Stand: 11.01.2016 11:17 Uhr

Erfolgreicher Auftakt mit Musik aus Amerika

von Sebastian Welzel
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Geiger Daniel Hope (li.) und Pianist Sebastian Knauer läuteten am Wochenende die Saison 2016 bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ein.

Am Wochenende haben die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern das Festivaljahr 2016 eröffnet. Geiger Daniel Hope spielte gemeinsam mit Pianist Sebastian Knauer auf Schloss Ulrichshusen bei Waren zwei Neujahrskonzerte.

Der Saal des Ulrichshusener Renaissance-Schlosses wurde an diesem Winterwochenende zum Westernsaloon. Denn musikalisch widmen sich Daniel Hope und sein Klavierpartner Sebastian Knauer der Musik der Neuen Welt. Amerikanische Komponisten wie George Gershwin oder Aaron Copland sind zu hören, Lieder von Emigrant Georg Kreisler, oder die Sonatine G-Dur von Antonín Dvořák, die der Tscheche 1893 während seiner Zeit in New York geschrieben hat.

Höhepunkte der Festspiele MV 2016

Inspiriert von den Wasserfällen Minnesotas

Daniel Hope schwärmt schon seit Langem für die Musik Amerikas: "Die Entwicklung, die die amerikanische Musik gemacht hat, ist so ungewöhnlich. Und das war sozusagen unsere Idee, auf Spurensuche zu gehen, die vielfältig sein kann."

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Die Natur der USA inspirierte Antonín Dvořák zu seiner Sinfonie "Aus der neuen Welt".

Wasserfälle in Minnesota sollen Dvořák zu seiner Komposition inspiriert haben. Solche und andere Anekdoten haben die beiden Musiker parat, parlieren locker zwischen den Musikstücken über Gershwins Vermögen, Strawinskys Wodka-Konsum oder Coplands Lehrzeit in Paris.

Sebastian Knauer will dem Publikum noch etwas mehr mitgeben als nur Musikgenuss: "Für das Publikum ist der Zusammenhang oft nicht so deutlich. Wenn man die Stücke aneinanderreiht und spielt, dann steht da halt nur: 'Aaron Copland, Nocturne'. Dann sagt man: 'Klingt ganz hübsch, aber was soll das eigentlich?' Wir achten natürlich darauf, dass wir nicht anfangen, belehrend dazustehen, sondern versuchen, das informativ und etwas amüsant zu gestalten."

Intendant Fein: "Zwei Musiker mit ganz viel Esprit"

Locker spielen sich Knauer und Hope die Bälle zu, genauso perfekt klappt auch ihr musikalisches Zusammenspiel. Die beiden Musiker kennen und schätzen sich seit mehr als 20 Jahren, sind zu engen Freunden geworden. Jeder ist Patenonkel für den Sohn des anderen. Festspielintendant Markus Fein musste nicht lange überlegen, als sich die Chance bot, die beiden Musiker erneut für das Neujahrskonzert zu gewinnen: "Die beiden Künstler stehen den Festspielen MV besonders nah", sagt er. "Seit vielen Jahren sind sie bei uns zu Gast, sind Preisträger der Festspiele MV und wir finden, mit den beiden Musikern startet man am besten ins neue Jahr. Es sind Musiker, die einfach mit ganz viel Schwung, mit ganz viel Esprit dieses neue Jahr 2016 einläuten."

Das Ulrichshusener Publikum honoriert die Entscheidung ganz eindeutig. Vor allem Gershwins "Rhapsody in Blue", als Solofassung für Klavier gespielt von Sebastian Knauer, löst wahrhaft stürmischen Applaus aus.

Konzerte im Luft- und Raumfahrtzentrum

Zum 25. Jubiläum des Festivals haben die Festspiele im Vorjahr mit rund 83.000 Zuschauern einen Rekord aufgestellt. Insofern steht Intendant Markus Fein vor einem spannenden Jahr 2016. Um den Erfolg des Vorjahres erneut zu erreichen hat er ein Programm zusammengestellt, das reizvoll und hochkarätig ist, verspricht er: "Von Sol Gabetta bis Hélène Grimaud, vom Orchestre National de Paris bis zum NDR Sinfonieorchester. Für mich - und ich glaube auch für die Gäste - ist das Besondere, dass man diese tollen Musiker bei uns ganz besonders nah, ganz besonders persönlich, intim in einer tollen Atmosphäre erleben kann."

Dazu kommen neue und ungewöhnliche Spielorte wie das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz. Ein Auftakt nach Maß ist für das Festspieljahr 2016 mit dem Neujahrskonzert in Ulrichshusen wohl gelungen. Beide Konzerte waren bis auf den letzten Platz ausverkauft. Und die Besucher dürften sich an einen aufregenden musikalischen Genuss mit zwei sympathischen Ausnahmekönnern erinnern.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 10.01.2016 | 16:20 Uhr