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Helga Feddersen - großes Herz und große Klappe

von Nicola Millies

Helga Feddersen 1983. © dap Detailansicht des Bildes Helga Feddersen - trotz vieler Schicksalsschläge verlor sie nie ihre heitere Art. Am Ende ist die Krankheit stärker: Am 24. November 1990 erliegt Helga Feddersen in einem Hamburger Krankenhaus ihrem Krebsleiden, das sie über Jahrzehnte immer wieder niedergekämpft hat. Vielen Zuschauern bleibt die beliebte Schauspielerin, die nur 60 Jahre alt wird, vor allem als "Ulknudel der Nation" in Erinnerung. Doch die Hamburgerin war mehr als nur Blödel-Bardin. Sie war eine geniale Komödiantin, hochprofessionelle Schauspielerin, fantasievolle Autorin und eine sensible Persönlichkeit, die viele Schicksalsschläge überstand.

Echte Hamburger Deern

Porträt der Schauspielerin Helga Feddersen. © NDR/Junge Film Union, Foto Wesel - honorarfrei nur im Zusammenhang mit der Sendung: Grosses Herz und große Klappe Die Tochter eines Hamburger Kaufmanns begann ihre Karriere als Schauspielerin im "Theater im Zimmer". Als Tochter eines Kaufmanns für Seemannsausrüstung am 14. März 1930 in Hamburg geboren, erwacht schon früh in Helga Feddersen der Wunsch, Schauspielerin zu werden. Die hübsche "Deern" nimmt Unterricht und hat mit nur 19 Jahren ihr Debüt am Hamburger "Theater im Zimmer".

So erfolgreich ihre Karriere beginnt, so dramatisch wendet sich Helga Feddersens Leben. 1955 entdeckt man einen Tumor bei ihr. Bei der Operation wird die Ohrspeicheldrüse so unglücklich verletzt, dass die Schauspielerin eine dauerhafte Gesichtsentstellung davonträgt. Längere Zeit kann sie nicht auftreten, fasst aber neuen Mut und beginnt 1957 als Souffleuse und Regieassistentin beim NDR. Erste Rollenangebote folgen und Helga Feddersen erkennt ein Talent in sich, das ihr keine Schönheitsoperation, kein Schauspielunterricht geben kann: Sie kann Menschen zum Lachen bringen.

Ein Talent für komische Rollen

Helga Feddersen und Dieter Hallervorden. © picture-alliance/KPA Detailansicht des Bildes Gemeinsam mit Dieter Hallervorden gelingt Helga Feddersen mit "Du, die Wanne ist voll" 1978 der Sprung in die deutschen Top Ten. Neben ernsthaften Rollen wie in den "Buddenbrooks" (1959), spielt sie sich vor allem als Else Tetzlaff in Wolfgang Menges "Ein Herz und eine Seele" und als Sketch- und Moderationspartnerin von Frank Zander in der Musiksendung "Plattenküche" in die Köpfe und Herzen ihrer Fans. Auch Dieter Hallervorden ist von der norddeutschen Ulknudel sehr angetan. Neben vielen Sketchen entsteht mit ihm im Jahr 1978 der Überraschungshit "Du, die Wanne ist voll" (eine Hit-Parodie von "You’re the One That I Want" aus dem Musical "Grease"), der es sogar bis in die deutschen Top Ten schafft.

Ihr erster Mann, der frühere NDR Dramaturg Götz Kozuszek, mit dem sie seit 1962 bis zu dessen Tod im Jahr 1985 verheiratet ist, entdeckt Helga Feddersens Talent als Schriftstellerin. Von ihr stammen die Drehbücher zu "Bismarck von hinten oder Wir schließen nie", "Helga und die Nordlichter" und "Geschichten aus der Heimat".

Im Oktober 1983 verwirklicht sie sich einen lang ersehnten Wunsch und kauft zusammen mit ihrem Freund Olli Maier das "Theater am Holstenwall". Dort führt sie allein "Die Perle Anna" mehr als 400 Mal vor begeistertem Publikum auf.

Der Kampf gegen die Krankheit

Aber das Glück will der sensiblen Frau einfach nicht treu sein. 1987 erkrankt Helga Feddersen erneut, ein bösartiger Tumor am rechten Auge zwingt sie, die Schauspielerei ruhen zu lassen. Auch das Theater leidet darunter und nur zwei Jahre später meldet das "Theater am Holstenwall" Konkurs an.

Helga Feddersen und ihr Lebensgefährte Olli Maier vor ihrem Haus auf Föhr © picture-alliance / dpa Fotograf: Wulf Pfeiffer Detailansicht des Bildes Sommer 1990: Wenige Monate vor ihrem Tod zieht sich Helga Feddersen mit ihrem Freund Olli Maier in ihr Friesenhaus auf Föhr zurück. Im Juni 1990 muss sich die 60-Jährige erneut einer Tumor-Operation unterziehen. Doch die Krankheit ist zu weit fortgeschritten. Helga Feddersen gibt ihren Hausstand auf und zieht mit ihrem Lebensgefährten in ihr Friesenhaus auf der Nordseeinsel Föhr. Leider sind die glücklichen Tage dort nur von kurzer Dauer. Am 24. November 1990 erliegt Helga Feddersen dem Krebs.

Beigesetzt wird sie auf Wunsch ihres Mannes Olli Maier, den sie wenige Tage vor ihrem Tod noch heiratet, in dessen Heimatstadt Stuttgart.

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Helga Feddersen. © NDR/privat
 
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Ein Streifzug durch das Leben der verstorbenen Hamburgerin.

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