Stand: 20.09.2017 11:34 Uhr

So wird das Reeperbahn Festival 2017

Vier Tage lang, vom 20. bis zum 23. September, hat das Reeperbahn Festival den Hamburger Stadtteil St. Pauli fest im Griff. Über 500 Konzerte auf 70 unterschiedlichen Bühnen können die Besucher erleben. Robert Hauspurg aus der NDR Kultur Musikredaktion wird vom Festival berichten.

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Bei NDR Kultur moderiert Robert Hauspurg die Sendung NDR Kultur Neo.

Herr Hauspurg, bei so vielen Konzerten: Wie behält man da den Überblick?

Robert Hauspurg: Das ist schlicht nicht möglich. Und man schafft auch nur, einen kleinen Bruchteil der Konzerte anzuschauen. Den neugierigen Musikfans empfehle ich, sich nur ein bis zwei pro Tag rauszusuchen und den Rest einfach spontan zu machen. Es wird ja eh fast überall gespielt, man stolpert also zwangsläufig von Konzert zu Konzert. Das ist manchmal auch nicht so einfach für die Künstler, weil natürlich viele Gäste gleich nach einem Song, wenn er denn nicht gefällt, zum nächsten Konzert gehen. Es ist ja nur zehn Meter weiter.

Welche Bands sind denn die bekanntesten in diesem Jahr?

Hauspurg: Zum einen die britische Rockband Maximo Park, die schon seit Jahren wahnsinnig erfolgreich ist. Zum anderen natürlich Beth Ditto. Die ist mit der Band Gossip berühmt geworden, aber schon seit einiger Zeit solo unterwegs und füllt nun auch so die großen Hallen mit ihrer rocklastigen Popmusik. Auf einer großen Erfolgswelle reitet gerade auch der Schweizer Popsänger Faber. Der hat in diesem Sommer sein erstes Album veröffentlicht und sofort eine riesige Fangemeinde für sich gewonnen, gerade unter Jugendlichen.

Vor dem Reeperbahnfestival 2017

Das ist ja alles Musik, die bei NDR Kultur nicht gespielt wird. Ist für unsere Hörer denn auch etwas dabei?

Hauspurg: Bestimmt! Es wird über 500 Konzerte geben und bei der Zusammenstellung des Programms wurde darauf geachtet, dass alle möglichen Genres dabei sind, etwa Soul, Elektro, Folk, Songwriter oder experimentelle Musik. Ich bin mir sicher, dass ich darunter viel Neues für unsere Abend-Musiksendung NDR Kultur Neo entdecken kann.

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Pianist zwischen Klassik und Ambient: Federico Albanese wird am 22. September im Resonanzraum zu erleben sein.

Es wird aber auch klassische Musik auf dem Reeperbahn Festival zu hören sein, was eine relativ neue Entwicklung ist. Wir von NDR Kultur präsentieren auch einige dieser Konzerte. Im Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße kann man zum Beispiel den Weltklasse-Oboisten Albrecht Mayer erleben. Und viele Künstler vom Label "Neue Meister": Federico Albanese ist so ein Name, den spielen wir ja auch im Tagesprogramm von NDR Kultur.

Und auf welche Konzerte freuen Sie sich am meisten?

Hauspurg: Auf Kat Frankie zum Beispiel. Eine ganz hervorragende Sängerin und Songwriterin aus Australien, die jetzt in Berlin lebt. Dann freue ich mich auf den Pianisten und Elektro-Künstler Martin Kohlstedt, dem ich immer sehr gerne zuschaue bei seinen Konzerten. Der Musikproduzent Matthias Arfmann hat eine seltsame Idee: kochen auf der Bühne. Aus den Küchengeräuschen soll dann Musik entstehen - das klingt für mich so abgedreht, dass ich da auf jeden Fall reinschauen möchte. 

Und: Ich freue mich auf viele Künstler aus Kanada. Denn Kanada ist das Partnerland des Reeperbahn Festivals in diesem Jahr. Über 20 Künstler kommen von dort und ich habe da ein Auge drauf. Die BBC wiederum wird mit ihrem Format "Introducing" zu Gast sein. Das wird auch spannend. Britische Künstler, noch ohne Plattenvertrag und entsprechend unbekannt, werden da auf die Bühne geschickt.

Und die hoffen dann dort auf einen Plattenvertrag?

Hauspurg: Das ist absolut denkbar! Denn das Reeperbahn Festival ist ja auch ein Branchentreffen. Das ist eine spannende Situation, wenn Labelvetreter, Redakteure, Konzertveranstalter und Musikfans alle zusammen einen Künstler zum ersten Mal live sehen. Und wer ein solches Publikum mitreißt, steht vielleicht am Anfang einer großen Karriere.

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