"Solangn as wei leeft, ward fedde Ossn schlacht, de na uns kommt künt Herdnköpp fretn" Säh unns Husschlachter wenn he bie uns schlachn dä. (Elbdeich Rosenweide)
Solange wie wir leben, werden fette Ochsen geschlachtet, die nach uns kommen, können Heringsköpfe fressen! Sagte unser Hausschlachter, wenn er bei uns schlachtete.
"Watt saachte denn de Wilddeef, ass se em in´n Holln faat kreegen hebbt"? freuch de Richter dann Schendarm! "Er saachte gerade einen großen Telgen ab"! (Elbdeich Rosenweide)
"Was sagte denn der Wilddieb, als sie ihn im Wald erwischten"? Fragte der Richter den Polizisten! "Er sägte gerade einen großen Zweig ab"!
Aabenröhr (Elbdeich Rosenweide)
Aufbewahrungsfach im Kachelofen auch zum warmhalten von Speisen
Achder unsen Huus, dor pleucht Peeter Kruus, ohne Plooch und ohne Rad, nu raah mal, wat is dat? "De Mullworbn" (Elbdeich Rosenweide)
Hinter unserem Hause, da pflügt Peter Krause, ohne Pflug und ohne Rad, nun rate mal was ist das? "Der Maulwurf"
achtern (Hoya u. Umgebung)
"dor achtern" dort hinten, das muß nicht hinten sein, sondern in Verbindung mit einem Richtungshinweis durch Zeigen, kann es auch z.B. voraus sein
Biësekater (Kreis Unna)
Bodennebel in den frühherbstlichen Abendstunden; er sitzt in den Geländemulden wie ein lauernder Kater und erscheint mal hier mal dort (daher der erste Wortteil)
biësen (Westfalen)
herumirren, ziel- und planlos durch die Gegend laufen
Bikbank (Müden/Oertze, Südheide)
Eine Plattform (ca. 3x3 m) mit Geländer auf Holzpfeilern in einem Bach, von einem Ufer aus über einen Steg zu erreichen. Diente zum Spülen vorher gewaschener Wäsche im Flusswasser.
Bikbeere (Bickbeere) (Lüneburger Heide)
Blau- oder Heidelbeere Der Name kommt vom Bicken (Bücken), um an die Beeren heran zu kommen.
Bilegger (Holstein)
Ofen, der von der Küche aus geheizt wird
Brit (Hamburg)
Bezeichnung der britischen Besatzungssoldaten (Befreier) nach 1945 durch die Hambuger Bevölkerung
Brit (Schimpfwort) (Hamburg)
Bezeichnung für einen britischen Besatzungssoldaten (als Befreier empfunden?) nach 1945 durch die Hambuger. Umgangssprachlich benutzt als Schimpfwort für einen
Dann´n Pracher fallt dat letzte ut de Kiep (Elbdeich Rosenweide)
Dem Armen fällt das letzte aus dem Korb. Bezieht sich auf Menschen, die nicht mit Geld umgehen können
Dat beste iss ümmer, secht Jochn Brümmer, sick an de eegn Nääs to fatn und anner Lüh in Ruh to latn! (Elbdeich Rosenweide)
Das beste ist immer, sagt Jochen Brümmer, sich an die eigene Nase zu fassen und andere Leute in Ruhe zu lassen!
Dat Bett iss so warm und de Fleu sünd satt! See uns Naber, wenn he de Tiet verslapen harr. (Elbdeich Rosenweide)
Das Bett ist so warm und die Flöhe sind satt! Sagte unser Nachbar, wenn er die Zeit verschlafen hatte.
dat is een Klacks för mi (Hamburg/Schleswig-Holstein)
das ist eine Kleinigkeit für mich, das macht mir nichts aus, das ist schnell erledigt
Dat is'n anner Kurn, sä de Möller un beet op'n Muuskötel. (24787 Fockbek)
Das ist ein anderes Korn, sagte der Müller und biss auf einen Mäuseködel. Sagt man, wenn jemand zwar merkt, dass etwas an einer Sache faul ist, er sich aber trotzdem auf der falschen Fährte befindet.
Dat loopt as wen de Dübel Torf föhrt (Wesermarsch)
Wenn alles glatt oder schnell geht
Dat schaste mol sahn! (Peine)
Das sollst du mal sehen!
De di hört und sütt di nich, mutt wunner denken watt du für´n Kerdl büß! (Elbdeich Rosenweide)
Der dich hört und sieht dich nicht, muss verwundert denken,was du für ein mutiger Mann bist!
De Elw geit in Hemsärmel (Elbdeich Rosenweide)
Die Elbe geht in Hemdsärmel (bei Sturm sind es die weißen Wellenkämme)
De hett en Buck schaten (Elbdeich Rosenweide)
Jemand hat was falsch gemacht, ein Missgeschick
De Huasenkähl (Niedersachsen / Hagen a.TW)
Huassen sind Frauen - und Kinderstrümpf, Männer trugen Socken Huassen gingen bis an die Knie. Man trug Gummistrumpfbänder oder auch behelfsmäßig Stoffbänder.
De Köksch und de Katt hebbt ümmer watt, de Jung und de Hund mööt teubn bitt watt kummt. (Elbdeich Rosenweide)
Die Köchin und die Katze haben immer was (zum Essen), der Junge und der Hund müssen warten bis was kommt.
de Möte (w.) (Westfalen)
die Begegnung, das Treffen
Dor hebbt wei dat Ei, secht Butenscheun, dor harr em de Wurt inne Hand schetn. (Elbdeich Rosenweide)
Da haben wir das Ei, sagt Butenschön, da hatte ihn der Erpel (männl. Ente) in die Hand gesch........!
