Nach 75 Jahren hat sich das Hamburger Ohnsorg-Theater von seiner alten Spielstätte verabschiedet. Neues Zuhause ist seit Juli 2011 das Bieberhaus, vis-à-vis von Hauptbahnhof und Schauspielhaus.
"Das alte Ohnsorg-Theater war flach wie ein Schuhkarton, was uns immer Ton- und Sichtprobleme bereitet hat", sagt Intendant Seeler über das alte Haus in den Großen Bleichen.
In der neuen Spielstätte ist das anders. Es sei alles irgendwie luftiger geworden, freut sich Intendant Christian Seeler.
Für das neue Theater haben Architekten einen Theatersaal entworfen, der wie ein "Haus im Haus" mit Abstand zur Fassade im Inneren des Altbaus steht.
Grundsteinlegung im April 2010: Mit dabei sind auch Intendant Seeler (links), Schauspielerin Heidi Mahler (2. v. l.) und die damalige Kultursenatorin Karin von Welck (rechts).
16 Monate wurde gehämmert, geschraubt und gebohrt, 15 Millionen Euro investierte die Immobilienfirma Alstria in Umbau und Umzug.
Vier Tage vor der Eröffnungspremiere im neuen Haus: Während im Foyer der letzte Feinschliff gemacht wird, ...
... findet im großen Saal eine Lichtprobe statt. Die neue Bühne ist mit neuneinhalb Metern dreimal so hoch wie die alte in den Großen Bleichen.
Der große Saal fasst mehr als 400 Zuschauer, allein im Rang finden 150 Besucher Platz.
Sowohl Erdgeschoss als auch Obergeschoss erhielten großzügige Fenster, sodass sich den Besuchern ein schöner Blick auf Hamburgs Innenstadt bietet.
Das Foyer mit einer großzügigen Freitreppe umläuft den Theaterraum auf zwei Ebenen und füllt den Zwischenraum zur Fassade aus.
Hier können die Zuschauer vor, zwischen und nach den Aufführungen entspannen: die Theaterbar im Erdgeschoss.
Ein Novum für das Ohnsorg-Theater ist eine zusätzliche Studiobühne als "Versuchslabor". "Wir wollen hier einen Schwerpunkt legen auf Kinder- und Jugendtheater op Platt", erklärt Intendant Seeler.
Am 28. August 2011 ist es soweit: Premiere im neuen Haus - gespielt wird der "Sommernachtstraum" von William Shakespeare - natürlich op Platt.
Ohnsorg-Gründer Richard Ohnsorg darf auch im Bieberhaus nicht fehlen: Er war von 1910 bis 1945 Intendant des Hauses.
Nicht nur das Theater ist neu: Der Hachmannplatz direkt davor hat einen neuen Namen bekommen - er heißt jetzt Kabel-Platz, ...
... gleichzeitig wurde dort ein Bronze-Denkmal der großen Volksschauspielerin eingeweiht.
Sie hatte mit Stücken wie "Tratsch im Treppenhaus" das Ohnsorg-Theater in der alten Spielstätte legendär gemacht.