Stand: 05.12.2016 15:07 Uhr

Die Rolling Stones feiern den Blues

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Die Stones in den 60ern. Er sei er ein Blues-Nerd gewesen, erzählt Mick Jagger.

Eigentlich sollten es neue Songs werden für ihr Album, doch zur Entspannung spielten sie erst mal ein wenig Blues. Dabei herausgekommen ist vor Kurzem das erste Studioalbum der Rolling Stones nach elf Jahren - mit Cover-Versionen von Legenden des Chicago Blues. Das Kulturjournal hat Mick Jagger in seinem Londoner Studio getroffen.

Mit dem Album "Blue & Lonesome" zurück zu den Wurzeln

Das Album "Blue & Lonesome" führt die Stones auch zurück zu ihren eigenen Wurzeln in den 60er-Jahren. Mit Blues haben die Stones in winzigen Londoner Clubs angefangen. Zur Zeit ihres ersten Plattenvertrags spielten sie Chicago Blues: "Als ich so 13 Jahre alt war, sah ich zum ersten Mal Bluessänger im Fernsehen", erzählt Mick Jagger. "Big Bill Broonzy kamen nach England. Die Popmusik zu der Zeit war sehr süßlich, so Teenagermusik. Diese Musik war viel drängender und hatte mehr Tiefe. So wurde ich ein nerdiger Blues-Spezialist."

Die Kubaner sehen die Stones live - nach 54 Jahren

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Die Rolling Stones in Kuba 2016 beim offenbar größten Konzert, das es je gab.

Später berichtet Jagger von Kuba, wo die Stones im Frühjahr 2016 ein riesiges Konzert gaben, zum ersten Mal, gratis. "Es waren wahnsinnig viele Leute", erzählt Jagger. "Dir muss klar sein, dass sie uns noch nie gesehen haben. Also ist der Eindruck, den du machst, wirklich wichtig. Aber du weißt überhaupt nicht, wie sie reagieren werden." Überraschung: Eine Million Kubaner reagieren wie die Fans überall auf der Welt: Ekstase - nach 54 Jahren Rolling Stones!

"Hart arbeiten, ein bisschen Talent - und manchmal hat man Glück"

"Blue & Lonesome" ist wieder voller Gitarren-Rangeleien von Keith Richards und Ron Wood. Von herrlichem Gerumpel von Schlagzeug-Stoiker Charlie Watts. Auch Mick Jagger ist in Topform und göttlich an der Mundharmonika. Auf die Frage, ob er sich für ein Genie hält, lacht er: "Natürlich nicht! Alles was du tun kannst, ist hart arbeiten an dem bisschen Energie und Talent, das du hast. Und manchmal hast du Glück, wie bei diesem Album, das wir gar nicht geplant hatten."

Über fünf Jahrzehnte haben die Stones jetzt Platten verkauft, Stadien gefüllt, eine Marke geschaffen. Mick Jagger ist zufrieden. Man wird nie alles von sich hassen oder alles ganz toll finden, lautet sein Fazit bis hierhin. "Und jetzt ist Weihnachten!", beendet er unser Interview.

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Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 05.12.2016 | 22:45 Uhr

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