Stand: 03.02.2015 20:20 Uhr

"Lux aeterna": Ein Musikfest für die Seele

von Marcus Stäbler
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Christoph Lieben-Seutter ist seit 2007 Intendant der Elbphilharmonie

Nach den "Türkischen Nächten", dem finnischen "Rantakala" und den "Sounds of Israel" hat Christoph Lieben-Seutter 2013 ein neues Festival ins Leben gerufen, das alle nationalen Grenzen hinter sich lässt. Mit "Lux aeterna" dringt er in die himmlischen Sphären der Musik vor. Am Dienstag begann der zweite Jahrgang der Konzertreihe mit einer Aufführung der "Water Passion" von Tan Dun der Hauptkirche St. Katharinen.

Geistliche Musik spielt eine wichtige Rolle

"'Lux aeterna' hat ja den Untertitel 'Ein Musikfest für die Seele'. Das sagt eigentlich schon, worum es geht: Speziell um Musik, die uns aus dem Alltag heraus holt. Die mystisch ist. Die uns Denkanstöße gibt. Die uns einfach auch in andere Welten bringt", beschreibt Lieben-Seutter den Festivalcharakter.

In der dunklen Jahreszeit möchte er seinen Hörern mit dem ewigen Licht, dem Lux aeterna, einen Ausweg aus der irdischen Kälte bieten. Dafür hat er ein Programm mit 25 Konzerten ausgewählt, in dem die geistliche Musik eine wichtige Rolle spielt - etwa in drei Auftritten des NDR Chores mit Musik von der Renaissance über Mendelssohn bis zur Gegenwart, aber auch bei einer Aufführung von Mozarts Requiem im Michel unter Leitung von Christoph Schoener.

Als Gallionsfigur des Festivals hat Lieben-Seutter wie schon 2013 den Dirigenten Jordi Savall verpflichtet. Er widmet dem historischen Streit zwischen Martin Luther und Erasmus von Rotterdam einen musikalisch-literarischen Abend und leitet ein Konzert unter dem Motto "Krieg und Frieden". Dabei dirigiert Savall Werke aus der unsicheren Zeit zwischen 1613 und 1713, als die Musik vielen Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben gab.

Musik als Brücke zwischen den Kulturen

Jordi Savall vereint Werke aus unterschiedlichen Glaubens- und Stilrichtungen - und präsentiert damit eine Vielfalt, die das ganze Festival prägt. "Ein durchgehendes Thema bei unseren Festivals ist die Bandbreite", erklärt Lieben-Seutter. "Nicht zuletzt deshalb, weil ich glaube, dass es viele Menschen gibt, denen klassische Musik ganz toll gefallen würde, die aber den Einstieg nicht gleich finden. Und wenn sie sehen, dass diese Musik im gleichen Programm, in der gleichen Qualitätsstufe mit tollen Künstlern aus Pop, Jazz und anderen Gebieten aufgeführt wird, dann kriegt das noch einmal eine andere Überzeugungskraft."

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Jordi Savall ist Musikwissenschaftler und Gambist.

Deshalb hat Lieben-Seutter auch Interpreten wie die finnisch-äthiopische Bluessängerin Mirel Wagner engagiert und das Gurdijeff Ensemble eingeladen, das in der Altonaer Kulturkirche spirituelle Werke aus Armenien spielt. Mit solchen Konzerten schlägt das Festival eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen. Das ewige Licht der Musik leuchtet für alle Menschen, an welchen Gott sie auch glauben mögen.

NDR Orchester und Chor auf dem Festival

Die Spielstätten sind so vielfältig wie das Programm: die Laeiszhalle, die Kulturkirche Altona, der Medienbunker Feldstraße und die Kulturfabrik Kampnagel sind nur einige Spielorte. Auch in den Hauptkirchen St. Michaelis, St. Katharinen und St. Nikolai sowie im St. Marien-Dom sind Konzerte geplant.

Neben dem Festival sind außer dem NDR Chor auch das NDR Sinfonieorchester, der NDR Chor, das NDR Podium der Jungen und NDR Das alte Werk vertreten.

 

Veranstaltungen

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05.02.2015 20:00 Uhr
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Kein Geringerer als Jordi Savall, von der UNESCO zum "Künstler für den Frieden" ernannt, leitete das Sonderkonzert des Alten Werks im Rahmen des Elbphilharmonie-Festivals "Lux Aeterna". mehr

Jordi Savall bei Lux aeterna

07.02.2015 20:00 Uhr
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In ihrem zweiten Sonderkonzert gingen Jordi Savall und seine Ensembles in einer musikalisch-philiosphischen Zeitreise dem Disput von Erasmus von Rotterdam und Martin Luther nach. mehr

Visionäres von Schütz bis Hersant

08.02.2015 18:00 Uhr
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19.02.2015 20:00 Uhr
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Sei es Geigerin Patricia Kopatchinskaja, Komponistin Sofia Gubaidulina oder Sopranistin Christina Landshamer: Thomas Hengelbrock holt starke Frauen auf das Konzertpodium der Laeiszhalle. mehr

Mit Mahlers Vierter "zum Himmel hinauf"

20.02.2015 20:00 Uhr
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Hoch hinaus ging es im Februar für Thomas Hengelbrock und das NDR Sinfonieorchester. Das Konzert mit Patricia Kopatchinskaja und Christina Landshamer wurde live auf NDR.de übertragen. mehr

Cellissimo: Gabriel Schwabe

01.03.2015 15:00 Uhr
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Die Reihe NDR Podium der Jungen und der NDR Chor präsentierten den jungen Cellisten Gabriel Schwabe. Die Leitung des Konzerts im Hamburger Rolf-Liebermann-Studio hatte Philipp Ahmann. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 03.02.2013 | 17:03 Uhr