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Elbphilharmonie - Hamburg baut ein Wahrzeichen

Die Elbphilharmonie ist ein Jahrhundert-Projekt. In Hamburg ist eines der spektakulärsten Konzerthäuser der Welt entstanden. Von den ersten Ideen bis zur Eröffnung vergehen mehr als 15 Jahre. In dieser bewegten Zeit wandelt sich die anfängliche Euphorie erst in Skepsis, dann in Ablehnung und am Ende wieder in Vorfreude. Folgen Sie uns von den Anfängen bis zum großen Finale.

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Die große Euphorie

Ein Kulturdenkmal für Hamburg

Als Hamburg nach einer Lösung für den alten Kaispeicher A in der neuen Hafencity sucht, schlägt im Oktober 2001 der Projektentwickler und Architekt Alexander Gérard gemeinsam mit seiner Frau Jana Marko dem Senat vor, dort eine neue Konzerthalle zu realisieren. Der Hafen boomt, das Geld ist da - alles scheint möglich. Hamburg will sich ein Kulturdenkmal schaffen - ähnlich wie die Oper in Sydney.

Die Gesamtkostenschätzung beläuft sich auf 186 Millionen Euro. Der Senat beschließt, den Anteil der öffentlichen Hand auf 77 Millionen Euro zu begrenzen. Die Eröffnung ist für Herbst 2010 geplant.

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Die große Euphorie

Architektenträume

Das Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel präsentiert im Juni 2003 den ersten Entwurf der Elbphilharmonie. Mit einzigartigen Bauwerken kennen die Schweizer sich aus, sie sind etwa für die Kunsthalle Tate Modern in London, die Münchner Allianz-Arena oder das Olympiastadion in Peking verantwortlich.

Für Hamburg träumt Architekt Pierre de Meuron (rechts) bereits jetzt von einem neuen Wahrzeichen.

Die große Euphorie

Die Vision

Die Glasfassade
Sie soll aus 1.100 unterschiedlich gebogenen und bedruckten Glaselementen bestehen, die die Sonneneinstrahlung ins Innere minimieren und nach außen reflektieren.

Das Dach
Es soll sich aus acht Teilflächen zusammensetzen. Auf dem Dach sind 6.000 Pailletten vorgesehen, die das Gebäude schon von Weitem erstrahlen lassen.

Der Konzertsaal
Er soll das Herzstück der Elbphilharmonie bilden, mit 2.100 terrassenförmig angeordneten Plätzen. Von jedem Sitz soll man eine gute Sicht auf die zentrale Bühne haben, das Klangerlebnis soll überall gleich sein.

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Die große Euphorie

Die Entkernung des Kaispeichers

Am 8. Februar 2007 stimmt die Hamburgische Bürgerschaft für den Bau der Elbphilharmonie - einstimmig. Zu diesem Zeitpunkt steht bereits fest: Das Konzerthaus wird teurer, der Anteil der Stadt steigt auf etwa 114 Millionen Euro.

Vor Beginn der Bauarbeiten muss der Kaispeicher A - einst Lager für Kakao und Kaffee - aufwendig entkernt werden. Zunächst entfernen Arbeiter mit Kränen die Deckenplatten des Speichers, das Gebäude wird von außen abgestützt und innen von Baggern entkernt. Die Bauarbeiter müssen sehr vorsichtig vorgehen, um die denkmalgeschützte Fassade nicht zu beschädigen. Um später das Gesamtgewicht des Konzerthauses von immerhin 200.000 Tonnen tragen zu können, werden 650 zusätzliche Stützpfähle im Elbschlick versenkt.

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Die große Euphorie

Die Euphorie wächst

Schon vor Baubeginn spenden Mäzene Millionenbeträge. Das Ehepaar Helmut und Hannelore Greve beteiligt sich mit 30 Millionen Euro am Bau. Weitere Spenden in Höhe von zusammen zehn Millionen Euro kommen von Michael Otto und der Reemtsma-Stiftung.

Die Stiftung Elbphilharmonie wird gegründet. Sie soll weitere Mittel einwerben, um die Stadt bei den Baukosten zu entlasten und den laufenden Betrieb der Elbphilharmonie zu unterstützen.

