Stand: 20.07.2015 16:43 Uhr

Dobrindt gibt Geld für A-7-Ausbau frei

Bild vergrößern
In Hamburg soll die A 7 auf acht Spuren erweitert und überdeckelt werden. Das Geld dafür hat Bundesverkehrsminister Dobrindt freigegeben.

Hamburg erhält schneller als erwartet 181 Millionen Euro vom Bund für den Ausbau der Autobahn 7. Das gab Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag in Berlin bekannt. Damit ist der A-7-Ausbau rund um die Hansestadt das teuerste von insgesamt 72 Einzelprojekten in ganz Deutschland, für die Dobrindt bei der Vorstellung des Investitionsprogramms für marode Straßen die Mittel freigab. Niedersachsen erhält Mittel in Höhe von 173 Millionen Euro, nach Schleswig-Holstein gehen 70 Millionen Euro. Mecklenburg-Vorpommern bekommt 97 Millionen Euro, davon allein 48 Millionen für den Weiterbau der Schnellstraße B96n auf Rügen.

Hamburg: Geld für mehr Fahrspuren und Deckel

Dossier

Autobahn 7: Der große Ausbau im Norden

Die A 7 wird auf einer rund 70 Kilometer langen Strecke zwischen dem Hamburger Elbtunnel und dem Dreieck Bordesholm ausgebaut. NDR.de informiert über das Bauprojekt und die aktuelle Verkehrslage. mehr

Konkret steht das Geld in Hamburg für den Abschnitt zwischen der Ausfahrt Stellingen und dem Dreieck Nordwest zur Verfügung, der auf acht Spuren erweitert werden soll. Zudem wird die Fahrbahn in diesem Bereich an mehreren Stellen überdeckelt. "Das beseitigt einen der schlimmsten Engpässe in Deutschland", sagte der Hamburger Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). Der Ausbau der A 7 zu einer leistungsstarken Nord-Süd-Verbindung sei für Hamburg als zentralem Logistik-Knotenpunkt Nordeuropas von großer Bedeutung. Die Anwohner könnten durch die Autobahndeckel Lebensqualität gewinnen und Stadtteile wieder zusammenwachsen.

Bei den 181 Millionen Euro handelt es sich jedoch nicht um zusätzliches Geld, sondern um die Konkretisierung bereits vereinbarter Ausgaben. Mit der Zusage könne der Ausbau nun bald beginnen, sagte Horch. "Nicht nur Hamburg und seine Bürger profitieren von der Investitionsplanung."

Dobrindt: Arbeiten können umgehend beginnen

Glosse

Ein Schlagloch namens Dobrindt

20.07.2015 18:25 Uhr
NDR Info

Knapp drei Milliarden Euro lässt Verkehrsminister Dobrindt für den Straßenbau springen. Eine Mogelpackung, mosert die Opposition. Detlev Gröning bittet in seiner Glosse auf ein Wort. mehr

Dobrindt erteilte die Baufreigabe für bundesweite Projekte mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro. "Alle Projekte können umgehend umgesetzt werden", sagte Dobrindt. Er erwarte, dass es dieses und nächstes Jahr erste Spatenstiche geben werde. Das Geld fließe in baureife, also fertig geplante, Projekte. Es könne demnach sofort Ausschreibungen für den Bau geben. 1,7 Milliarden Euro würden für Lückenschlüsse von Bundesstraßen und Autobahnen aufgewendet, 700 Millionen Euro für Neubauten und 500 Millionen Euro für Reparaturen. Zudem wird das Brückensanierungsprogramm von einer auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt.

Mecklenburg-Vorpommern: Reichen Mittel für Schnellstraße?

Im Nordosten stehen nach Dobrindts Plänen 48 Millionen Euro für den zweiten Ausbauabschnitt der B96n auf Rügen zur Verfügung. Die Schnellstraße wird derzeit von der neuen Rügenbrücke bis Samtens auf vier Spuren erweitert. Wann die Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Samtens und Bergen beginnen, ist noch nicht klar. Angesichts der kürzlich bekannt gewordenen erneuten Kostensteigerungen beim ersten Abschnitt wird allerdings bezweifelt, dass die nun freigegebene Summe ausreicht.

Zusätzlich plant der Bund 33 Millionen Euro für die Ortsumgehung Neubrandenburg ein. 16 Millionen stehen für den Baubeginn der seit Langem geforderten Umgehungsstraße in Mirow zur Verfügung.

Niedersachsen: Geld vornehmlich für Ortsumgehungen

Niedersachsen erhält 173 Millionen Euro, die vornehmlich für Ortsumgehungen in Kleinstädten eingeplant sind, so etwa in Barenburg (Landkreis Diepholz), Negenborn und Eschershausen (beide Landkreis Holzminden) sowie in Coppenbrügge (Landkreis Hameln-Pyrmont). Auch der Bau der Südumgehung im ostfriesischen Emden steht auf Dobrindts Liste.

70 Millionen Euro für Lärmschutz in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es Geld für zwei Lärmschutz-Projekte. So sind allein 68 Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen auf der A 1 vorgesehen, und zwar an der Strecke von Bad Schwartau bis Sereetz (Kreis Ostholstein). Zwei Millionen Euro stehen für den gleichen Zweck im Autobahnkreuz Kiel-West auf der A 215 zur Verfügung.

Weitere Informationen

Die wichtigsten Fakten zum Ausbau der A 7

Fast zehn Jahre sollen die Bauarbeiten zum Ausbau der Autobahn 7 dauern. Wo wird gebaut, wie teuer wird das und wer zahlt was? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.07.2015 | 16:00 Uhr