Dor hett en Uul setn (Elbdeich Rosenweide)
Wenn ein gedachter Erfolg nicht in Erfüllung geht
dor kann ik mi ne to tähmen (Ostfriesland)
dazu kann ich mich nicht entschließen
Förwöer: ik, du, he, se, et, wi, ji, se, mien, dien, uus, jou, uuse, joue (Hoya u. Umgebung)
Fürworte: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie, mein, dein, uns, euch, unser, euer
He hett in´n Wispelneest pett (Elbdeich Rosenweide)
Er hat in ein Wespennest getreten. Jemand hat etwas gesagt, was er lieber hätte verschweigen sollen!
He hett sick inne Neddln sett (Elbdeich Rosenweide)
Wenn jemand eine große Dummheit begangen hat
He krübbt wie de Snick in´n Teer (Elbdeich Rosenweide)
Er kriecht wie die Schnecke im Teer (wenn jemand sehr sehr langsam geht)!
He lücht (Hamburg)
Geschichtenerzähler auf See der Seemannsgarn spinnt
Ick mutt mol ut de Büx (Kreis Steinburg)
Ich muss mal auf die Toilette
Ick sech noch:"Vadder schlach dat Swien"! aber nee, he leut dat von de Heuner Dot perdn! (Elbdeich Rosenweide)
Ich sagte noch: "Vater schlachte das Schwein"! Aber nein, er ließ es von den Hühnern Tot treten
Kinner und Kalbermaat mööt groode Lüü weetn. (Elbdeich Rosenweide)
Kinder und Kälbermaß müssen erwachsene Leute wissen (das bezieht sich auf Essen und trinken)
Klafisel (Um Suhlendorf im Osten des Kreises Uelzen.)
Das ist eine Kinderschaukel. Ein Seil wurde in einer Schlaufe am unteren Ast eines Baumes aufgehängt. In die Schlaufe legte man das Sitzbrett.
Kreiht de Haan up'n Mess ennert sick dat Weer oder dat blift wiet iss! (Elbdeich Rosenweide)
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist!
Kruse Hoor und krusen Sinn, sitt de Dübel dree mol in! (Elbdeich Rosenweide)
Krause Haare, krauser Sinn, sitzt der Teufel dreimal drinn! (Das bezieht sich auf junge Mädchen, die zuviel Temperament haben).
möten - mot - mot (Westfalen)
begegnen, treffen - begegnete, traf - begegnet, getroffen
mötend staohn (Westfalen)
einander von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen
Mötestiär (Westfalen)
Ausweichstelle bei einer schmalen Straße, um das Forbeifahren zweier entgegenkommender Fahrzeuge zu ermöglichen - 2. Bedeutung: Treffpunkt; Ort, an dem man verabredet ist
Näbberdisch (Elbdeich Rosenweide)
Essgeschirr, Handtücher usw, wurden damals draußen auf einem hölzernen tischartigen Gestell zum trocknen gelegt oder gestellt.
En Brill köpen un froi'en, dat mösst diu jümmer noch sülm maken. (Greene / Kreiensen - ostfälisches Platt)
Eine Brille kaufen und heiraten, das musst du immer noch selbst machen.
Schnorrkarrn (Linden-Alberta Kanada)
Ein auf einer Fadenschlinge aufgezogener Knopf, der durch anziehen und locker lassen der Schlinge in drehende Bewegung kommt und ein surrendes Geräusch macht
Slöpendriver (Vierlande/Hamburg)
Liebevoll-scherzhafte Bezeichnung für die vom draußenspielen dreckigen Kinder. Stammt aus der Zeit, als aus dem Urstromtal der Elbe, die Vierlande (Altengamme, Neuengamme, Curslack, Kirchwerder) wurde. Dazu wurde ein Grabensystem angelegt und der ausgehobene Boden auf Schlitten abgefahren.
Stopp, stopp, Stüben Stack (Elbdeich Fliegenberg)
Grölte ein Schiffer auf der Elbe, bevor sein Schiff im dichten Nebel gegen eine Buhne (Stackkopf) fuhr!
Täömiggaohn, Täömiggaohn - is den Düvel sien Bedde daon. (Kreis Unna)
Müßiggang, Müßiggang - ist dem Teufel sein Bett machen. (Müßiggang ist aller Laster Anfang.)
Wenn de Kadd Gras frit, denn gift dat Regen (Elbdeich Rosenweide)
Wenn die Katze Gras frißt, dann gibt es Regen
Wenn de Keu dann Mors in´n Wind stellt, denn gift dat Regen (Elbdeich Rosenweide)
Wenn die Kühe den Hintern in den Wind stellen, dann gibt es Regen
Wenn du dor henn schüss, wo du henn kikn deis, denn will ick de Haas wesn, secht de Drieber to dann Jäger de so schieln dä! (Elbdeich Rosenweide)
Wenn du dahin schießt, wo du hin guckst, denn will ich der Haase sein. Sagt der Treiber zu dem Jäger, der so schielt!
Wusstprökel (Visselhövede)
Holzstäbchen zum Verschließen des Wurstdarms
wut du, schall ik, süss loat mii (Hoya u. Umgebung)
willst du, soll ich, sonst lass mich (wenn man sich nicht einig ist, wer zuerst durch die Tür gehen soll)