Jan Delay und Disko No.1 live
Alle Bilder vom Konzert in Hannover am 27. Oktober 2009. © NDR/fotografirma.mehr
Jan zieht durch den Norden und wir sind mit euch dabei. N-JOY Webreporter Holger Röttgers war für euch in Hannover. Am Ende findet ihr die Fotos - auch aus Flensburg.
Wer 2007 schon auf der Mercedes-Dance-Tour mit Jan Delay und seiner exzellenten Live-Band Disco No.1 abgefeiert hat, der konnte es wahrscheinlich kaum erwarten, bis der Chefstyler jetzt auch mit seinem neuen, ordentlich durchgefunkten Album "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" die Bühnen rocken würde. Für rund 3.000 Fans in Hannover hatte das Warten am Dienstagabend ein Ende.
Auch ich habe mich unter das Partyvolk gemischt und bin gespannt, ob sich die Gästebuch-Einträge auf Jans Homepage zum Konzert in Berlin am Vorabend ("perfekt abgestimmte Show", "geht ab wie Schmitz Katze", "besser als Mercedes-Dance", "derbe schwindelerrend geile Show") mit meinen Eindrücken decken werden. Allerdings hat die Veranstaltung in der AWD-Halle zunächst eher den Charme einer Schulaufführung. Nur langsam füllt sich der Saal, ein paar Besucher machen es sich auf den Sitzplätzen gegenüber der Bühne bequem. Kaum zu glauben, dass hier in den nächsten zweieinhalb Stunden eine fette Party gefeiert werden soll. Bevor jedoch der Meister die Bühne betritt, heizen DJ Mad und Das Bo dem Publikum ein.
Als die ersten wuchtigen Beats durch die Halle wummern und der Discoking mit funkelndem Zepter und seiner perfekt durchgestylten Musikcrew die Bühne betritt und das Publikum begrüßt, ahnen bereits viele in den hinteren Reihen, dass das mit dem Sitzplatz eigentlich eine blöde Idee war. Bei "Showgeschäft" hält es schon viele nicht mehr auf den Sitzen und Jan prophezeit: "Spätestens beim dritten Song tanzt ihr sowieso" - er soll recht behalten.
Von der ersten Minute an ist klar, da stehen elf Musiker auf der Bühne, die nicht nur eine perfekte Show abliefern wollen, sondern die in erster Linie viel Spaß an der Musik haben und ihr Handwerk beherrschen. Egal ob Boyband-Pop ("Everybody"), Hip-Hop-Beats ("Jump Around", "U Can't Touch This"), Reggae ("Die Sonne, die scheint"), R&B ("This Is How We Do It") oder 80er Disco-Rave ("Pump Up The Jam") - Disco No.1 überzeugen in jedem Stil.
Der Bandleader fegt dazu wie ein Derwisch über die Bühne und es dauert nur wenige Songs, bis sein violettes Hemd völlig durchgeschwitzt ist. Auf "Ausziehen"-Rufe kontert der Chefstyler: "Nehmt euch lieber ein Beispiel an mir und tanzt mit". Doch das Publikum ist schon voll dabei und die Temperatur im Saal steigt von Minute zu Minute. Als passenderweise zu "Feuer" Flammen auf der Bühnenleinwand züngeln, scheint es im Raum noch ein bisschen wärmer zu werden.
Wie es sich für eine ordentliche Disco-Party gehört, raven Jan und seine Ladys zum Schluss noch zum Technotronic-Hit "Pump Up The Jam" und "Remmidemmi" der Hamburger Hip-Hop-Kollegen von Deichkind bevor die Bühne zu Nenas "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" in Sternenlichter getaucht wird.
Fette Party, super Sound - morgen schreibe ich in Jans Gästebuch: Danke Delay Lama und Disco No.1 für eines der besten Konzerte, die ich gesehen habe.
Gecheckt von Holger Röttgers