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Eine Frau sitzt an der Ostsee © dpa Fotograf: Marcus Brandt
 

Friesisch für alle

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Leuchtturm Westerhever auf Eiderstedt (SH) © picture-alliance / Bildagentur Huber Fotograf: Bildagentur Huber/Gräfenhain
 

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Friesisch

Wie bitte? Friesisch? Was ist das denn?

"Friesisch für alle" heißt die friesische NDR 1 Welle Nord-Sendereihe am Mittwochabend. Doch eigentlich müsste sie heißen "Nordfriesisch für alle". Denn Friesisch bezeichnet als Oberbegriff nicht nur die Gesamtheit nordfriesischer sondern auch westfriesischer und ostfriesischer Dialekte.

Typisches Friesenhaus mit Reetdach in Keitum auf Sylt. © picture-alliance / HB-Verlag Fotograf: K.-H. Raach Detailansicht des Bildes "Tatsächlich ist die dialektale Vielfalt ein wesentliches Merkmal des Friesischen. Es nimmt aufgrund dieses Tatbestandes eine einzigartige Stellung in der germanischen Sprachenfamilie ein. Friesisch gliedert sich in drei Zweige: Westfriesisch ist in der Provinz Friesland der Niederlande verbreitet und wird von etwa 400.000 Menschen gesprochen. Ostfriesisch ist im eigentlichen Kernland ausgestorben, hat sich aber außerhalb Ostfrieslands in der oldenburgischen Gemeinde Saterland erhalten und ist für rund 2.000 Menschen die Muttersprache. Nordfriesisch [...] wird an der Nordwestküste des Bundeslandes Schleswig-Holstein sowie auf der Insel Helgoland gesprochen. [...]

Friesisch zählt gemeinsam mit dem Nieder- und Hochdeutschen, dem Niederländischen und dem Englischen zur westgermanischen Sprachengruppe. Mit dem Angelsächsischen zählt es zum Nordseegermanischen (Ingwäonisch). In zahlreichen Wörtern zeigen sich noch heute Ähnlichkeiten mit der englischen Sprache. 'Schlüssel' zum Beispiel heißt auf englisch key, auf Föhr kai, in der Bökingharde koie; 'Ärmel' auf englisch sleeve, auf Föhr sliaw und in der Bökingharde sliiw."

(Prof. Dr. Thomas Steensen, geb. 1951 in Bredstedt, Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt und Christina Tadsen, stellvertretende Leiterin des Nordfriisk Instituuut in Bredstedt: Friesisch und die Mehrsprachigkeit im Sprachenland Nordfriesland. In: Das große Nordfriesland-Buch, Ellert & Richter Verlag)

Und was ist Nordfriesisch?

Ein ungewohntes Bild für Gäste: In manchen Gegenden Nordfrieslands stehen zweisprachige Ortsschilder. "Bredstedt" steht da zum Beispiel schwarz auf gelb. Und darunter: "Bräist" - die nordfriesische Variante. Für viele Menschen in Nordfriesland ist diese Sprache vorrangiges Identitätsmerkmal. Sie ist häufig auch Grundlage eines Gefühls der Zusammengehörigkeit mit den "Sprach-Friesen" in Niedersachsen und denen in den Niederlanden - trotz großer sprachlicher Unterschiede. Der Westfriese zum Beispiel und die Nordfriesin können einander kaum verstehen.

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Der leuchtende Leuchtturm Westerhever auf Eiderstedt. © picture-alliance © Herbert Schwind/OKAPIA
 

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