Druckfrisch
Orientierung im Bücherdschungel - mit Denis Scheck.
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Zusammen mit seiner Frau Inge schrieb Walter Jens Bestseller über die
Familiengeschichte von Thomas Mann.
Der Philologe und Schriftsteller Walter Jens ist tot. Wie sein Sohn Tilman Jens bestätigte, verstarb er am Sonntagabend im Alter von 90 Jahren in Tübingen.
Jens galt als gesellschaftskritischer Beobachter und Meister des geschliffenen Wortes. Er gehörte zu den großen deutschen Intellektuellen der Nachkriegszeit und prägte wie kaum ein anderer die politische Streitkultur in der Bundesrepublik.
Geboren wurde Jens am 8. März 1923 in Hamburg. Ab 1950 gehörte er zum Literaten-Kreis "Gruppe 47" um Hans Werner Richter. Im selben Jahr gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller mit dem Roman "Nein. Die Welt der Angeklagten".
Zwischen 1963 und 1988 hatte Jens in Tübingen den eigens für ihn eingerichteten und bundesweit ersten Lehrstuhl für Allgemeine Rhetorik inne. Der engagierte Demokrat mischte sich stets in die öffentlichen Debatten, vor allem über politische Themen, ein.
Walter Jens litt seit vielen Jahren an schwerer Demenz. Seine Frau Inge und sein Sohn Tilman sprachen offen über die Krankheit, um die Gesellschaft für die Probleme der Demenz zu sensibilisieren.