"Sven an Sheila"
Platz eins beim "Ferteel iinjsen 2012": die friesische Kurzgeschichte "Sven an Sheila" von Ellin Nickelsen - gelesen von Antje Arfsten.
Audiobeitrag starten (11:42 min)Friesischer Schreibwettbewerb "Ferteel iinjsen 2012": NDR 1 Welle Nord, das Nordfriisk Instituut in Bredtstedt und die Sparkassen in Nordfriesland haben sechs Geschichten ausgezeichnet. Sie wurden in der Nordsee Akademie in Leck vorgetragen. Die sechs Gewinnergeschichten - hier als Inhaltsangabe und Audio auf Friesisch im Überblick.
1. Preis: Ellin A. Nickelsen - "Det stak faan Sven an Sheila"
Eine Heranwachsende hat richtig viel Schwein. So viel Schwein, dass sie in der Marsch ein Schweine-Denkmal aufstellt. Das Mädchen heißt Meike und ihr liebstes ist es, Sven in der Schule zu ärgern. Sven ist der Sohn eines Schweinebauers und wohnt weit weg von allem in der Marsch. Doch Sven hat ein Haustier: Ein lebendiges Ferkel, mit dem er sogar spazieren geht. Als Meike das herausbekommt, macht sie ihn in der Schule endgültig fertig. Doch dann hat Meike in der Nacht einen Unfall. Und wer holt sie da wohl raus?
2. Preis: Gary Funck - "Mååst ferjin"
Die kleine Anni übernachtet bei ihrer Großmutter und bekommt Besuch. Da sitzt ein kleiner Kerl mit Holzklotzen und Zipfelmütze an ihrem Bett. Anni meint, er sei ein Gartenzwerg. Aber nein, er ist ein Naske Pük - auch als Nis Puk bekannt. Oder eben heute nicht mehr bekannt, denn Anni hat von solchen Hausgeistern noch nie etwas gehört. Die Menschen haben seinesgleichen vergessen, klagt Naske Pük. Aber stimmt das überhaupt?
3. Preis: Andrea Hölscher - "Iansis en stäär uunfaade"
Die elfjährige Kamilla hat gerade einen Kinder-Koch-Wettbewerb gewonnen, was sie völlig normal findet. Schließlich führen ihre Eltern ein Restaurant. Mit drei Jahren durfte sie schon an die Kochtöpfe, mit vier bringt sie Selbstgebackenes mit in den Kindergarten und mit sechs Jahren überzeugt sie den Arzt bei der Schuleingangsuntersuchung mit einem Rezept für Spaghetti Bolognese. Es ist wirklich kein Wunder, dass sie den Koch-Wettbewerb gewinnt.
4. Preis: Henriette Boysen - "Schåt önjt hoolting"
Die 17-jährige Thea lebt in einem Königreich, in dem alle immer glücklich sind. Thea lauscht den Geschichten, die ihre Mutter ihr erzählt. Am besten findet sie die Geschichte mit dem Regenbogen, an dessen Ende ein Schatz zu finden sei. Als Theas Eltern sterben, leuchtet ein Regenbogen über dem Friedhof. Thea beschließt, ihm zu folgen und gerät in einen dunklen Wald. Ob sie dort einen Schatz finden wird - vielleicht mit Hilfe des Prinzen und seinem Pferd?
4. Preis: Merten Frank - "Di ferswünen Prins"
In diesem Märchen geht es um die Krönung des Prinzen Floo. Die ist wie eine Art Samurai-Prüfung aufgebaut: Es gibt vier Disziplinen, die mit ebenso vielen unterschiedlichen Waffen geschlagen werden. Neben dem Prinzen treten seine 17 Brüder an. "Der Meister" gibt den Takt vor - von der ersten Disziplin bis zum Ende. Und jede Menge zu essen gibt es auch in dieser Geschichte.
4. Preis: Nis Ove Kahl - "Di latje"
Der Junge Jan baut am Strand von Sylt eine fulminante Sandburg mit Kellergeschoss, als ihn plötzlich eine Stimme aus der Tiefe anpflaumt: Man solle ihn herausziehen. Zum Vorschein kommt ein Unteridischer - ein unerjardsche oder otterbanke, der vor Dreihundert Jahren das letzte Mal an der frischen Luft war. Weil sich seitdem viel getan hat auf der Erde, muss Jan viel erklären - zum Beispiel, was Fischstäbchen oder Ferien sind. Werden die beiden Freunde?