Der Weg in die Krise

Die Grundsteinlegung

Unter Hamburgs damaligem Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU, 2. von links) und seiner Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) findet am 2. April 2007 die Grundsteinlegung statt.

Schon zu diesem Zeitpunkt ist klar: Der Bau ist sehr viel komplizierter als gedacht.

Der Weg in die Krise

Schwierige Zeiten

Immer wieder muss Karin von Welck in den Folgejahren schlechte Nachrichten überbringen. Allein in den letzten Jahren ihrer Amtszeit - zwischen 2007 und 2010 - wird der Eröffnungstermin des Konzerthauses drei Mal verschoben.

Auch die Kostenschätzungen werden in diesem Zeitraum von rund 114 Millionen auf mehr als 323 Millionen Euro für die Steuerzahler nach oben korrigiert.

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Der Weg in die Krise

Der Bau gerät ins Stocken

Im Frühjahr 2010 sollten nach dem ursprünglichen Plan die ersten Proben im großen Konzertsaal stattfinden, doch der befindet sich noch im Rohbau. An der Fassade werden nach und nach die speziell angefertigten Fensterscheiben eingesetzt.

Gleichzeitig werden die Stimmen gegen den Bau lauter. Auch das Richtfest, das der damalige Erste Bürgermeister Ole von Beust eröffnet, wird von Protesten begleitet.

Der Weg in die Krise

Der Rechtsstreit

Die Stadt Hamburg und das Bauunternehmen Hochtief beginnen einen jahrelangen Rechtsstreit. Im Kern geht es um zwei Fragen: Wann wird das Konzerthaus fertiggestellt? Wie hoch werden die Kosten ausfallen?

Im April 2010 reicht die Stadt Hamburg beim Amtsgericht Klage gegen den Baukonzern Hochtief ein. Das Ziel: eine vertraglich zugesicherte, verbindliche Terminplanung für das Prestigeprojekt in der Hafencity. Hamburgs Politiker geraten unter Druck.

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Der Weg in die Krise

 

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Der Tiefpunkt

Stillstand auf der Baustelle

Ein großes Problem stellt die Dachkonstruktion der Elbphilharmonie dar, sie allein wiegt 2.000 Tonnen und soll ohne Stützen auskommen. Stadt und Hochtief streiten, ob der Einbau der zeltartigen Konstruktion gefahrlos möglich ist. Ein Baustopp ist die Folge.

Ab dem Herbst 2011 geht auf der Baustelle fast anderthalb Jahre so gut wie nichts mehr. Statt zu wachsen, verwahrlost das Wahrzeichen und wird zum Objekt des Spottes.

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Der Tiefpunkt

Die Stimmung kippt

Der jahrelange Streit zwischen Stadt und Hochtief wirkt sich auf die Zustimmung für die Elbphilharmonie aus. Das zeigen sowohl Protestveranstaltungen, als auch eine repräsentative Befragung unter Hamburgern aus dem Februar 2010, durchgeführt von Infratest dimap. Nur 36 Prozent der Hamburger halten den Bau zu diesem Zeitpunkt noch für eine gute Sache.

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Der Tiefpunkt

Die politische Aufarbeitung

Die Hamburgische Bürgerschaft setzt am 5. Mai 2010 einstimmig einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein, um die Ursachen der Kostensteigerungen zu ermitteln. Am Ende wird er offenlegen, wie blauäugig und unprofessionell Politiker und Baufirmen das Jahrhundert-Projekt angegangen sind.

Nach Ende seiner Amtszeit als Erster Bürgermeister sagt Ole von Beust im Februar 2012 vor dem Untersuchungsausschuss aus. Er übernimmt die politische Verantwortung, betont aber, er würde wieder so entscheiden.

Die leise Hoffnung

Ein Konzert auf der Baustelle

Mitten im größten Streit findet am 29. September 2012 ein erstes Konzert in der Elbphilharmonie statt - zwischen nackten Betonwänden, Kabeln und Schutt. Im Rahmen des Hamburger Theaterfestivals gastiert eine Berliner Produktion mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms.

