Coldplay open air in Hannover
Die Megastars des Britpop haben ihr aktuelles Album live und open air in Hannover präsentiert: Hier die Bilder vom Konzert am 25.8.2009.mehr
Dienstagabend Punkt 21.00 Uhr, in der Fußball-Arena in Hannover ertönen die ersten Klänge von "Life In Technicolor". Mit dem sphärischen Intro-Song vom bislang erfolgreichsten Coldplay-Album "Viva la Vida or Death and All His Friends" eröffnen die vier Britpopper um Leadsänger Chris Martin die erste Show ihrer Mini-Sommertour durch Deutschland.
Wo sonst die Fans von Hannover 96 für die Beschallung des Runds sorgen, schreien jetzt 37.000 Coldplay-Fans. Körper fangen an, rhythmisch im Takt zu zucken. Die Menge im Innenraum drängelt sich noch ein bisschen näher an die Bühne, die lange Wartezeit seit vier Uhr am Nachmittag, Regenschauer und die entnervende Anfahrt durch die völlig verstopfte Landeshauptstadt sind vergessen. Ab sofort gibt es keine Verschnaufpause mehr. Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman rasen in gut anderthalb Stunden durch ihr Musikrepertoire ohne, dass auch nur ein Moment von Länge entsteht.
Jede andere Band hätte sich wahrscheinlich einen Überhit wie "Clocks" vom Album "A Rush of Blood to the Head" bis zum Schluss oder für die Zugabe aufgehoben. Nicht so Coldplay. Sie wissen, sie haben noch jede Menge Pulver zu verschießen an diesem Abend. Aber erst einmal eine Begrüßung - soviel Zeit muss sein. "Guten Abend meine Freunde", begrüßt Martin das Publikum und bedankt sich, dass es den Weg von der Arbeit oder von zu Hause zum Konzert gefunden hat. Ein Superstar beweist gute Kinderstube - sympathisch!
Nur zwei Songs später das nächste Highlight: Bei "Yellow" fallen von allen Seiten riesige gelbe Ballons auf die Zuschauer. Alles an diesem Abend ist bunt und vor allem groß: Die Ballons, die gut 50 Meter breite Bühne, die Lasershow, der Konfettiregen (bei "Lovers in Japan"). Es gibt aber auch die leisen Momente. Zum Beispiel als Martin allein am Piano "The Hardest Part" und das Instrumentalstück "Postcards from Far Away" performt.
Nach Song 16 ("Lost!) geht das Licht auf der Bühne plötzlich aus, die Musik verstummt. Sollte es das etwa schon gewesen sein mit dem Feuerwerk? Augenblicke später eilt die Band am Rande des Stadion-Innenraums zu einer kleinen Bühne mitten im Publikum - Coldplay zum Anfassen. Als die Jungs eine Akustik-Version von Michael Jacksons "Billy Jean" anstimmen, macht sich Gänsehaut breit.
Nach 23 Songs, inklusive Zugaben und einem echten Feuerwerk auf dem Stadiondach ist dann aber wirklich Schluss. Ein großartiger Konzertabend geht zu Ende und selbst die Rückfahrt durch die (wieder völlig verstopfte) City von Hannover verliert ihren Schrecken, denn im CD-Player des Autos läuft das Coldplay Live-Album "LeftRightLeftRightLeft", das jeder Konzertbesucher kostenlos mitnehmen durfte.
gecheckt von Holger Röttgers