Stand: 21.03.2016 10:53 Uhr

Besucherrekord beim Festspielfrühling Rügen

von Ulrike Henningsen
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Das Fauré Quartett hatte erneut die künstlerische Leitung beim Festspielfrühling Rügen.

Der Festspielfrühling Rügen feierte in diesem Jahr erst seinen fünften Geburtstag und ist trotzdem schon längst den Kinderschuhen entwachsen. Es ist eine Erfolgsgeschichte, was aus der ursprünglichen Idee, einen Anreiz für einen Besuch auf der Insel auch in der Nebensaison zu schaffen, in so kurzer Zeit geworden ist. Mit einem neuem Rekord von 5.000 Besuchern ging der 5. Festspielfrühling am Sonntag zu Ende.

Aufbruch zu neuen Ufern

Prägend für die Veranstaltung ist seit Beginn als künstlerische Leitung das Fauré Quartett. Erika Geldsetzer (Violine), Dirk Mommertz (Klavier), Sascha Frömbling (Viola) und Konstantin Heidrich (Violoncello) hatten 2016 die "Vier Elemente" in den Mittelpunkt gestellt. Frömbling erläutert das Konzept: "Nachdem wir in den vergangenen Jahren Mottos hatten wie Brahms oder die  russische Musik oder Wien, wollten wir beim fünften Mal etwas ganz besonderes wagen und zu neuen Ufern aufbrechen. Und zwar mittels eines Mottos, das sich nicht so auf die Schnelle erschließt, aber natürlich hatten wir dann gleich ganz viel Assoziationen im Hintergrund."

Unterschiedliche Orte entdecken

Vier Jahreszeiten, vier Elemente, vier Temperamente - aus Assoziationen und Ideen von Frömbling und seinen Kollegen wurde ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt 22 Veranstaltungen: ein Cello-Rezital auf der Seebrücke in Sellin, ein Kammerkonzert mit Musik von Milhaud und Messiaen in der Kunstscheune Vaschvitz - wer zum Festspielfrühling kommt, kann nicht nur Musik, sondern auch unterschiedliche Orte entdecken. Das macht für viele Besucher einen besonderen Reiz aus - genauso, wie die Möglichkeit, die Musiker persönlich kennenzulernen. "Nach dem Konzert muss man nicht einfach nach Hause gehen und kann mit niemandem mehr reden über das Erlebte", sagt Heidrich. "Man kann zur Zugabe gehen, mit den Künstlern reden und seine Eindrücke äußern. Dann gibt es ein Feedback und man kommt ins Gespräch - das ist etwas, was die Leute sehr lieben, glaube ich." 

Für die Seele

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Tagsüber die Insel erkunden, abends ins Konzert: Der Festspielfrühling bietet sich an, Rügen kennen zu lernen.

Diese Zugaben sind seit Beginn des Festspielfrühlings 2012 fester Bestandteil. Nach dem Kammerkonzert im Theater in Putbus zum Thema Feuer kamen Publikum und Künstler zum Beispiel im Rosencafé zusammen, einige hatten eine besonders weite Anreise in Kauf genommen: "Ich bin aus Irland gekommen und meine Schwester aus England", sagt ein Gast. Und ein anderer erklärt: "Ich bin zum fünften Mal hier. Ich mache hier Ferien - tagsüber schaue ich mir Rügen an, abends gehe ich ins Konzert. Es ist einfach was für die Seele."

Mehr als Kammermusik

Auch Katja Riemann ist begeistert: "Ich bin zum ersten Mal hier, ich mag das Nordische und das Wasser, was man schon von so weit entfernt fühlen kann, bevor man es sieht. Ich finde diese vielen weißen Häuser, diese Architektur schön, das viele Holz, die Leere, die Weite. Das finde ich absolut inspirierend." Die Schauspielerin kam zu einem Konzert mit einer Collage aus Musik und Literatur zu den vier Temperamenten. Denn auf Rügen wurde nicht nur Kammermusik gemacht. Die künstlerischen Leiter konzipierten auch genreübergreifende Veranstaltungen.

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Der Bratschist Nils Mönkemeyer wird in der kommenden Spielzeit die Leitung des Festspielfrühlings übernehmen.

Im Festkonzert zu den Vier Jahreszeiten dankte ihnen dafür Dr. Markus Fein, Intendant der Festspiele Mecklenburg Vorpommern. Das Publikum feierte die Musiker an diesem Abend nicht nur für ein weiteres mitreißendes Konzert mit langanhaltendem Applaus - es war bei vielen  Besuchern auch der Beifall für fünf Jahre voller bewegender und bereichernder Momente. Und es ist auch ein bisschen wie ein Abschied: Im kommenden Jahr wird Nils Mönkemeyer die künstlerische Leitung übernehmen.

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Festspielfrühling Rügen endet mit Besucherrekord

Feuer, Wasser, Erde, Luft - diese vier Elemente waren das Leitmotiv des diesjährigen Rügener Festspielfrühlings. Dessen fünfte Ausgabe lockte so viele Besucher an wie nie zuvor. Audio (03:39 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 21.03.2016 | 07:20 Uhr