzelt noch rutschig sein auf den Straßen.

Transporter-Fahrer schwer verletzt

In der Nacht zum Sonnabend und am frühen Morgen hatten sich besonders in Niedersachsen zahlreiche Unfälle ereignet. Bei Stuhr (Landkreis Diepholz) kam ein Transporter von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Der Fahrer wurde schwer, zwei weitere Insassen leicht verletzt. In der Nähe von Ankum (Landkreis Osnabrück) rutschte ein Kleinbus von der Straße in den Graben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden vier der neun Insassen leicht verletzt. Allein in Gießen zählte die Polizei mindestens 25 Glätte-Unfälle, bei Hannover rund 40 - viele davon auf der Autobahn 2.

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A 7 und A 23 zeitweise gesperrt

Auch in Schleswig-Holstein kam es zu mehreren wetterbedingten Unfällen. Laut Polizei blieb aber ein Verkehrschaos aus. Auf der Autobahn 7 zwischen Bad Bramstedt und Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) rutschte ein Lastwagen gegen die Mittelleitplanke. Der Fahrer erlitt einen Schock. Ein Teilstück der Autobahn wurde zeitweise wegen des Unfalls gesperrt - ebenso wie ein Teilstück der A 23 zwischen Hohenfelde und Horst (Kreis Steinburg). Dort war ein Autofahrer ins Schleudern geraten und gegen die Mittelleitplanke geprallt. Der Mann wurde den Angaben zufolge leicht verletzt.

Unfälle und Verletzte auch im Nordosten

Bei mehreren Unfällen auf schneeglatten Straßen wurden am Sonnabend auch in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Menschen leicht verletzt. Beim Zusammenstoß zweier Autos in der Nähe von Steffenshagen (Landkreis Rostock) zogen sich beide Fahrer leichte Verletzungen zu. Ein 33-Jähriger war mit seinem Wagen in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und prallte dort gegen das Auto eines 47-Jährigen, wie die Polizei mitteilte. In Neubrandenburg wurde eine Fußgängerin, die bei Grün gerade eine Straße überqueren wollte, vom Auto einer 27-Jährigen erfasst und leicht verletzt. Auf der Autobahn 20 (Lübeck-Stettin) geriet ein 49-Jähriger mit seinem Wagen ins Schleudern, fuhr gegen die Mittelleitplanke und landete im Straßengraben. Das Polizeipräsidium Rostock berichtete von 14 witterungsbedingten Unfällen am Sonnabend. Zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt.

350 Streufahrzeuge in Hamburg unterwegs

In Hamburg waren die Straßen und Gehwege am Samstagmorgen extrem glatt. Die Stadtreinigung war mit 900 Einsatzkräften und 350 Streufahrzeugen unterwegs, vor allem auf den Hauptverkehrsstraßen.

Bei der Deutschen Bahn gab es keine nennenswerten Behinderungen durch das Winterwetter. Die meisten Züge seien pünktlich unterwegs, sagte eine Sprecherin.

Extrem viel Regen, aber kein Frost mehr

Das Tief "Iris" war von Westen über Norddeutschland hinweggezogen und hatte starke Niederschläge und steigende Temperaturen mitgebracht. Laut Alexander Hübener vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation ziehen eine Reihe von Warmfronten in den kommenden Tagen über den Norden. Sie brächten teils massive Niederschläge mit, prognostiziert Hübener. Daher wird es zwar warm, aber auch extrem nass bei Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter im Verlauf der kommenden Woche, so Hübeners Prognose. Zum Vergleich: Normal wäre eine Regenmenge von 60 Litern pro Quadratmeter im gesamten Januar. Lokal könne es noch zu Bodenfrost kommen, ansonsten beschere das warme Wetter dem Norden eine frostfreie Zeit. Mitte kommender Woche werden den Angaben zufolge sogar Temperaturen von über 10 Grad erwartet.

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