Stand: 25.11.2015 20:30 Uhr

DGB: Fachkräfte versauern in Minijobs

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Besonders kritisch sieht der DGB die Lage in Hotels und Gaststätten. (Themenbild)

Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und im übrigen Norden lassen offenbar die Fähigkeiten von sogenannten Minijobbern ungenutzt. Denn viele der geringfügig Beschäftigten zwischen Emden und Anklam haben eine Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. Zu diesem Ergebnis kommt der DGB-Nord in einer Studie für Norddeutschland, die NDR 1 Radio MV vorliegt. Diese beleuchtet vor allem die Situation von Arbeitnehmern, die ausschließlich als Minijobber beschäftigt sind und nicht neben einer Hauptbeschäftigung dazuverdienen.

Trotz Qualifikation nur Minijob

"Bei den Minijobbern liegen Riesen-Potenziale brach", sagt der Chef des DGB-Nord, Uwe Polkaehn. Allein in Niedersachsen hätten von den knapp 520.000 Menschen, die ausschließlich in einem Minijob arbeiten, immerhin 203.000 einen Berufsabschluss, gut 23.000 sind der DGB-Analyse zufolge Akademiker. Besonders drastisch sei die Lage in Hotels und Gaststätten. In der niedersächsischen Bewirtungs- und Beherbungsbranche sei fast ein Drittel der rund 63.000 Minijobber beruflich qualifiziert. Ähnlich sieht es in den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern aus. In der Gastronomie im Nordosten hat demnach fast die Hälfte der rund 6.500 Minijobber Berufsabschlüsse - fast die gleichen Zahlen hat der DGB für Schleswig-Holstein ermittelt.

DGB fordert Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Stellen

"Es ist doch absurd", so Polkaehn, "dass einige Branchen häufig über Fachkräftemangel klagen, aber die vorhandenen Jobs nur mit geringfügig Beschäftigten besetzt werden." Der DGB fordert, die 450-Euro-Jobs in echte, sozialversicherungspflichtige Stellen umzuwandeln. Arbeitnehmer hätten so eine existenzsichernde Beschäftigung mit Versicherungsanspruch und am Ende vor allem eine bessere Altersversorgung. Der DGB will das Thema "Minijob" mit den Landesregierungen der Nordländer im Bündnis für Arbeit verhandeln.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.11.2015 | 07:00 Uhr