Ulrich Tukur mit "saumäßigem" Auftritt

von Axel Seitz
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Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys feiern ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum mit der Show "Let’s Misbehave". Neue Interpretationen von Songs wie "Love me or leave me" oder "These foolish things" sind zu hören.

Haben Sie sich unanständig benommen? Nein, das neue Programm von Ulrich Tukur und seine Rhythmus Boys heißt zwar "Let’s Misbehave", aber ihr allererstes Konzert in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwochabend in Wismar im Rahmen der Festspiele MV hatte es in sich - ganz viele amerikanische Evergreens, die Welthits sind und von dem Quartett dann doch völlig neu interpretiert wurden.

Evergreen-Konzert mit Fun-Faktor

Gedichte von Goethe und Kästner, Musik von Irving Berlin, amerikanische Evergreens aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor allem von Cole Porter, aber auch italienischer Rock und Elektropop. Wenn dann noch Ulrich Tukur zu Beginn ohne Hose auf die Bühne stürzt, er und seine drei Rhythmus Boys das Wismarer Publikum an einem heißen Sommerabend mit Wasserpistole bespritzen und sich die Musiker selbst auf die Schippe nehmen - dann haben vier gestandene Musiker ihren Spaß.

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Der us-amerikanische Komponist und Liedtexter Cole Porter (1891 bis 1964) komponierte etwa 40 Musicals. Viele der Lieder darin wurden Evergreens.

"'Lasst uns doch mal die Sau raus lassen' - Nein, das macht sich fest an einem Lied von Cole Porter aus dem Jahre 1927 - 'Let's Misbehave' heißt der Schlager. Das ist unser erster Versuch, uns im angloamerikanischen Bereich zu bewegen", sagte Ulrich Tukur vor dem Konzert im Gespräch mit dem NDR. Dieser Wismarer Auftritt war auch insofern etwas Besonderes, weil die Rhythmus Boys fast nie im Sommer auftreten. 25 Jahre Festspiele MV und 20 Jahre Rhythmus Boys machen so etwas aber möglich.

Ulrich Tukur am Klavier.

Tukur macht Musik mit Worten

Nordmagazin -

Sowohl als Schauspieler als auch als Sänger begeistert Ulrich Tukur sich für die Sprache. Manchmal sei er sehr eloquent und manchmal "bekommt man keinen geraden Satz zusammen".

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Von der Straßenmusik zum Theater

Natürlich ist Ulrich Tukur vor allem als Schauspieler bekannt, doch er hat auch immer Musik gemacht: " Ich habe ad hoc eine große Leidenschaft für Musik gehabt und sehr früh für Jazzmusik, die man damals, als ich damit anfing Ende der 60-er/70-er, überhaupt gar nicht hörte. Irgendwann entdeckte ich den Reiz der gehobenen Tanz- und Unterhaltungsmusik, englischer, deutscher und aus allen möglichen Ländern, und habe mir das dann beigebracht. Als ich studierte, habe ich versucht, mein Geld mit Straßenmusik zu verdienen und über die Straßenmusik bin ich ans Theater gekommen. Eigentlich fing es mit der Musik an."

Ein tierisch begeistertes Publikum

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Die Rhythmus Boys - das sind Kalle Mews (Schlagzeug, Tierlaute), Ulrich Mayer (Gitarre, Gesang) und Günter Märtens (Kontrabass, Gitarre, Gesang).

Ulrich Tukur sang und erzählte jede Menge Anekdoten, er tanzte sogar, saß vor allem am Klavier, spielte aber auch auf dem Akkordeon "La Paloma" - passend für den Norden.

Deutschlands vermutlich kleinster Schlagzeuger, Kalle Mews, der sogar vermutlich größte Kontrabassist Europas Günter Märtens und dazwischen Gitarrist Ulrich Mayer - gemeinsam mit Ulrich Tukur ließen die vier am Ende dann doch noch - im wahrsten Sinne - die Sau raus. Die mehr als 750 Zuhörer in der ausverkauften Wismarer Markthalle waren begeistert von einem Konzert, das aus der Rolle fiel - "Let's Misbehave".

Ulrich Tukur und die Rhythmus-Boys waren mit ihrem Programm im Rahmen der Festspiele MV auch in Rostock und Bleckede zu Gast - und spielen dann noch einmal Mitte Juli bei drei SHMF-Konzerten.

Festival

Die Festspiele MV bringen Orte zum Klingen

Mehr als 100 Veranstaltungen, viele Stars und ein spannendes Programm planen die Festspiele MV 2016 ausgezeichnet. Preisträgerin in Residence ist die norwegische Geigerin Vilde Frang. mehr