Stand: 13.04.2017 16:26 Uhr

Bach auf dem Saxofon

Bachiana
von Asya Fateyeva
Vorgestellt von Eva Schramm
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"Ich habe das Saxofon erst in der klassischen Musik - und dann im Jazz kennengelernt", sagt Asya Fateyeva.

Das Saxofon - im Jazz schon immer im Rampenlicht- führt in der klassischen Musik ein Schattendasein. Die junge Ukrainerin Asya Fateyeva möchte das gerne ändern. 1990 auf der Krim als Tochter eines Fußballprofis geboren, lernte sie zunächst Klavier, bevor sie für sich das Saxofon entdeckte. Seit 13 Jahren lebt Fateyva in Deutschland, momentan in Hamburg. Sie war Mitglied des Alliage-Quintetts und hat sich im vergangenen Jahr über einen Echo freuen dürfen - als Nachwuchskünstlern des Jahres. Auch bemerkenswert: Als erste Frau überhaupt erreichte sie das Finale des Internationalen Adolphe-Sax-Wettbewerbs in Belgien und erspielte sich dort den 3. Platz.

Jetzt hat Fateyeva zusammen mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und dessen Chefdirigenten Ruben Gazarian das Album "Bachiana" aufgenommen. Darauf spielt die Saxofonistin Bearbeitungen berühmter Solokonzerte von Johann Sebastian Bach, aber auch eine Saxofon-Originalkomposition eines Bach-Fans.

Kunstvoll gewebte Stoffe

Wie wird Musik in 100 Jahren klingen? Ob sich das auch Johann Sebastian Bach mal gefragt hat? Vielleicht hat er sich ja sogar darüber Gedanken gemacht, wie seine eigene Musik auf einem zu seiner Zeit noch gar nicht erfundenen Instrument klingen mag.

Bachs Solokonzerte sind aus verschiedenen Instrumentenstimmen kunstvoll gewebte Stoffe. Mit vertikalen und horizontalen Fäden. Das Saxofon, in den 1840er-Jahren von Adolphe Sax erfunden, in der Klassik oft stiefmütterlich behandelt, betont in Bachs Musik das Horizontale im Klangteppich, die Melodie durchzieht wie ein goldener Faden beispielsweise das g-Moll-Violin-Konzert.

Interessante Klangeffekte

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Asya Fateyeva hat einen wunderbar weichen, geschmeidigen Klang und versucht gar nicht mit ihrem Instrument die ursprünglich als Soloinstrument vorhergesehene Geige klanglich zu imitieren. Stattdessen kostet sie die Vorzüge ihres Instruments voll aus - dadurch ergeben sich interessante Klangeffekte: Trockenes Cembalo stößt hier auf cremig-romantisches Altsaxofon.

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn begleitet sehr feinmaschig, sehr exakt, gut strukturiert, damit der Gesamtklang nicht verschwimmt und sich die Saxofonistin gut entfalten kann.

Neben Werken von Johann Sebastian Bach ist auch Musik des Bach-Verehrers Heitor Villa-Lobos auf diesem Album zu finden: seine eigentlich für Singstimme komponierte Bachiana Brasiliera Nr. 5 und die einzige Originalkomposition für Saxofon auf diesem Album, die Fantasia für Saxofon und Streichorchester, bei der Fateyeva die Ausdrucksmöglichkeiten ihres Instruments noch einmal voll zur Geltung bringen kann.

Bachiana

Label:
Berlin Classics

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 18.04.2017 | 15:20 Uhr

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