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Die leise Hoffnung

 

Die leise Hoffnung

Aufmerksamkeit aus aller Welt

Trotz der vielen anhaltenden Probleme rund um das Großprojekt entwickelt die Elbphilharmonie eine große Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus.

Bereits 2011 kommt Besuch aus Hollywood auf die Baustelle der Elbphilharmonie.

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Die leise Hoffnung

 

Der Weg aus der Krise

Die Wende

Unter Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) werden am 9. April 2013 neue Verträge unterschrieben: Das Bauunternehmen Hochtief soll das Konzerthaus unter Übernahme sämtlicher Risiken weiterbauen und sichert zu, bis zum Herbst 2016 eine schlüsselfertige Elbphilharmonie zu übergeben. Sie kostet die Steuerzahler nun insgesamt 789 Millionen Euro - fast zehnmal so viel wie ursprünglich geplant.

Bei einer Pressekonferenz im Juli zeigen sich die damalige Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) und die Vertreter der Firma Hochtief demonstrativ einig.

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Der Weg aus der Krise

 

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Der Weg aus der Krise

Große Neuigkeiten

Am 12. Januar 2015 verkündet Olaf Scholz auf einer Pressekonferenz das Eröffnungsdatum der Elbphilharmonie.

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Die Fertigstellung

Die Fertigstellung naht

Ein großes Plakat im Hamburger Hafen verspricht große weltbekannte Werke - wie Beethovens Fünfte. Die Gerüste am Konzerthaus werden abgebaut, der Schriftzug angebracht - die Metamorphose vom Kaispeicher zum Konzerthaus ist abgeschlossen. Beim Hafengeburtstag 2015 strahlt die Elbphilharmonie bereits als vollwertiges Wahrzeichen.

Die Fertigstellung

Nun schreitet auch der Innenausbau voran. Die für die Akustik verantwortliche "Weiße Haut" wird angebracht. Nach ersten Geheimproben schwärmen Musiker vom überwältigenden Klang im Saal. Die millionenschwere Konzertorgel ist seit Sommer 2016 spielbereit.

Ein Blick in die Elbphilharmonie

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Das Orchester

Das Orchester

Das NDR Elbphilharmonie Orchester wird Residenzorchester der Elbphilharmonie. Im Juli 2016 kommen die Musiker dem Gebäude schon sehr nahe. Unter der Leitung von Krzysztof Urbański geben sie zwei Open-Air-Konzerte in der Hafencity - mit Blick auf die künftige Wirkungsstätte.

Im September 2016 dann probt das Orchester erstmals im Großen Konzertsaal der Elbphilharmonie. Die Musiker sind vom Klang überwältigt.

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Das Orchester

 

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Das große Finale

Die Übergabe

Am 31. Oktober 2016 ist der große Moment gekommen: Der Baukonzern Hochtief übergibt das Konzerthaus nach knapp zehn Jahren Bauzeit an die Stadt. "Hamburg hat mit der Elbphilharmonie ein beeindruckendes Gebäude bekommen, dessen Architektur schon heute nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken ist", sagt Bürgermeister Olaf Scholz.

Das große Finale

Die Eröffnung

In Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester am 11. Januar 2017 das erste Konzert in der Elbphilharmonie - sieben Jahre später als ursprünglich geplant.

Der Abspann

NDR Landesfunkhaus Hamburg
Zentrale Programmaufgaben / Online

Konzept

Christian Fremy
Daniel Kaiser
Sabine Klein
Maiken Nielsen
Kathrin Otto

Umsetzung

Kathrin Otto
Marco Peter

Mitarbeit

Volker Frerichs
Anna Rüter
Maxi Schmeißer

Credits

Das Zeitraffer-Videomaterial entstammt der NDR Dokumentation

"Die Elbphilharmonie - von der Vision zur Wirklichkeit"

Musik:
"Consort for Brass", "String Impromptu Number 1", "Brandenburg Concerto No. 4 in G, Movement I (Allegro), BWV 1049", "Egmont Overture Finale" by Kevin MacLeod (incompetech.com)

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