Stand: 26.07.2017 08:37 Uhr

Starke Bilder zum Bayreuth-Auftakt

In Bayreuth sind die 105. Richard-Wagner-Festspiele mit einer Neuinszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" eröffnet worden. Regie führte am Grünen Hügel erstmals der Australier Barrie Kosky.

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Johannes Martin Kränzle als Sixtus Beckmesser zusammen mit dem Chor auf der Bühne der "Meistersinger": beeindruckende Projektionsfläche für Wagners Fantasien.

Barrie Kosky hat ganz auf eine Karte gesetzt und sein Publikum damit begeistert: In seiner Neuinszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth stellt er als Hans Sachs den Komponisten Richard Wagner selbst auf die Bühne - in all seinem Narzissmus, in all seinen Größenfantasien über sich und die deutsche Kunst, in all seinen profanen Bedürfnissen nach Luxusgütern, und auch in seinen antisemitischen Fantasien, die sich an die Figur des Sixtus Beckmesser heften.

Beckmesser die beeindruckende Projektionsfläche

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Michael Volle triumphiert als Hans Sachs bei den "Meistersingern von Nürnberg".

Kosky findet immer wieder starke Bilder: Er zeigt Richard Wagner in seiner Bayreuther Villa Wahnfried, umgeben von zahlreichen Doppelgängern, die seinem Flügel, seiner künstlerischen Fantasie, entsteigen. Kosky zeigt das ambivalente Verhältnis zu Beckmesser, der als jüdischer Dirigent Hermann Levi inszeniert ist und von Wagner alias Sachs ebenso gelobt wie benutzt und gedemütigt wird.

Michael Volle triumphiert als Hans Sachs. Klaus Florian Vogt singt einen sensiblen jungen Richard Wagner, und Johannes Martin Kränzle ist als Beckmesser die beeindruckende Projektionsfläche für Wagners finstere Fantasien.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 26.07.2017 | 08:00 Uhr

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