Stand: 16.09.2017 07:40 Uhr

Zum 40.Todestag von Maria Callas

von Sabine Lange

Was muss man mitbringen, um auf der Opernbühne wirklich einzigartig zu sein? Sicherlich eine fantastische Stimme, eine charismatische Ausstrahlung. Aber auch eine überdurchschnittliche Sensibilität. Vielleicht sogar eine gewisse psychische Labilität. Die Sopranistin Maria Callas wurde zur Legende - weil sie eben gerade kein bodenständiger, schlichter Charakter war. Ihr Leben spielte sich zwischen den Polen "himmelhoch jauchzend" und "zu Tode betrübt" ab. Obwohl die Callas viele Jahre ein Weltstar war, starb sie am 16.September 1977 mit nur 53 Jahren einsam und verlassen in Paris. Sabine Lange erinnert zum 40.Todestag von Maria Callas an die faszinierende Primadonna assoluta.

Maria Callas: Die Primadonna aller Primadonnen

Als hässliches Entlein empfand sich die junge, pummelige Maria Callas. 1923 als Tochter eines griechischen Einwanderers in New York geboren, gelang ihr dennoch eine Weltkarriere, die sie in die Geschichtsbücher brachte. Denn die Callas war nicht nur vom Singen besessen - sie war auch bereit, jedes persönliche Opfer dafür zu bringen. Sie hungerte sich ihre Kilos herunter, und sie nahm die Strapazen auf sich, in ihrer Heimat, im Athener Opernhaus, schon als 15-jährige nicht nur Gesang zu studieren, sondern bereits in einer Hauptpartie auf der Opernbühne zu stehen - als Mascagnis Santuzza.

Ein gefeierter und gefürchteter Weltstar

Mit Anfang zwanzig sang Maria Callas "La Gioconda" in der Arena von Verona. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Battista Meneghini kennen, der sich ganz ihrer Karriere verschrieb. Ein künstlerischer Mentor wurde der Dirigent Tullio Serafin, mit dem Callas unter anderem an der Mailänder Scala große Erfolge feierte.

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Maria Callas war besessen von ihrer Arbeit, besessen vom Singen. Das Publikum lag ihr zu Füssen - und sie lebte das Leben einer gefeierten, aber ebenso gefürchteten Primadonna. Sie fesselte als Norma oder Medea, als Manon oder Tosca mit nicht immer perfekter Stimme, aber mit einzigartig charismatischer Ausstrahlung.

Der Preis dafür: Maria Callas scheute hinter den Kulissen keinen Konflikt, sie folgte ihrer Eigenwilligkeit und lieferte sich oft kräftige Auseinandersetzungen. "Die fauchende Tigerin" wurde sie genannt. Menschlich und künstlerisch war Maria Callas eng mit dem Tenor Giuseppe di Stefano befreundet, und sie sorgte an der Seite des griechischen Reeders Onassis für weltweite Schlagzeilen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 16.09.2017 | 07:40 Uhr

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