Stand: 02.10.2017 08:39 Uhr

Bilanz der 31. Niedersächsischen Musiktage

von Agnieszka Zagozdzon
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Jukka-Pekka Saraste dirigierte die Junge Deutsche Philharmonie im Abschlusskonzert im NDR Landesfunkhaus Hannover.

Die 31. Niedersächsischen Musiktage sind mit einem Konzert im NDR Landesfunkhaus in Hannover zu Ende gegangen. Es spielte die Junge Deutsche Philharmonie unter der Leitung des finnischen Dirigenten Jukka-Pekka Saraste im Großen Sendesaal des NDR Landesfunkhauses.

Sobald Saraste den Taktstock hob, gingen schlagartig fast alle Lichter im Saal aus, nur er selbst wurde noch von einem Scheinwerfer angestrahlt. In dieser fast völligen Finsternis erklangen die ersten Takte von Kaija Saariahos Komposition "Laterna Magica". Im weiteren Verlauf dieses klangfarbenreichen Stücks gab es immer wieder verschiedenfarbige Lichteinstellungen im Saal, wodurch ein atemberaubend schönes, räumlich-visuelles und klangliches Gesamtkunstwerk entstand, das perfekt zum Thema der diesjährigen Niedersächsischen Musiktage passte: "Raum".

Das thematische Konzept geht auf

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Katrin Zagrosek, Intendantin der Niedersächsischen Musiktage, zieht auch in diesem Jahr eine positive Bilanz - und das nicht bloß, weil es ihre Aufgabe ist.

Das Festivalthema lud geradezu dazu ein, Konzerte an ungewöhnlichen Orten aufzuführen - und so gab es unter anderem ein Wandelkonzert am Oberharzer Wasserregal mit dem Schweizer Alphornquartett "hornroh", ein Saxofon-Konzert in einem vom Stararchitekten Daniel Libeskind entworfenen Gebäude in Osnabrück und das Klarinettenquartett "Faltenradio" trat sogar in einer Reithalle auf. "Dieses Konzert war sehr, sehr schnell ausverkauft", sagt Katrin Zagrosek. "Wir haben uns bemüht, die Kapazitäten immer noch mehr hochzusetzen - irgendwann mussten wir aber selbst bei dieser großen Reithalle dann doch sagen: 'Tut uns leid!' Das ist toll, dass wir so einen Zuspruch gefunden haben."

Die Intendantin der Niedersächsischen Musiktage zog daher eine positive Bilanz am Ende des Festivals: "Ich bin sehr zufrieden, muss ich wirklich sagen. Ich sage an dieser Stelle, am Ende des Festivals, natürlich immer, dass ich zufrieden bin - das ist ja auch meine Aufgabe. Aber in diesem Jahr fand ich es schon besonders überzeugend. Wir haben eine Auslastung in Höhe von 91 Prozent - das ist eine Steigerung zum Vorjahr von 5 Prozent. Das zeigt auch, dass gut aufgegangen ist, was wir versucht haben und es ist schön, dass alles zusammenwirkt und gut funktioniert."

Raum und Gestaltung bedingen sich wechselseitig

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Das Festivalthema zeigte sich aber nicht nur in der Programmauswahl oder ungewöhnlichen Spielorten: "Vieles ist besonders gut aufgegangen, was wir zum Festivalthema 'Raum' auch neu eingeführt haben," erläutert Zagrosek. "Da sind zum Beispiel die Residenzen, die wir Nachwuchsmusikern bieten. Da war die Junge Deutsche Philharmonie eine Woche hier und hat mit Jörg Widmann unter anderem an einer Kammermusik gearbeitet und hinterher zwei tolle Konzerte gespielt. Und im Gespräch mit den Musikern habe ich festgestellt, dass das aufgegangen ist, was die Idee war: im geschützten Raum ruhig zu arbeiten, intensiv mit so einem großartigen Mentor zusammen zu sein und mal dem Hochschulstress zu entfliehen."

Indem die Junge Deutsche Philharmonie mit diesem Kammermusikprogramm am Festivalanfang beteiligt war, so Zagrosek weiter, sei es ein schöner Abschluss, dass das gesamte Orchester nun das Festivalende gestalte. Das Festivalthema für die Niedersächsischen Musiktage im nächsten Jahr steht übrigens schon fest: Es lautet "Beziehungen".

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